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Articles by Florian Gasser
Geheimdienste: Wenn Spione pleite sind
Deutschland hat einen Skandal um seinen früheren Oberspion an der Hacke, in Österreich kennt man sich mit Geheimdienstproblemen leider gut aus. Und: Wer liest Gedichte? Der Ex-BND-Chef August Hanning soll jahrelang Geheimdienstinformationen weitergegeben haben. Es geht um Tausende Dokumente, um mögliche Verbindungen nach Aserbaidschan und China und um finanzielle Probleme Hannings in Litauen.
Servus. Grüezi. Hallo. / Geheimdienste : Wenn Spione pleite sind
August Hanning, hier bei einer Anhörung im Bundestag im Jahr 2008: Er wird beschuldigt, jahrelang Geheimnisse verraten zu haben. Der Ex-BND-Chef August Hanning soll jahrelang Geheimdienstinformationen weitergegeben haben. Es geht um Tausende Dokumente, um mögliche Verbindungen nach Aserbaidschan und China und um finanzielle Probleme Hannings in Litauen. Wir dröseln den Fall auf, erzählen von Durchsuchungen bei einem österreichischen Geheimdienst und anderen verräterischen Spionen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Markus Marterbauer : Jetzt hängt’s an ihm
Man kann sich über die SPÖ wahnsinnig gut lustig machen. Über diese linke Partei, die sich von einem aus Übersee angereisten Multimillionär im fortgeschrittenen Pensionsalter vor sich hertreiben ließ (oder lässt?). Darüber, dass die Sozialdemokraten in einer Art politischem Blutrausch ihren Vorsitzenden abmontierten, ohne einen Nachfolger zu haben. Über den glücklosen Parteichef Andreas Babler, der sich erst weigerte zu gehen. Über die etwas hatscherte, also holprige Übergangslösung.
Bewerbung um olympische Spiele: Die Alpen sind wieder bereit für Olympia
München will sie haben, die Schweiz auch: Woher kommt die neue Lust auf Olympia und wie stehen die Chancen? Außerdem: Die Hallo-fizierung des Alpenraums. Deutschland hat entschieden, sich mit München für die Olympischen Sommerspiele zu bewerben. 2036, 2040 oder 2044 könnte es soweit sein. Auch eine klare Mehrheit der Bevölkerung ist dafür, anders als bei früheren Abstimmungen. Woran liegt das?
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Gerhard Zeiler : Da kommt keiner mehr heil heraus
Eigentlich hätte es ein ziemlich normaler Freitag werden sollen. Wiens Bürgermeister Michael Ludwig saß gerade am Flughafen in Köln, auf dem Weg zurück nach Wien. Und SPÖ-Chef Andreas Babler sollte gleich ein Video zur Spritpreisbremse für seine Social-Media-Kanäle aufnehmen. Natürlich, seit Wochen wurde da und dort getuschelt, ob Gerhard Zeiler einen Putsch in der Partei plane. Aber ganz ehrlich: ein Umsturz in der SPÖ, davon wird alle paar Monate mal erzählt, seit vielen Jahren.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Salzburger Festspiele : Zu beneiden ist er nicht
Es gibt Jobs, die wirken wie Traumpositionen, und trotzdem will sie keiner haben. Deutscher Bundeskanzler ist so einer. Oder Intendant der Salzburger Festspiele. Das österreichische Festival hat aber immerhin eine seiner turbulenteren Zeiten schon hinter sich. Nun soll es jemand wieder in ruhigere Gewässer führen: Peter de Caluwe. Der 63-jährige belgische Opernmanager wird ab Herbst 2027 die künstlerische Leitung in Salzburg übernehmen. Beneiden muss man ihn darum nicht.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Herbert Kickl und die AfD : Bussi oder baba?
Obwohl man ihn kennt, seine Sprache, seine Leibthemen, seinen Habitus, sagt Herbert Kickl manchmal trotzdem etwas, womit niemand gerechnet hat. Etwas, von dem er ganz bestimmt wusste, dass es alle irritieren würde. Ein Überraschungsmoment. Diesen Montag war es wieder einmal so weit. Sein ORF-Sommergespräch, das vielleicht wichtigste politische Fernsehinterview des Jahres, neigte sich schon dem Ende zu, als Herbert Kickl auf die AfD angesprochen wurde.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Karl Nehammer : »Remigration bedeutet Gewalt«
Karl Nehammer verteidigt seinen Rücktritt als Kanzler als seltene politische Härteprobe mit Rückgrat. Im Interview erzählt er chronologisch vom gebrochenen Regierungs-Poker nach der Wahl 2024, von seinem Nein zu Herbert Kickl und davon, warum für ihn ein Wahlversprechen kein PR-Snack, sondern eine Frage von Haltung, Vorbild und republikanischer Hygiene war.
