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Search ArticlesVom Wollen und Sollen – Gerti Tetzners „Gegen Wind“
Nur steht die Wunschwelt zunächst im Gras. Kristina will die unbeachtete Plastik zu ihren hundertsechzig Kindern bringen. Sie hat geschrieben, gebeten, vorgeschlagen, gewünscht, gefordert. Die zuständige Instanz hat geantwortet, ohne etwas zu entscheiden. Ein vorgedruckter Text stellt eine Antwort in Aussicht. Also steht Kristina eines Nachts mit einem Handwagen vor der Skulptur. Hinrich, der sie dort trifft, hält sie für eine Diebin. So beginnt ihre Geschichte miteinander.
Deutscher Buchpreis 2026: Die Longlist und ihre zwanzig Vorstellungen von Gegenwart
Am 11. August hat die Jury des Deutschen Buchpreises 2026 ihre Longlist veröffentlicht. Zwanzig Romane wurden nominiert. Am 8. September werden daraus sechs Titel für die Shortlist. Am 5. Oktober schließlich wird im Frankfurter Römer der Deutsche Buchpreis vergeben. Bis dahin lässt sich die Longlist als das lesen, was solche Listen immer auch sind: eine vorläufige Ordnung der Gegenwart.
Carlos Barragán: „Hi Honey“ – Wenn Nähe zum Geschäftsmodell wird
„Hi Honey.“ Zwei Wörter reichen. Kein Liebesbrief. Keine besonders raffinierte Verführung. Nur eine kleine Nachricht auf einem Display. Jemand meldet sich. Jemand hat an dich gedacht. Vielleicht beginnt der moderne Romance-Scam genau hier: nicht beim Geld, sondern bei der Aufmerksamkeit. Carlos Barragáns Hi Honey. Nigerias Romance-Scam-Industrie und die Einsamkeit im Westen, das am 20. August auf Deutsch erscheint, ist ein Buch über Menschen, die diese Aufmerksamkeit herstellen.
„Glaszeit“ von Leh-Wei Liao: Leben hinter durchsichtigen Wänden
Es ist ihre Mutter. Achtzehn Jahre zuvor hat March ihre Tochter in Deutschland zurückgelassen. Nun begegnet Novana ihr nicht auf einer Straße, nicht an einer Haustür und auch nicht zufällig in einem Café. Sie begegnet zunächst einem Bild von ihr. Die private Abwesenheit der Mutter ist öffentlicher Sichtbarkeit gewichen. Mit dieser Szene beginnt Leh-Wei Liaos Debütroman „Glaszeit“, der am 19. August 2026 erscheint und bereits für die Longlist des Deutschen Buchpreises 2026 nominiert ist.
Autaria wird neuer Sponsor des Selfpublisher-Verbands
Selfpublishing zwischen Einstieg und Professionalisierung Die Kooperation verweist zugleich auf eine Entwicklung innerhalb des Selfpublishing-Marktes. Während Print-on-Demand für viele Autorinnen und Autoren den Einstieg ermöglicht, wächst mit steigenden Verkaufszahlen der Bedarf an größeren Auflagen, Lagerhaltung und einer stärkeren Anbindung an den stationären Buchhandel.
Karolyn Ciseau: „… to Kill a Monster. Dragonblood Academy“ – Wenn Vertrauen gefährlicher wird als ein Drache
Mit … to Kill a Monster setzt Karolyn Ciseau ihre Romantasy-Duologie um Lyra und Kael fort. Der Jugendroman ab 14 Jahren beginnt wenige Tage nach den Ereignissen von It Takes a Monster. Wer den ersten Band gelesen hat, kennt Lyras Geheimnis und damit auch die kleine Zeitbombe, die nun zwischen den Figuren liegt. Kael weiß noch nicht alles. Lyra weiß, dass er es erfahren könnte. Die Leserinnen und Leser wissen beides. Mehr braucht es zunächst kaum.
Kräutertee und Wadenwickel – Wenn die Hausapotheke wieder in die Küche zieht
Nicht jedes dieser Zipperlein verlangt nach der schweren Pharmakeule. Manches braucht zunächst Ruhe, Wärme, Flüssigkeit und ein wenig Wissen darüber, was sich selbst tun lässt. Genau dieses Wissen ist in vielen Familien verloren gegangen. Wie macht man eigentlich einen Wickel? Was lässt sich aus Thymian herstellen? Welche Rolle spielen Zwiebel, Honig oder Schlüsselblume? Und wann ist ein Hausmittel sinnvoll, wann reicht es nicht mehr?
„Parasiti“ von Alisha Gamisch: Was sich in einer Familie einnistet
So beginnt Alisha Gamisch ihren Debütroman „Parasiti“. Noch wissen wir nicht, was dieses Etwas ist. Nur, dass Valli es bemerkt, als sie 2021 nach der Arbeit in das Reihenhaus in Fürstenfeldbruck zurückkehrt. Eine unangenehme Stimmung sei ins Haus gekrochen und habe sich dort eingenistet, heißt es. Valli vertraut solchen Wahrnehmungen. Das Verb ist gesetzt. Einnisten. Wenig später liegt eine rosa Plastikfigur auf dem Sofa. Streichholzschachtelgroß, Daumen im Mund, geschlossene Lider.
Thomas Mann im Kino: „Vaterland“ – eine Rückkehr in das Land der Wörter
Ein schwarzer Buick fährt durch Deutschland. Das Jahr ist 1949. Die Städte tragen ihre Verletzungen noch offen, politische Grenzen beginnen sich zu verhärten, und zwischen den Ruinen wird bereits wieder an der deutschen Selbstbeschreibung gearbeitet. Im Wagen sitzen zwei Menschen, denen dieses Land einmal Heimat gewesen ist und denen es nun mit einer gewissen Erwartung entgegentritt: Thomas Mann und seine Tochter Erika. Paweł Pawlikowskis neuer Film „Vaterland“, der am 3.
Tony Tulathimutte: „Fiasko“ – Jeder ist die Hauptfigur seiner Zurückweisung
Bei Tony Tulathimutte beginnt sie genau dort. „Fiasko. Fiktionen“, im amerikanischen Original Rejection, versammelt sieben miteinander verschaltete Erzählungen über Menschen, denen etwas verweigert wird: Liebe, Sex, Anerkennung, Zugehörigkeit, Aufmerksamkeit. Doch Zurückweisung ist bei Tulathimutte kein einzelner Augenblick, kein Nein an einer Tür. Sie arbeitet weiter. Sie verlangt nach einer Erklärung. Und weil die Figuren dieses Buches über genügend Sprache verfügen, finden sie immer eine.