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Articles by Hansgeorg Hermann
Der Kapitalist wählt rechts
Frankreichs Bosse haben sich am Donnerstag nachmittag in Paris das zweifelhafte Vergnügen gegönnt, die angeblich wichtigsten Kandidaten – fünf Männer, zwei Frauen – für die Präsidentschaftswahl im kommenden April unter die Lupe zu nehmen. Die drei Stunden lange, vom Unternehmerverband Medef organisierte und im TV übertragene Veranstaltung in der Tennisarena »Roland Garros«, wo sonst harte Schmetterbälle krachen, geriet zum Langweiler.
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Die verurteilte Straftäterin Marine Le Pen könnte Frankreichs nächste Staatschefin werden. Aufgrund einer gespaltenen Linken tritt sie im zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahl 2027 wahrscheinlich gegen einen anderen rechten Kandidaten an * Foto: Manon Cruz/REUTERS
Faschismus: Griechische Beute
Die Parallelen sind nicht zu übersehen: Die Griechen wurden in den Jahren nach 2008 nicht zum ersten Mal Beute und gesellschaftspolitisches Labor des europäischen und US-amerikanischen Finanzkapitals. Was die Menschen an den Ufern der Ägäis bis hinein in die jüngste Gegenwart erleben – schamlose Ausbeutung der Arbeitskraft, Vernichtung der Sozialsysteme und militärische Aufrüstung –, kannten ihre Großväter bereits in den 1930er Jahren.
Pierre-Edouard Stérin: Fragen »höflich« weggelächelt
Seine politischen Ziele sind klar: Vereinigung der bürgerlichen mit der extremen Rechten in Frankreich, Sieg bei den nächsten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Frühjahr 2027, Übernahme der Macht und damit Umsetzung eines Projekts, das er gemeinsam mit einer Clique erzkonservativer Intellektueller ausgebrütet hat. Die Rede ist von Pierre-Édouard Stérin – französischer Milliardär, Unternehmer, Kapitalverwalter und Steuerflüchtling.
Geteilte Linke, geeinte Rechte
Der sozialdemokratische Wahlgewinner Emmanuel Grégoire fuhr nach der Abstimmung in Paris mit dem Rad nach Hause (22.3.2026) Zunächst die erfreuliche Nachricht: Die extreme Rechte hat bei den französischen Kommunalwahlen am Sonntag den Einzug in die Rathäuser der drei Metropolen des Landes – Paris, Marseille und Lyon – verpasst.
Mit Militär, Trump und Repression
Ecuadors Präsident als Marionette des Weltwährungsfonds: Protest gegen Noboa in Quito (13.3.2026) Unter dem Vorwand, gegen Drogenkriminelle durchzugreifen, militarisiert Präsident Daniel Noboa Ecuador. In der Nacht auf Montag hat in vier Provinzen eine strikte nächtliche Ausgangssperre begonnen, die zwei Wochen in Kraft sein soll. Jeglicher Aufenthalt im öffentlichen Raum ist zwischen 23 und fünf Uhr untersagt.
Kampf um Frankreichs Kommunen
Noch ist nicht entschieden, wer die französische Hauptstadt zukünftig regieren wird (Paris, 15.3.2026) Ein Jahr vor den Präsidentschaftswahlen hat der erste Durchgang der Kommunalwahlen am Sonntag in Frankreich vor allem eine Erkenntnis gebracht: Ohne die Unterstützung der streng links ausgerichteten Formation La France Insoumise (LFI) wird das gegenwärtige nationale Bündnis aus sozialdemokratischem Parti Socialiste (PS), Kommunisten (PCF) und Grünen (Les Écologistes, LE) keine Wahlen gewinnen.
"NATO raus!", Tageszeitung junge Welt, 26.02.2026
Wollen sich nicht in einen Krieg verwickeln lassen: Protest gegen die »USS Gerald Ford« am Dienstag in Chania Einige tausend Inselbewohner waren es, die am Dienstag nachmittag in der kretischen Hafen- und Universitätstadt Chania friedlich gegen die andauernde Präsenz US-amerikanischer Militäreinheiten protestiert haben. Auslöser des starken zivilen Widerstands gegen den »US-Imperialismus« war die Ankunft des US-Flugzeugträgers »Gerald Ford« am Montag im Hafen von Souda.
Frankreich: Die neuen Hohepriester
Gegründet 1947 Freitag, 2. Januar 2026, Nr. 1 Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zur Startseite Zum Artikel: Die neuen Hohepriester
Neoliberales Programm: Reiche Rechte
Frankreichs Ultrareichen wird es auch in Zukunft richtig gutgehen – jedenfalls bis zur nächsten Legislaturperiode. Ein Block aus bürgerlicher Rechter, extremer Rechter und aus großen Teilen des wirtschaftsliberalen Bündnisses, auf das sich Staatspräsident Emmanuel Macron und sein neuer Premierminister Sébastien Lecornu stützen, verhinderte am vergangenen Freitag abend in der Nationalversammlung eine von der Linken geforderte zusätzliche Besteuerung des Großkapitals.