Rechtspopulismus: Haider in Magdeburg
Die AfD könnte die Brandmauer überspringen, was weiß man aus der Schweiz und Österreich über regierende Rechtspopulisten? Und: Grammelschmalz, Goldsaft, Cenovis! In Deutschland gibt es (fast) nur ein Thema: die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt. Dort steht die AfD in Umfragen bei mehr als 40 Prozent und könnte womöglich sogar alleine regieren. Was hat sie vor, was hieße das für das Land, und inwiefern ist das mit den Regierungen der FPÖ in österreichischen Bundesländern vergleichbar?
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Neos in Österreich : Ihre harte Schule
Es ist Montagabend, Beate Meinl-Reisinger sitzt im Studio des ORF: weiße Bluse, darüber ein offener roter Blazer. Rot-weiß-rot, wie die Flagge Österreichs. Man darf ihr Outfit ruhig als Botschaft verstehen, schließlich will Meinl-Reisinger eine moderne Patriotin sein. Als Chefin der Liberalen ist sie jetzt eine Staatsfrau, seit anderthalb Jahren Außenministerin. Auf der großen Bühne, angekommen in jener Rolle, die sie immer angestrebt hatte.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Leonore Gewessler : Der grüne Spurwechsel
Selbst für eine Grüne kann eine Hitzewelle zum unpassenden Zeitpunkt kommen. Leonore Gewessler, die Chefin der österreichischen Grünen, sitzt am Montag im ORF-Sommergespräch. Es ist wohl ihr wichtigster Termin in diesem Jahr, eine größere Bühne wird sie heuer kaum mehr bekommen. Und eigentlich würde sie jetzt gerne darüber sprechen, dass ihre Partei weit mehr ist als eine Ökobewegung.
Servus. Grüezi. Hallo. / Wassermangel : Es stinkt am Bodensee
Auf dem Trockenen: der Bodensee bei Triboltingen (Schweiz) Rekordniedrigstände in Flüssen und Seen, Pool- und Autowaschverbote: Es herrscht Wassermangel in vielen Regionen in Deutschland und Österreich. Und zwar auch dort, wo es noch vor Kurzem hieß, die Vorräte seien unerschöpflich. Wie kommt es zu der plötzlichen Krise? Wir sprechen über stinkende Ufer am leeren Bodensee, über die Rolle von Kunstschnee und mögliche Einschränkungen für die Industrie. Außerdem bei Servus. Grüezi.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Wolfgang Palaver und Peter Thiel : Der Theologe und der Milliardär
Immerhin ist die Du-oder-Sie-Frage zwischen dem Tiroler Theologen und dem amerikanischen Milliardär mittlerweile geklärt. Weil, so ganz klar war es Wolfgang Palaver selbst nicht, wie Peter Thiel und er zueinander stehen. Bei einem Videocall vor wenigen Tagen sprach Thiel ihn auf Deutsch an – und zwar per Sie. »Wenn wir bis dahin englisch gesprochen haben, waren wir gefühlt beim Du«, sagt Palaver.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Alpenhütte aus der Kindheit : Der Junge in Lederhosen kehrt zurück
Der Artikel erzählt von einer nostalgischen Reise zu einer Berghütte in Osttirol, die mit Kindheitserinnerungen und aktuellen Eindrücken verbunden ist. Der Autor reflektiert über die Veränderungen, die die Hütte im Laufe der Jahre durchgemacht hat, von urigen Plumpsklos zu modernen Annehmlichkeiten. Dabei wird auch die Rolle von Hütten im alpinen Tourismus beleuchtet, die für Bergromantik und Idylle stehen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Bürgermeisterin in Graz : Der rote Fleck
Um zu verstehen, was die österreichische Steiermark politisch so besonders macht, hilft ein Gedankenspiel: Man muss sich vorstellen, ein deutsches Bundesland würde von einem AFD-Mann als Ministerpräsident geführt. Dessen Hauptstadt wiederum wäre fest in der Hand einer Politikerin der Linken. Was für Deutschland noch wie eine mittelferne Zukunft klingt, ist in der Steiermark mittlerweile Alltag.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Krise im ORF : ORF
Es gibt eine recht abgedrehte Sitcom aus den 1990er-Jahren, News Radio. Sie war mäßig erfolgreich, Joe Rogan, heute einer der erfolgreichsten Podcaster der Welt, hatte da eine frühe Rolle. Es geht um die Redaktion eines New Yorker Nachrichtenradiosenders, um dessen leicht durchgeknallten Besitzer, ein paar journalistische Diven und um Redakteure, die anständigen Journalismus machen wollen. Es war eine Serie, die, wie es in einer Kritik hieß, »gelegentlich unverhohlen absurd wurde«.
