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Articles by Elmar Nass
Hauptsache lehramtskritisch?
Die Zukunft im Verhältnis von christlicher Religion und Staat ist das Thema des von Stephan Orth moderierten Gesprächs zwischen Magnus Striet und Georg Essen, das in diesem handlichen Band vorgelegt wird. In der Einführung von Orth, Chefredakteur der Herderkorrespondenz, wird das Anliegen markiert, christliche Religion vor einer Instrumentalisierung durch autoritäre Kräfte wie etwa Donald Trump zu bewahren und dazu die Potenziale liberaler Theologie zu mobilisieren.
Der Papst rüttelt nicht an der Lehre
Die Theorie vom gerechten Krieg soll überwunden werden. So schreibt es Papst Leo in seiner Enzyklika „Magnifica humanitas“. Das lässt aufhorchen, ist aber nicht ganz neu. Auch Papst Franziskus hatte im Juli 2022 ein Überdenken der auf den Heiligen Augustinus zurückgehenden Lehre vom sogenannten „Bellum iustum“ gefordert. Die katholischen Bischöfe in Deutschland wollten schon mit ihrer Schrift „Gerechter Friede“ aus dem Jahr 2000 den Begriff vermeiden.
Nicht vergessen: „Er ruft dich“
Hab Mut, steh auf!“ Dieses Leitwort des Katholikentages in Würzburg will uns aufrütteln. Es ist der Perikope in Mk 10,49 über die Heilung des blinden Bartimäus entnommen. Das herausfordernde Motto stellt uns damit, wenn wir redlich mit der biblischen Quelle umgehen, Bartimäus als Vorbild vor. Wozu aber sollen wir eigentlich mit ihm Mut haben und aufstehen? Erste öffentliche Assoziationen beim Hören des Leitwortes kreisen da nicht vordringlich um das Wunder Jesu.
Jakob Fugger, früher Vorbote der Sozialen Marktwirtschaft?
Vor 500 Jahren, am 30. Dezember 1525, starb in Augsburg Jakob Fugger der Reiche, einer der einflussreichsten Kaufleute der Geschichte. Er war die schillernde Figur in einem europaweiten Handelsimperium, das vor allem im Abbau und Handel von Silber und Kupfer Konkurrenten wie die Welser ausstach und sich durch Kredite den Habsburger Kaiser Karl V. gefügig machte. Die Bewertung dieses herausragenden Kaufmanns und Unternehmers ist bis heute viel diskutiert.
Zum 500. Todestag: Mit Jakob Fugger zum Kern der Sozialen Marktwirtschaft
Der 500. Todestag Jakob Fuggers des Reichen erinnert nicht allein an eine der prägendsten Persönlichkeiten der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Vielmehr kann man heute auch eine Menge lernen von dem Leben und Wirken dieses großen Sohnes der Stadt Augsburg, etwa für die kriselnde Soziale Marktwirtschaft: Nach dem Zweiten Weltkrieg auf Basis vor allem christlicher Ideen ist sie entstanden als Weg zwischen libertärem Markt und Kollektivismus.
Zum 500. Todestag: Mit Jakob Fugger zum Kern der Sozialen Marktwirtschaft
Der 500. Todestag Jakob Fuggers des Reichen erinnert nicht allein an eine der prägendsten Persönlichkeiten der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Vielmehr kann man heute auch eine Menge lernen von dem Leben und Wirken dieses großen Sohnes der Stadt Augsburg, etwa für die kriselnde Soziale Marktwirtschaft: Nach dem Zweiten Weltkrieg auf Basis vor allem christlicher Ideen ist sie entstanden als Weg zwischen libertärem Markt und Kollektivismus.
Trumps Traum: Das Paradies auf Erden?
Amerika wieder groß machen, ist das Ziel des US-Präsidenten Donald Trump. Um das zu schaffen, muss er wissen, was Amerika ist. Dabei geht es nicht um Geografie und Grenzen. Sozialethisch betrachtet muss er den „American Dream“ einlösen. Denn der ist das Credo der USA, die kollektive Vision, die Identität stiftet und Menschen unter dem Sternenbanner eint. In der Unabhängigkeitserklärung vom 4.
Nein, Christen sollten kein rechtswidriges Kirchenasyl gewähren
Werke der Barmherzigkeit sind Christenpflicht. Das lehrt das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Auch müssen sich Christen in politische Fragen einmischen, wenn gegen Grundwerte des Christlichen verstoßen oder die Religion bekämpft wird. Die Institution des Kirchenasyls ist ein legitimes Instrument der Universalkirche, vor allem in Unrechtsstaaten christliche Moral über staatliches Gesetz zu stellen und dort Verfolgten Auswege anzubieten.
