Labor Journal
VerifiedJournal
Das Laborjournal ist vermutlich die einzige Zeitschrift, die in unserer Abteilung
von allen Berufsgruppen regelmäßig in die Hand genommen und durchgeblättert wird – vom Techniker bis zur Direktorin. Es ist einfach für jede/n etwas
dabei, und manchmal findet man sogar erst über die gut geschriebenen Übersichtsartikel den Zugang zur bis dahin unbekannten „Cutting-edge Science“
gleich um die Ecke. Das Laborjournal liegt bei uns in der Abteilungsküche
aus – ein weiterer Vorteil, denn dadurch hat man meistens etwas Muße und
gute Laune beim Lesen. Source
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| Scope | National, Trade/B2B |
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| Language | German |
| Country | Germany |
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Recent Articles
Search ArticlesGrößtes Enzym? Marburger Team löst 8-MegaDalton-Struktur
(17.07.2026) Marburger Team entschlüsselt die 3D-Struktur eines Riesenenzyms – und gibt damit Anlass, über die Kategorie „größte Proteinkomplexe" nachzudenken. Wer in der Strukturbiologie nach Superlativen sucht, landet schnell beim Kernporenkomplex.
Probleme bei Antikörper-Validierung
(16.07.2026) Wer Antikörper kauft, vertraut darauf, dass die Validierungsdaten des Herstellers echt sind. Bei ThermoFisher war das offenbar jahrelang nicht der Fall. Ausschnitt aus „p53 Antibody (MA5-12557) in WB“, wie sie ThermoFisher auf seiner Website zur Validierung seines Antikörpers präsentiert. Was fällt auf an den Western-Blot-Banden? Der walisische Molekularbiologe Sholto David hat als Bildforensiker schon einige manipulierte Abbildungen von Forschungsdaten aufgespürt.
Der Preprint sagt’s doch schon
90 Prozent der biomedizinischen Preprints enthalten bereits die Kernaussage, die später im Journal erscheint. Was leistet Peer Review dann noch? Wer „Ist doch nur ein Preprint“ sagt, meint selten nur den Publikationsstatus. Meist schwingt noch anderes mit wie: Noch nicht ganz fertig, noch nicht ganz sauber – noch nicht ganz Wissenschaft. Ein wissenschaftliches Halbfabrikat, irgendwo zwischen Datensatz und Druckreife.
Mikroalgen aus dem Biodrucker zur Reinigung von Abwasser
(15.07.2026) Wie man Mikroalgen so in eine Matrix druckt, dass sie noch leben und Fotosynthese betreiben, zeigt ein Forscherteam aus Dresden und Würzburg. Mit dem volumetrischen Bioprinting lassen sich nicht nur Zitronenscheiben drucken, sondern auch Schachfiguren und Eiffeltürme. Ob als Kapsel, Smoothie oder zur Hautpflege – der Markt für Mikroalgen blüht. Beliebt sind Spirulina, Chlorella, Nannochloropsis oculata & Co. vor allem wegen ihres hohen Gehalts an Omega-3-Fettsäuren.
Eine persönliche Bilanz zum Wisskomm-Projekt CRISPR-Roadshow
(14.07.2026) Dreizehn mehrtägige Roadshows, hunderte Teilnehmer, ein Theaterstück – Wolfgang Nellen zieht Bilanz über ein ungewöhnliches Projekt zur Wissenschaftskommunikation. Die CRISPR-Roadshow war Teil eines Projekts zur Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen eines DFG-Schwerpunktprogramms zu CRISPR-Cas (SPP2141).
Potenzieller Alzheimer-Wirkstoff CPD10 stabilisiert zelluläres GRK2-Enzym
(13.07.2026) Die Alzheimer-Demenz lässt sich noch immer nicht wirksam behandeln. Ein Small-Molecule-Wirkstoff, der an einem zellulären Enzym ansetzt, gibt Anlass zu neuer Hoffnung. Die Alzheimer-Krankheit macht mehr als zwei Drittel aller Demenzfälle aus; weltweit sind rund 35 bis 40 Millionen Menschen daran erkrankt. Das Risiko für die neurodegenerative Krankheit, die den Betroffenen ihr Gedächtnis und oft auch ihre Persönlichkeit raubt, nimmt mit dem Alter stark zu.
Wenn widerlegte Studien weiterleben
(10.07.2026) Ein Paper erweitert die Untoten-Taxonomie der Wissenschaft – und lenkt den Blick auf nicht-reproduzierbare Befunde, die trotzdem weiter zitiert werden. Die Forschungsliteratur kennt inzwischen einen ganzen Friedhof an Untoten. Zuerst kamen die „Zombie-Artikel“ – zurückgezogene Paper, die trotz Retraction weiterzitiert werden, als hätte nie jemand den Stecker gezogen (Nature, doi.org/gdm6sv).
Das Start-up Nucleaf arbeitet an molekularem Pflanzenschutz
(09.07.2026) Nucleaf möchte Pflanzen mit speziellen RNA-Molekülen vor Schädlingen schützen. Die Corona-Pandemie erwies sich dabei als idealer Start-up-Startpunkt. Es wird ernst: Florian Stokom (oben), Timo Schlemmer (Mitte) und Richard Bach stehen kurz vor der Gründung von Nucleaf. In den Jahren 1665 bis 1666 brach in England eine der letzten großen Pestepidemien Europas aus. Die sogenannte „Great Plague of London“ forderte verglichen mit früheren Epidemien verhältnismäßig wenige Todesopfer.
Bestätigung durch Ablehnung
Wenn das keine Ironie ist? Jemand forscht über Verantwortungslücken, die entstehen, wenn Menschen Ergebnisse aus generativen KI-Modellen übernehmen, ohne sie wirklich zu prüfen. Dazu reicht er ein Paper für den Tagungsband einer großen Konferenz ein, das prompt abgelehnt wird. Dies allerdings aufgrund eines Gutachtens, das ganz offensichtlich niemand gelesen hatte – weder die Person, die es schrieb, noch der Editor, der es absegnete.
Schnelles Screening-Verfahren für passgenaue Aptamere
(08.07.2026) Wie man Nukleinsäuren mit spezifischen Bindeeigenschaften in DNA-Bibliotheken schneller findet, zeigt ein tschechisches Forscherteam. Als Darwin sein „Survival of the fittest“ beschrieb, ahnte er nicht, wofür diese Regel abseits von der Evolutionsbiologie relevant und nützlich sein würde. Sie hilft beispielsweise, aus einer Bibliothek zigtausender RNA- oder DNA-Abschnitte jene Exemplare herauszufischen, die dank ihrer räumlichen Struktur an ein bestimmtes Zielmolekül binden.