Servus. Grüezi. Hallo. / Arbeitsbedingungen von Lieferdienstfahrern : Schauen Sie Ihrem Lieferdienstfahrer doch mal ins Gesicht
Festangestellt? Ein Lieferando-Fahrer in Berlin Schwarzarbeit, Missbrauch am Wohnungsmarkt, dubiose Hochschulberater: Eine ZEIT-Recherche hat die ausbeuterischen Verhältnisse aufgedeckt, unter denen viele Essensauslieferer in Deutschland arbeiten. Wir erklären, wie das System funktioniert und warum es so schwer lahmzulegen ist. Was man auch daran sieht, dass in Österreich zwar einiges anders geregelt, aber längst nicht alles besser ist. Außerdem in dieser Zweier-Folge von Servus. Grüezi.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Helmut Marko : »Es war Pech. Aber ich war am Leben«
DIE ZEIT: Herr Marko, die Fahrer in der Formel 1 werden immer jünger, Mercedes-Mann Kimi Antonelli ist 19 Jahre alt und hat gerade erst seinen Führerschein gemacht. Haben Sie im vergangenen Dezember bei Red Bull aufgehört, weil Sie den Dialog mit der Jugend nicht mehr führen wollten? Helmut Marko: Nein. Der Grund war die Enttäuschung darüber, dass wir 2025 die Weltmeisterschaft nicht gewonnen haben. Daraus wollte ich für mich die Konsequenzen ziehen. ZEIT: Das ist die ganze Geschichte?
Servus. Grüezi. Hallo. / Wal in der Ostsee : Timmy, Tilli und die Wal-Freiheit
Er macht den Wal richtig nass. Schwimmt er sich frei? Kann man ihn retten? Eine skurrile Gruppe von Helfern versucht, den gestrandeten Wal an der deutschen Ostseeküste zu retten. Mittendrin: ein schillernder Landesminister, zwei Millionäre und irgendwie auch die AfD. Was sich gerade vor der Insel Poel abspielt, kann man kaum erklären. Wir versuchen es für unsere südlicheren Hörer trotzdem.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); "4000 Jahre Niederlagen" : Scheitern? Können wir voll gut
Die Schönheit des Scheiterns ist tief in die österreichische Kultur eingebrannt. Man verliert hier vielleicht nicht lieber als anderswo, aber man hat sich so sehr daran gewöhnt, dass aus der schönen Niederlage eine eigene Kunstform geworden ist. Selbst eines der wichtigsten Bücher der österreichischen Literatur ist ein Manifest des Scheiterns: Robert Musils Mann ohne Eigenschaften.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Die Sprachen der Alpen : Herrlich, dieses Kauderwelsch!
Das Gurinerdeutsch im Tessin ist dem Untergang geweiht. Doch das heißt es bereits seit Generationen. Es ist warm auf dem Bänkli vor dem Walsermuseum in Bosco Gurin. Rundum liegt noch Schnee, doch die Frühlingssonne scheint bereits kräftig. Das Museum ist eines der ältesten Häuser im Alpenraum. 1386 erbaut, ist es seit 1938 der Ort, wo an die spezielle Geschichte und Sprache dieses Tessiner Dorfes erinnert wird.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Florian Aigner : "Gefühle gehören auch zur Wirklichkeit"
DIE ZEIT: Herr Aigner, in Österreich gibt es eine Debatte, welche Fächer an Schulen unterrichtet werden sollen – Latein steht gerade auf dem Prüfstand. Sollte auch Physik vom Lehrplan gestrichen werden? Florian Aigner: Da bin ich natürlich dagegen. (lacht) ZEIT: Wenig überraschend. Aigner: Ja, wobei ich halt wichtig finde, dass man lernt, naturwissenschaftlich zu denken. Ob die Kinder das mit Chemieexperimenten, Mikroskopieren oder Physik tun, ist zweitrangig. Die Denkweise ist entscheidend.