Elmar Nass: Für eine echte Friedensethik
Am 8. Mai 2025 jährt sich zum 80. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges. In friedensethischen Debatten unserer Tage mangelt es nicht an Emotionalität. Das ist angesichts der akuten Bedrohungsszenarien verständlich und angemessen. Allzu oft geht es dabei jedoch ideologisch und unversöhnlich zu. Vor allem die Haltung zu Russland und Themen wie Aufrüstung, Wehrpflicht oder Waffenlieferungen werden zum moralischen Lakmustest für den nunmehr links wie rechts vereinnahmten Friedenswillen.
Wofür sind wir bereit zu kämpfen?
In Deutschland wird über die schleichende Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Die CDU setzt auf eine Dienstpflicht, in die der Wehrdienst integriert wird. Fragen gibt es zur logistischen Umsetzung, zu möglichen politischen Mehrheiten und zur rechtlichen Ausgestaltung – auch mit Blick auf Frauen. Abgesehen davon ist zuerst die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens zu diskutieren. Christliche Sozialethik bietet dazu gewichtige Argumente und eine ganzheitliche Perspektive.
Contra: Sollte Deutschland mehr Milei wagen?
Das Ringen um gute Wirtschaftspolitik ist Teil des Kampfs der Kulturen. Wochen vor der Bundestagswahl erleben wir einen Schlagabtausch. Aus der linken Ecke hören wir den Etatismus, der auf Staatswirtschaft, Bevormundung, Verschuldung und staatliche Rundumversorgung setzt. Aus der rechten Ecke hören wir Rufe nach freiem Markt, Deregulierung, Bürokratie- und Sozialabbau mit Steuersenkungen. Ein Starboxer der Rechten ist der argentinische Präsident Javier Milei.
Krieg ist kein Segen
Die Ukraine hat das gute Recht, sich gegen die Aggression Russlands wirksam zu verteidigen. Darin stimme ich mit dem aus Polen stammenden Politikwissenschaftler Jerzy Maćków in seinem Artikel vom 21. November 2024 in der „Tagespost“ überein. Andere von dem in Regensburg lehrenden Politikwissenschaftler vertretene Positionen teile ich hingegen nicht.
Bitte keine faulen Koalitionskompromisse
Nach den bald bei uns anstehenden Wahlen wird wieder gerechnet, verhandelt und koaliert. Eine Partei allein wird die Mehrheit nicht erringen. Voraussetzung für eine gelingende Koalition ist nicht innige Freundschaft. Aber doch neben einer gemeinsamen inhaltlichen Basis auch eine Kultur des Vertrauens. In jüngster Vergangenheit gab es auf Länder- und Bundesebene Lehrstunden, wie man es besser nicht macht. Der Bruch der Ampel in Berlin war vorprogrammiert.
Gastbeitrag von Prof. Elmar Nass: E-Autos - wie VW mit dem China-Syndrom umgehen sollte
| Ein Kommentar von Prof. Elmar Nass | 16.08.2024 11:00 Uhr | Prof. Dr. Dr. Elmar Nass ist Prorektor am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften und gesellschaftlichen Dialog an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT). Zurzeit urlaubt er in Eilsum in der Krummhörn. Im Oktober erscheint sein Buch „Der globale Puppenspieler – Die Vision von Xi Jinping und eine Antwort der Freiheit“. Foto: Privat Bei China fallen vielen nur Menschenrechtsverletzungen ein.
Gastbeitrag von Prof. Elmar Nass: E-Autos - wie VW mit dem China-Syndrom umgehen sollte
Bei China fallen vielen nur Menschenrechtsverletzungen ein. Doch wie geht VW, einer der großen Arbeitgeber in Ostfriesland, mit dem schwierigen Handelspartner um? Ein Gastbeitrag aus ethischer Sicht. Lesedauer des Artikels: ca. 5 Minuten
Gastbeitrag von Prof. Elmar Nass: E-Autos - wie VW mit dem China-Syndrom umgehen sollte
| Ein Kommentar von Prof. Elmar Nass | 16.08.2024 11:00 Uhr | Prof. Dr. Dr. Elmar Nass ist Prorektor am Lehrstuhl für Christliche Sozialwissenschaften und gesellschaftlichen Dialog an der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT). Zurzeit urlaubt er in Eilsum in der Krummhörn. Im Oktober erscheint sein Buch „Der globale Puppenspieler – Die Vision von Xi Jinping und eine Antwort der Freiheit“. Foto: Privat Bei China fallen vielen nur Menschenrechtsverletzungen ein.
