Die Furche
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Die FURCHE, österreichische Wochenzeitung. Orientierung, Analyse und Hintergrund zu den wesentlichen Fragen der Zeit. Source
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Recent Articles
Search Articles„Whalefall“: Das Vater-Sohn-Ding
Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass – wie in Brian Duffields Film „Whalefall“ – ein Einzelkämpfer im Wüten des Meeres gezwungen wird, sich ums Überleben zu kümmern. In Ang Lees „Life of Pi“ (2012) muss ein Jüngling mit einem Tiger auf einer Schaluppe den Ozean bezwingen. Oder in J. C. Chandors „All Is Lost“ von 2013, in dem ein alter Mann (der 77-jährige Robert Redford) ohne Nahrung und Wasser in einem lecken Schiffscontainer auf hoher See ausharrt.
Kultur stört
Erinnern Sie sich an die Proteste gegen die Übersiedlung von Ö1 vom Wiener Funkhaus zum Küniglberg? Sie haben nichts gefruchtet – warum hätte die ORF-Chefetage auch auf eine Literaturnobelpreisträgerin und andere schöne Seelen hören sollen, wo man doch mit praktischen Problemen der „Compliance“ vollauf beschäftigt war? Beteuert wurde, dass der Umzug ins Großraumbüro rein gar nichts an der Eigenständigkeit des ORF-Renommiersenders ändern werde.
„Sinn und Sinnlichkeit“: Für die Liebe, gegen soziale Zwänge
Die Liebe ist bei Jane Austen selten eine reine Herzensangelegenheit. Meist sitzt das Vermögen mit am Tisch, und die gesellschaftliche Stellung führt das Wort. Daran erinnert Georgia Oakleys Neuverfilmung von „Sinn und Sinnlichkeit“, die dem Roman weniger Glamour, dafür mehr Schwermütigkeit abgewinnen möchte. Nach dem Tod des Vaters verlieren die Dashwood-Frauen ihr Zuhause und ihre finanzielle Sicherheit.
Paketsteuer, Zivildienst, Medienförderung: Die Politik mit dem Murks
Es ist schon faszinierend, was Regierungsparteien so alles beschließen – und wie schnell sie dann doch lieber nichts mehr davon wissen wollen. Noch im Juli stimmten etwa ÖVP und Neos einer neuen „Paketsteuer“ für Versandhändler zu. Pro Paket (oder Bestellung, so genau weiß man das nie) sollten zwei Euro fällig werden.
„Spaziergang nach Syrakus“: Die Sehnsucht nimmt einen langen Anlauf
Wer eine Reise unternimmt, möchte irgendwo ankommen. Aber es gibt auch Reisende, die gar nicht erst aufbrechen können. Wie Paul Gompitz (Charly Hübner) zum Beispiel. Als DDR-Bürger in den 80ern ist er eher nicht berechtigt, nach Syrakus auf Sizilien zu fahren. Aber wie erfüllt man sich diesen Reisetraum trotzdem? Der Rostocker Kellner liebt seine Frau Anne und hat nicht die geringste Absicht, seiner Heimat für immer den Rücken zu kehren.
Ulrike Ottinger: „Für einen Vampirfilm kann man aus Absurditäten schöpfen“
„Die Blutgräfin“ mit Isabelle Huppert als aristokratischer Vampirin ist das große Highlight der diesjährigen Viennale (22.10. bis 3.11.): Erzsébet Báthory, die sagenumwobene Aristokratin, der grausame Morde nachgesagt wurden, wird in Ulrike Ottingers „Die Blutgräfin“ vollends zur Erscheinung. Isabelle Huppert spielt sie als geheimnisvolle Reisende durch ein Wien, in dem sich die Vergangenheit hartnäckig in die Gegenwart drängt. An ihrer Seite: Birgit Minichmayr als Zofe.
Lionel Messis letzter Tango
Inter Miami kann aufatmen. Bei seinem Klub bringt Lionel Messi weiterhin Spitzenleistungen. Beim argentinischen Nationalteam aber hat er sich verabschiedet, und zwar für immer. Das Freundschaftsspiel gegen Benin war ein 3:0-Erfolg; im ausverkauften Monumental-Stadion in Buenos Aires steuerte der Superstar ein Tor und zwei Assists bei. Letzte Woche gab es den denkwürdigen Fußballtag, mit frenetischem Jubel, Feuerwerk und Fangesängen.
Zur Freiheit befreit!
Der Komponist Beat Furrer sagte einmal, der Einklang sei ein Geheimnis. Und man müsse die Harmonie, das Verhältnis von Horizontal und Vertikal immer wieder neu denken. So ein Wunder geschah mir im Supermarkt, just nachdem ich die Nachrichten aus unserer Welt im Auto gehört hatte. Den Mitarbeiter in der Gemüseabteilung frage ich höflich, wo ich denn Eier finden würde. Er deutet mir den Weg durch die Regale. Vor mir geht eine große Vertikale mit einer kleinen.
ME/CFS-Betreuung: Welche Angebote nun notwendig sind
Am 13. Oktober hat die CS Caritas Socialis in Schönbrunn zum ersten ME/CFS-Fachkongress geladen. Für uns war dieser Tag mehr als eine Fachtagung. Er war ein Zeichen dafür, dass eine Gruppe von Menschen, die oft buchstäblich im Dunkeln lebt, endlich stärker ins Licht der Versorgung rückt. ME/CFS ist keine Befindlichkeitsstörung und keine besonders hartnäckige Müdigkeit. Bei schweren Verläufen können schon geringe körperliche, kognitive oder sensorische Belastungen den Zustand massiv verschlechtern.
Justiz-Proteste in Österreich: Warum Sparen am Rechtsstaat gefährlich ist
Der Spruch „Wir werden keinen Richter brauchen“ ist nicht nur alt, er ist auch veraltet, wird der Gesellschaft nicht mehr gerecht. Wir brauchen sie, die Damen und Herren Richter und Staatsanwälte – und zwar mehr, als derzeit zur Verfügung stehen. Ob im Arbeitsleben, als Konsumenten, beim Wohnen, in den Familien, von den Anwürfen und Denunziationen in den unsozialen Medien gar nicht erst zu reden.