Victor Weisskopf: Er wollte Werner Heisenberg entführen
Victor Weisskopf war ein brillanter Wissenschaftler, ein kluger Kopf, stolze 22 Mal für den Nobelpreis nominiert. Aber da war auch diese eine Idee, so kühn, dass er später nur ungern an sie erinnert wurde. Herbst 1942, die Welt befand sich mitten im Krieg, und der junge, aus Wien vertriebene Physiker Victor Weisskopf schrieb einen Brief an J. Robert Oppenheimer.
Margit Schratzenstaller: "Natürlich lässt man sich ungern in die Bücher schauen"
DIE ZEIT: Frau Schratzenstaller, der Bund hat 2025 um 3,7 Milliarden Euro besser abgeschlossen als gedacht. Ist das die erste gute österreichische Budgetnachricht seit Langem? Margit Schratzenstaller: Ja, zumindest aus Sicht des Bundes. ZEIT: Wie kam das? Schratzenstaller: Steuereinnahmen und Konjunktur sind besser gelaufen als gedacht, und es gab einen strikteren Budgetvollzug. ZEIT: Was bedeutet das? Schratzenstaller: Man hat weniger ausgegeben als gedacht.
Obdachlosigkeit: Wie Obdachlose durch den Winter kommen
Obdachloser verstirbt in seinem Zelt dieses Zelt Zelt stand dort bereits am 03 Januar 26 im Schnee bei frostigen Munusgraden auf der verschneiten Hamburger Lombartsbruecke, Am Mittag wurde in einem Zelt an der Lombardsbr¸cke ein toter Obdachloser entdeckt. Woran der Mann verstorben ist muss nun in der Rechtsmedizin gekl‰rt werden Hamburg Deutschland Hunderttausende Menschen leben in Deutschland auf der Straße oder sind in Notunterkünften untergebracht.
SPÖ-Parteivorsitz: Das Gerücht war besser als der Plan
Jetzt ist schon wieder nichts passiert. Dabei surrte der Bassenatratsch, die Wiener Variante des Flurfunks, seit Monaten in der Stadt. Christian Kern, der ehemalige sozialdemokratische Kanzler, der bei seinem Antritt 2016 gar als "Alpen-Obama" bezeichnet wurde, plane das große Comeback, hieß es überall hinter vorgehaltener und nicht ganz so vorgehaltener Hand. Die Truppe, die vor ein paar Jahren den Burgenländer Hans Peter Doskozil zum Parteichef küren wollte, zimmerte nun eifrig am Coup mit Kern.
Christian Stocker: Ein Kurz ist er nicht
Kurz bevor es losgeht, fällt erst einmal der Ton aus. Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker wäre schon bereit für seine große Rede zur Lage in Österreich, doch er muss noch warten. Gemeinsam mit ein paar Hundert Gästen, vor allem Parteiprominenz, die sich am Freitag in der Wiener Metastadt versammelt haben, einem Veranstaltungszentrum in Transdanubien – also jenseits der Donau.
Herbert Kickl: "Der hochgelobte Kompromiss ist in Wahrheit nix anderes als der politische Kuhhandel"
Irgendwann in ein oder zwei Jahrzehnten wird man vielleicht auf den vergangenen Samstag zurückschauen als einen Wendepunkt in der österreichischen Politik. Herbert Kickl hielt da seine Rede beim Neujahrstreffen der FPÖ. Und er verkündete, wie er künftig gedenke, Politik zu machen: ohne Kompromisse. Hat er sich damit den Weg zur Kanzlerschaft verbaut? Ganz und gar nicht. Er hat seine Radikalität für unverhandelbar erklärt. 70 Minuten hat Kickl in Klagenfurt gesprochen.