Zerstrittene Demokratie
Der US-Wahlkampf wirkt befremdlich. Das liegt nicht allein an den riesigen Geldsummen, die hier das Sagen haben. Wer gab vor vier Jahren noch einen Pfifferling auf Donald Trump? Nun ist er wieder obenauf. Europäische Regierungen fürchten eine neue Eiszeit der Beziehungen zu den USA. Und das angesichts der Bedrohungslagen durch Russland und China. Der greise Joe Biden klebte zu lange an seiner Machtoption. Erst auf der Zielgeraden räumt er das Feld. Vielleicht zu spät für seine Partei?
Soziale Marktwirtschaft statt entfesselter Kapitalismus
Wenn das kein Grund zur Freude ist! Zumindest für alle, die eine Abkehr von marktwirtschaftlichen Prinzipien und den schleichenden Siegeszug des Wohlfahrtsstaates leid sind: Als argentinischer Präsident verleiht der Preisträger Javier Milei der in Hamburg an ihn verliehenen Hayek-Medaille Glanz. Das erntet Zuspruch in liberalen und Widerspruch in linken Medien. Milei ist ein Konvertit. Als Ökonom lehrte er den Keynesianismus.
„Dignitas infinita“: Gender, Krieg und offene Fragen
Inhalt und Begründung der Menschenwürde sind Ausgangspunkt jeder Sozialethik. Mit der Erklärung „Dignitas infinita“ will das Dikasterium für die Glaubenslehre diesen Anker für Fragen gesellschaftlicher Orientierung wieder an die richtige Stelle bringen. War das jetzt nötig? Dass das christliche Menschenbild Grundlage für unser Verständnis von Würde und für die Wertebasis christlicher Sozialethik ist, das ist bekannt.
Elmar Nass: „Dignitas infinita“ gibt hilfreiche ethische Orientierungen
Mit der Erklärung „Dignitas infinita“ will das Dikasterium für die Glaubenslehre den Anker ethischer Orientierung wieder an die richtige Stelle bringen. Das ist gut so. Denn damit macht die Glaubensbehörde das Profil christlich verstandener Menschenwürde für jedermann sichtbar: mit Inhalt und Begründung. Damit zieht sie zugleich rote Linien zur Abgrenzung von solchen Berufungen auf die Menschenwürde, welche von der Kirche moralisch verworfen werden.
Für eine neue Glaubwürdigkeitskultur
Nicht nur die Kirche, auch die deutsche Regierung und ihre Parteieliten haben ein gehöriges Glaubwürdigkeitsproblem. Ein sich ausbreitendes Misstrauen in die Politik ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Dazu ein Beispiel: Anders als bei unseren Nachbarn ist die deutsche Wirtschaft bekanntlich auf Talfahrt.
Elmar Nass: Gottes Abbild braucht Bildung
Ein soziales Pflichtjahr soll manche Probleme lösen. Die hat Deutschland nun wirklich genug. Bundespräsident und Bundesverteidigungsminister sprechen sich inzwischen dafür aus. Ein Gemeinwohldienst für junge Bürger soll die mangelnde Wertschätzung für Bundes- und Feuerwehr, für Polizei und Rotes Kreuz steigern. Er soll die Toleranz unter den Bildungsschichten fördern. Er soll auch einen Beitrag leisten zur Wehrhaftigkeit Deutschlands angesichts neuer Bedrohungslagen in Europa und weltweit.
Die Ökologie des Menschen muss gewahrt bleiben
Die Ökologie des Menschen, die Papst Benedikt in seiner epochalen Rede im deutschen Bundestag am 22. September 2011 als normatives Leitbild für Mensch, Politik und Gesellschaft gut begründet profilierte, ist uns heute mehr denn je ein verlässlicher Kompass in vielen ethischen Fragen unserer Zeit. Orientierungskraft gewinnt der Kompass durch eine normative Idee der menschlichen Natur, eine überzeugende Begründung unbedingter menschlicher Würde und die Fundierung solcher Ethik im Heilsplan Gottes.
Wie kann man heute Theologie betreiben?
Theologie als Wissenschaft lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht garantieren kann. Deren Essenz versteht sich als eine axiomatische Ewigkeitsentscheidung zugunsten des der Theologie vorgegebenen Wertegehalts ihrer grundlegenden Thesen. Mit dieser sprachlichen Anlehnung an Ernst-Wolfgang Böckenförde gilt für eine verantwortliche Theologie Gleiches wie für den freiheitlich-säkularen Staat: die Bindung ihrer Freiheit an vorpositive Werte.
