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Search Articles35 Jahre „Nevermind“ von Nirvana – Wir ranken alle Songs!
„Smells Like Teen Spirit“ gerät zur ersten Single-Hymne der Generation Grunge. Es folgen weitere („Come As You Are“, „Lithium“, „In Bloom“). Dabei darf man ruhigere Deep Cuts wie „Polly“ oder „Something In The Way“ keineswegs unterschlagen. Den anfangs vom Label erhofften Absatz von 250.000 Einheiten hat „Nevermind“ gleich hundertfach übertroffen. (FRANK THIESSIES) Vor 35 Jahren eroberten Nirvana die Musikwelt im Sturm und veränderten die Popkultur für immer.
Angela Aux – Das Nichts macht Kopien von sich selbst: Aliens als KI-Aktivisten
CLOUDS HILL (VÖ: 23.10.2026) Florian Kreier rebelliert. Sein neues Album als Angela Aux speist sich aus der Auseinandersetzung mit (oder gegen) KI. Digital Awareness im Pop-Format. Die Verzagtheit der Texte kontrastiert er mit instrumentaler Handarbeit. Die Akustische schrubbt, der Bass blubbert, glasiert von Retro-Keys und Vocoder.
Tommy Lefroy – The Precariat: Persönlich statt politisch
SOME VAGUE HOPE/THIRTY TIGERS (VÖ: 23.10.2026) Einen Song „God Made Michigan“ zu nennen, der dann weder vom Bundesstaat noch groß von Gott erzählt, sondern nur eine Catchphrase brauchte für den Nachruf auf eine Liebe und „all the people I chose just because they reminded me of you“ – das kann nur ein Duo, das in London wohnt und zur Hälfte kanadisch ist.
Shabazz Palaces – It’s A Style Sport: Lynch trifft Afrofuturismus
SUB POP/CARGO (VÖ: 23.10.2026) In der Welt von Ishmael Butler scheint heute selten die Sonne. Und falls doch, setzt sich der Musiker, Produzent und Rapper aus Seattle halt einfach die unvermeidliche Sonnenbrille auf. „It’s A Style Sport“, Butlers neues Album als Shabazz Palaces, klingt wie eine Nachfahrt durch die Filme von David Lynch – nur afroamerikanischer.
SOFFIE – Kein Streit den man nicht lösen kann: Cringe als Stilmittel
Soffie ist wieder da und macht daraus direkt eine Ansage. Indie-Pop trifft auf Sprechgesang, gestapelte Harmonien und eine Stimme, die so weit vorne im Mix steht, als würde sie direkt neben einem singen. Die Texte sind einfach, direkt, manchmal gefährlich nah am Cringe. Doch darin liegt auch ein gewisser Charme.
Fenne Lily – Win Win: Sonnenschein mit Komfortzone
NETTWERK (VÖ: 23.10.2026) Man kann sich das nur noch schwer vorstellen, wenn Fenne Lily im banjoverzierten Soft-Folk-Rock von „Uh Huh“ gleich wieder diesen verschwörerischen Flüsterton anschlägt und all die atem- und schlaflose Aufregung der lakonischen Erkenntnis weicht, dass alles nur ein „one-year-long long-distance call“ gewesen sei. Aber doch: Die Frühstarterin aus Dorset (2016 erster Streaming-Hit mit „Top To Toe“) war für „Breach“ (2020) tatsächlich mit Steve Albini im Studio.
Michael Kiwanuka – Fudge: Heimstudio statt Starproduktion
UNIVERSAL (VÖ: 23.10.2026) Seit „Love & Hate“ (2016) hat Michael Kiwanuka im Studio ausschließlich mit Inflo und Danger Mouse gearbeitet. Diesmal nahm der britische Songwriter die Albumproduktion selbst in die Hand, unterstützt vom Multiinstrumentalisten seiner Live-Band, Joe Connell. In einem Häuschen in der Nähe von Southampton entstanden Songs, die gewohnt warm und nachdenklich klingen.
Claud – Me And My Music: Reifer, aber immer noch intim
Wenn es einen Soundtrack zum Filmgenre Mumblecore geben würde, das meist die Widrigkeiten im Leben von Thirtysomethings aus Brooklyn zeigt, Claud wäre die ideale Komponistin dafür. „Me And My Music“ bezaubert mit eingängigem Dream-Bedroom-Pop. Claud Mintz kommt aus der Umgebung Chicago, identifiziert sich als nonbinär und klingt reifer und abgeklärter als auf dem zweiten Album, „Supermodels“, bleibt sich aber dennoch treu. Mehr Introspektion als Extrovertiertheit.
Tony Iommi – From The Dark: Pathos aus allen Ritzen
BMG (VÖ: 23.10.2026) Mit Ronnie-James-Dio-Impersonator Jørn Lande, der bereits 2010 bei der Tribute-Show zu Ehren des verstorbenen Sängers aushalf, klingt dieses Album naturgemäß eher nach Heaven & Hell als nach den klassischen Black Sabbath. Der Rifflord hat wieder den besten Sound der Welt, das Pathos leckt aus allen Ritzen der Songs, und Tony Iommi beschränkt sich daher auf ein paar elegante Verzierungen.
Jeffrey Silverstein – Doggone: Country als Akustiksignal
FULL TIME HOBBY (VÖ: 23.10.2026) „Doggone“ wurde in einem Center for Sound, Light and Color Therapy aufgenommen. Dort schob Jeffrey Silverstein den Twang in ein kosmisches Zwischenreich, wo auch Dub oder Kraut wohnen. Country ist hier weder Erzählmuster noch Soundfolie für eine Stimme, sondern nur ein Akustiksignal, das in die Welt entlassen wird und dann auch mal als „Patchouli“ betiteltes Instrumental zurückkehrt – als könnte man Klänge riechen.