Herbert Kickl: Der Noch-nicht-Kanzler
Wenn Herbert Kickl ein Mikrofon vor sich hat, tut er das, was er am besten kann: Er teilt politischen Gegnern mit, wie sehr er sie verachtet. Am Samstagvormittag, beim Neujahrstreffen seiner Freiheitlichen Partei in Klagenfurt, steht er auf einer viel zu großen Bühne, mit einem riesigen Videoscreen im Rücken, und holt zum Rundumschlag aus.
Habsburger: Mehr Drama geht gar nicht
Immer wieder tauchen die Habsburger in der österreichischen Gegenwart auf – spätestens zu Weihnachten, wenn Romy Schneider die ewige Kaiserin der Herzen spielt. Heuer war es kein Film, aber eine filmreife Geschichte, die das Erbe der Monarchie aktuell machte: Der Florentiner war wieder da, jener Superdiamant, verschollen geglaubt und angeblich sogar zersägt. Und das Familienoberhaupt Karl Habsburg saß im ORF und erklärte, warum das Juwel keinesfalls der Republik gehöre.
Belagerung Wiens 1683: Die Propagandaschlacht ist nicht zu Ende
Seit Mitte Juli steht Wien unter Beschuss. Es ist Herbst im Jahr 1683, und osmanische Soldaten heben Gräben und Sprengstollen bis an die Stadtbefestigung aus. Das Hauptlager ihres Oberbefehlshabers Kara Mustafa liegt auf der Schmelz, die damals aus Wiesen und Ackerflächen besteht, westlich über der Inneren Stadt. Von der Höhe überblickt Mustafa die eigenen Stellungen und das Ziel seines Angriffs. Wenige Tage nach Beginn der Belagerung war Wien vollständig eingeschlossen.
Bertha von Suttner: "Nu, Katile, freust dich?"
Bertha von Suttner, eine Vorreiterin des Friedens, deren Werk "Die Waffen nieder!" bis heute nachhallt, wird zum Jubiläum ihres Friedensnobelpreises von Historiker Georg Hamann in einem neuen Buch gewürdigt. Hamann beleuchtet die reisende und humorvolle Seite der Friedensaktivistin, die sich für eine Welt ohne Kriege einsetzte. Durch Postkarten und Tagebücher aus ihrem Nachlass erfährt man von Suttners Alltagszumutungen und ihrem Engagement für den Frieden.
Jack Falkner: Wem gehören die Alpen?
Jack Falkner, der einflussreiche Touristiker im Alpenraum, wird als "Talkaiser" bezeichnet und ist maßgeblich für den Aufstieg von Sölden verantwortlich. In dem Tiroler Tal ist Macht eng mit Politik, Wirtschaft und Familie verflochten, wobei die Bergbahnen das Schicksal bestimmen. Falkner hat sich immer wieder gegen Widerstände durchgesetzt, sei es bei der Inszenierung des Hannibal-Spektakels oder in Konflikten mit anderen Machthabern.
Harald Mahrer: Der Jedi tritt ab
Darth Vader, der Bösewicht aus Star Wars, hat seinen eigenen Sound. Wenn er um die Ecke biegt, erklingt der Imperial March. Bei Harald Mahrer war es still – und trotzdem ein Machtbeweis. Als er vergangene Woche per Videobotschaft seinen Rücktritt als Präsident der Wirtschaftskammer bekannt gab, ertönte zwar keine Musik, aber es war der Auftritt eines Mannes, der weiß, wie man sich in Szene setzt: Ich gehe so, wie ich es möchte. Und zwar nicht per Pressekonferenz mit lästigen Nachfragen.
"Florentiner"-Diamant: Er ist wieder da
Eigentlich wollten die Österreicher ihre Habsburger hinter sich lassen. Endgültig. Per Gesetz. Im April 1919 wurde beschlossen: Der Besitz der Dynastie wird zum Staatsvermögen, die Mitglieder des Hauses werden verbannt (es sei denn, sie verzichten auf ihre Thronansprüche) und ihnen wird jegliche politische Betätigung verboten. Zeitgleich trat das Adelsaufhebungsgesetz in Kraft. Die Klasse der Aristokraten wurde abgeschafft. In Österreich gibt es seitdem keine "von" und "zu" mehr. Wozu auch?