Mehr Mut zur Leistung
Wirtschaftlicher Erfolg stockt in Deutschland: hohe Inflation und Tarifabschlüsse, marode Infrastruktur, fehlende Netzstraßen, existenzgefährdende Energiepreise, immer mehr Bürokratie, staatliche Reglementierungen und Umverteilungsszenarien. Das Ergebnis: Eintrübung wirtschaftlicher Erwartungen, Insolvenzen und Abwanderung von Leistungsträgern. Ohne wirtschaftlichen Erfolg gibt es keinen Wohlstand, keinen Sozialstaat und auch keinen Klimaschutz.
Burning bright or burning out: a qualitative investigation of leader vitality
Jamie Shapiro* Claremont Graduate University, Claremont, CA, United States Introduction: Leaders of organizations have incessant demands placed on them, including cultivating teams, building culture, and increasing the bottom line, in addition to caring for followers’ well-being and thriving. Numerous resources are required to meet these continuous demands, and vitality is one of the most valuable.
Ablösung der Staatsleistungen ohne Gegenleistung?
Staatsleistungen Der alte Zopf des Kirchensozialismus gehört ab. Eine Replik auf Bernhard Emunds . Schon lange fordern Kirchenkritiker hierzulande die Beendigung der sogenannten Staatsleistungen an die großen Kirchen. Und zwar ohne irgendeine Gegenleistung. Jetzt fordert dies mit Bernhard Emunds auch ein katholischer Lehrstuhlinhaber. Emunds ist Professor für Christliche Gesellschaftsethik und Sozialphilosophie an der Hochschule St. Georgen und Leiter des dortigen Nell-Breuning-Instituts.
Sustainable employability and work engagement: a three-wave study
Introduction Owing to the aging population (OECD, 2021) and the shortage of competent young employees, the concept of sustainable employability (SE), has lately attracted substantial attention–particularly in many developed countries (Gürbüz et al., 2022a). Since an aging workforce is more prone to experience age-related health complaints, enhancing a worker’s SE is an important topic from both organizational and workers’ perspectives (Truxillo et al., 2015).
Christlich-sozialer Blick auf Wohlstand
Die ersten Ideen zu einer Steuerreform, die von der Fachkommission Wohlstand zum CDU-Grundsatzprogramm angestellt wurden, haben reichlich medialen Wirbel ausgelöst. Christian Lindner stürzte sich darauf mit der Behauptung, die CDU wolle womöglich die Mittelschicht noch mehr belasten. Wer dagegen die Entwürfe liest, sieht sofort, dass solche Empörung nichts weiter war als populistisches Getöse.
Roboterethik en Japón y Europa: ein Kulturenvergleich
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Verdis „Öko-Streik“
Öko-Themen von „Fridays for future“ bestimmten den letzten Streik-Freitag von Verdi. Was soll daran schlimm sein? Schließlich ist der Klimawandel eins der drängendsten Probleme unserer Zeit. Also scheint es nur gut, wenn die Gewerkschaft im Rahmen der aktuellen Tarifauseinandersetzungen diesen Themen durch ein Paktieren mit Klimaaktivisten mehr Gehör verschafft. Für dies scheinbar übergeordnetes Ziel wurde das Streikrecht über seine eigentlichen Grenzen hinaus ausgelegt.
Gewissensspiegel für die EZB
Jeder ist betroffen von der aktuellen Inflation. Die Gründe für die Preissteigerungen sind hoch komplex. Die Inflation zu bekämpfen ist Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB). So ist es in den europäischen Verträgen geregelt. Geldpolitik hat also ein klares Ziel. Preisstabilität ist auch ein normativer Wert. Deshalb braucht es neben weit verbreiteter Pragmatik eine Ethik der Geldpolitik. Das Portfolio der EZB braucht einen Gewissensspiegel.
Warum Ungleichheit fair sein kann
Soziallehre Mehr Umverteilung schafft nicht mehr Gerechtigkeit. Als sozial gerecht gelten gemeinhin finanzielle Transfers von Reichen an Arme: Mehr materielle Gleichheit ist das populäre Ziel.
Should Christians kill?
By Elmar Nass | Wednesday, November 02, 2022 The current war in Ukraine reignites the debate over whether Christians should be pacificists or if they have a responsibility to fight and therefore defend themselves. Christian pacifists consider fighting a betrayal of the message of Jesus’ Sermon on the Mount, which is deeply rooted in our social morality and remains the ultimate reference of Christian moral judgment.
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