Lebensqualität in Österreich: Österreich, aber neu
Ist es eine blöde Frage, die wir auf den Titel dieser Ausgabe geschrieben haben? Ob man in diesem Land gut lebt – das ist doch offensichtlich! Es gibt wenige Länder auf der Welt, in denen man freier, gleicher, sicherer und besser lebt. Die Hauptstadt gilt immer wieder als lebenswerteste Stadt der Welt und rutscht nur zwischendurch mal hinter Orte wie Zürich oder Kopenhagen zurück.
Stephanie Krisper: Politiker können ganz schön eigensinnig sein
Stephanie Krisper hat lange Menschenrechtspolitik für die liberalen Neos im österreichischen Parlament gemacht. Aber jetzt gibt sie ihr Mandat ab, weil sie seit der Regierungsbeteiligung ihrer Partei darin keinen Sinn mehr für sich sieht. Solche politische Eigensinnigkeit kommt immer wieder vor, auch in Deutschland. Manche dieser Abweichler gründen sogar neue Parteien (Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht), andere versetzen sie ihre Parteien von innen unter Spannung.
Pensionsreform in Österreich: "Teilzeit im Alter ist ein Werkzeug"
DIE ZEIT: Seit 2024 wird das Pensionsantrittsalter von Frauen jährlich um ein halbes Jahr erhöht. Sie haben die Folgen untersucht: Die Arbeitslosigkeit von Frauen über 60 ist in nur zwölf Monaten um 136 Prozent gestiegen. Das klingt dramatisch. Stefan Schiman-Vukan: Stimmt, ja. ZEIT: Steckt hinter dieser Zahl ein sozialer Notstand? Schiman-Vukan: Ich würde sagen: nein. Der Sprung wirkt groß, weil es vorher einfach nicht viele arbeitslose Frauen über 60 gegeben hat.
Die Entdeckung der Menopause
Bücher, Podcasts, Reels, Cremes: Die Menopause ist gerade überall. Sie betrifft ja auch Millionen Frauen in unseren Ländern. Die keine Lust mehr haben, darüber zu schweigen. Das verändert auch den gesellschaftlichen Umgang mit den Wechseljahren. Es geht um ein anderes Medizinstudium, um einen anderen Arbeitsmarkt, und um ein Milliardengeschäft. Wir diskutieren die neue gesellschaftliche Sichtbarkeit der Menopause und ihre Folgen. Außerdem bei "Servus. Grüezi. Hallo.": Krimis aus den Alpenländern.
Wo bleibt der Generationenkonflikt?
Es kommen immer weniger Junge auf immer mehr Alte: In Deutschland, der Schweiz und Österreich verschiebt sich das Verhältnis zwischen den Generationen. Aber weil unsere Rentensysteme jeweils anders funktionieren, sind auch die Folgen jeweils andere. Wir sprechen beim Liveauftritt im Stadtcasino Basel über milliardenhohe Steuerzuschüsse und die politische Übermacht der Alten - aber auch über andere Aspekte eines möglichen Generationenkonfliktes.
Gehen Sie weiter, es gibt nichts zu sehen
Österreichs Neutralität gilt als unumstößlich. Doch nicht nur wegen der neuen Drohungen aus Russland gegen Wien sollte sie zur Debatte stehen. Schließen Bundeskanzler Stocker ignoriert Medwedews Warnung vor Nato-Beitritt Österreichs und betont die Neutralität. Die Debatte um die Neutralität wird von FPÖ polarisiert, während die Realität neue Herausforderungen bringt. Österreichs Standpunkt wird von Russland getestet, was eine überfällige Diskussion über die Sicherheitsstrategie auslöst.
Und was ist bei Euch seit 2015 passiert?
Mehr als eine Million Menschen kam 2015 und 2016 nach Deutschland, mehr als 100.000 kamen nach Österreich. Und vieles, was heute in unseren Ländern politisch wirkt, hat damals begonnen oder Fahrt aufgenommen. Wir diskutieren, ob der Umgang mit der Flüchtlingskrise damals richtig war, wie gut die Integration geklappt hat - und warum die Schweiz mit alldem eigentlich fast nichts zu tun hatte. Außerdem bei Servus. Grüezi.
Schluss mit Honeymoon?
Von Christian Bartlau Zum Beispiel die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium. Drei Wochen ist es her, da saß Elisabeth Zehetner in der ZiB1, das Thema: Braucht es Preisdeckel gegen die Inflation? Die Antwort der ÖVP-Frau: "Das ist auch etwas, was die Menschen beschäftigt, deswegen werden wir als Regierung überlegen, was die geeigneten Maßnahmen sind." Die Regierungsklausur nächste Woche, so streuen es Parteistrategen in der Presse, soll zum "Anti-Teuerungsgipfel" werden.
Wie das Schwingen seine Unschuld verlor
In Mollis steht an diesem Wochenende das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest an, 500.000 Menschen werden erwartet, der SRF überträgt 20 Stunden. Dabei weiß außerhalb der kaum jemand über das Schwingen Bescheid, diesen sehr schweizerischen Sport. Wir erklären, worum es geht, wie Schwingen zuletzt so groß wurde, warum man es als "erfundene Tradition" bezeichnen kann - und erzählen von den merkwürdigen Hauptgewinnen. Außerdem bei Servus. Grüezi.
Erst auf Tirol schimpfen, dann Tirol kopieren
An zehn Anschlussstellen der Autobahnen südlich von München darf man bei Stau seit einigen Tagen nicht mehr abfahren. Das soll die umliegenden Dörfer vom Ausweichverkehr entlasten. Damit kopiert Bayern eine Maßnahme, die in schon seit 2019 Praxis ist - und auf die die bayerische Regierung bis hoch zum damaligen und heutigen Ministerpräsidenten Markus Söder lautstark geschimpft hatte. Heißt in der Verkehrspolitik von Tirol lernen, siegen lernen?
Make Switzerland small again
Die EU hat einen Zolldeal mit den USA, die nicht. 39 Prozent Strafzoll hat ihr Donald Trump aufgebrummt, und das ausgerechnet am Nationalfeiertag. Wir diskutieren, ob die Schweiz sich verzockt hat, wieso die Berner Schmeicheleien gegenüber Washington doch nicht gefruchtet haben und fragen uns, ob ein Fußballfunktionär nun noch das Schlimmste ausputzen kann. Außerdem bei Servus. Grüezi. Hallo.: Ohne gäbe es das wichtigste Album von Ozzy Osbourne und Black Sabbath nicht.
Alpenpodcast: Sitzenbleiben!
3,7 Prozent einer Klasse werden in Österreich nicht versetzt, so die Statistik. Das ist deutlich mehr als in der Schweiz und in Deutschland. Pädagogen halten das Sitzenbleiben mehrheitlich für völlig falsch, es kostet Geld und stigmatisiert. Aber gibt es auch Gründe, die dafür sprechen, aus Sicht von Lehrerinnen, Schülern, Politik? Wir diskutieren darüber und über die eklatanten Unterschiede zwischen unseren Ländern. Außerdem bei Servus. Grüezi. Hallo.: Der Boom der Klimaanlagen.
Der Tod des Abendbrots
Die Schweizer sind erst zwischen 19 und 20 Uhr dran, die Deutschen schon ab 18 Uhr: Wann in unseren Ländern abends gegessen wird, unterscheidet sich angeblich deutlich. Aber haben die Essenszeiten nicht mehr mit Lebensphasen zu tun? Und kann es sein, dass gerade junge Leute mit dem traditionell kalten Abendbrot nicht mehr viel anfangen können? Wir diskutieren die abendlichen Essensgepflogenheiten in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Außerdem bei Servus. Grüezi.
FrauenfuĂball ist auch nicht mehr, was er mal war
Am 2. Juli beginnt in die Fussball-Europameisterschaft der Frauen in der . Österreich ist nicht mal dabei, Deutschland macht sich Hoffnungen, und bei der Schweiz gab es schon einige Dramen. Wir diskutieren, wie dramatisch sich der Frauenfussball zuletzt verändert hat, ob es dabei ein anderes Verhältnis zum Kommerz gibt, und wie viel die Stadien wohl werden. Außerdem bei Servus. Grüezi.
Ã-sterreich und die Schrotflinten
Bei der Musterung wurde er nicht für tauglich befunden, eine Waffe zu tragen, und doch hat der Attentäter von Graz welche bekommen. Wie kann das sein? Wir sprechen über die eher lockeren Regeln für Waffenbesitz in Österreich und über die nun diskutierten Reformen. Denn bisher musste man sich für Schrotflinten nur registrieren, mehr nicht. Das ist in Deutschland schon lange strenger, auch wegen früherer Attentate und Amokläufe.
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