Zweiter Weltkrieg: Mussolinis Alleingang
In einem Brief an Benito Mussolini vom 20. November 1940 äußerte Adolf Hitler seinen Ärger über den Alleingang der Italiener: »Als ich Sie bat, mich in Florenz zu empfangen, trat ich die Reise an in der Hoffnung, Ihnen noch vor dem Beginn der drohenden Auseinandersetzung mit Griechenland, von der ich nur allgemeine Kenntnis erhalten hatte, meine Gedanken darlegen zu können. Ich wollte Sie zunächst bitten, die Aktion hinauszuschieben, wenn möglich bis zu einer günstigeren Jahreszeit (…).
Frankreich: Ultrareiche werden verschont
Gegründet 1947 Sa. / So., 18. / 19. Oktober 2025, Nr. 242 Die junge Welt wird von 3054 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zur Startseite Zum Artikel: Ultrareiche werden verschont
Paris: Sozialdemokraten stützen Premier
Paris. Frankreichs Parti Socialiste (PS) hat am Donnerstag in der Assemblée Nationale die Regierung des rechtsliberalen Ministerpräsidenten Sébastien Lecornu gerettet. Ein von der linken Partei La France insoumise (LFI) eingebrachter Misstrauensantrag verpasste im 577 Köpfe zählenden Parlament um nur 18 Mandate die erforderliche Mehrheit von 289 Stimmen.
Regierungskrise in Paris: Lecornu kauft sich frei
Aus: Ausgabe vom 16.10.2025, Seite 7 / Ausland Regierungskrise in Paris Frankreichs Regierungschef setzt Rentenreform aus. Sozialdemokraten knicken ein, Misstrauensvoten von links und rechts Um dem Sturz seiner erst drei Tage alten Regierung zu entgehen, hat Frankreichs Ministerpräsident Sébastien Lecornu am Dienstag nachmittag die Aussetzung der Rentenreform angeboten, die im Frühjahr 2023 gegen den massiven Widerstand der Bevölkerung per Dekret beschlossen worden war.
Frankreichs Regierung friert Rentenreform ein
Gegründet 1947 Mittwoch, 15. Oktober 2025, Nr. 239 Die junge Welt wird von 3036 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 15.10.2025, Seite 1 / Ausland Paris. Frankreichs neuer Ministerpräsident Sébastien Lecornu hat dem Druck der Oppositon in entscheidenden Punkten nachgegeben, um seine Minderheitsregierung zu retten.
Frankreich: Schon wieder Lecornu
Aus: Ausgabe vom 13.10.2025, Seite 7 / Ausland Frankreich Frankreich: Macron ernennt zurückgetretenen Premier erneut. Technokraten übernehmen Ministerien, Ultrarechte wartet ab Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat seinen Vertrauten Sébastien Lecornu am Freitag zum zweiten Mal zum Ministerpräsidenten gemacht. Dieser war erst am Montag vergangener Woche zurückgetreten.
Frankreich: Macron bleibt sitzen
Gegründet 1947 Freitag, 10. Oktober 2025, Nr. 235 Die junge Welt wird von 3036 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 10.10.2025, Seite 7 / Ausland Frankreich Frankreich: Präsident will neuen Premier ernennen, dabei fordern selbst Getreue seinen Rücktritt An diesem Freitag soll es passieren: Frankreichs rechter Präsident Emmanuel Macron will mal wieder einen neuen Ministerpräsidenten nominieren – den vierten seit der vergeigten Parlamentswahl Ende Juli 2024.
Frankreich: Präsident will nicht gehen
Aus: Ausgabe vom 08.10.2025, Seite 2 / Ausland Frankreich Frankreich: Macron am Ende. Gefolgsleute fordern vorgezogene Wahlen Zeit bis Mittwoch abend hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron seinem am Montag morgen nach 27 Tagen zurückgetretenen Premier Sébastien Lecornu gegeben.
Frankreich: Aus in der Probezeit
Nur 27 Tage schaffte Sébastien Lecornu als französischer Regierungschef: Am Montag vormittag hat er seinen Rücktritt bei Staatschef Emmanuel Macron eingereicht. Dieser hatte ihn am 9. September nominiert. Lecornu ist damit der vierte gescheiterte Premier seit Dezember 2023 – ein politisches Chaos, für das die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung den Präsidenten der Republik verantwortlich macht.
Generalstreik in Griechenland: Aufstand gegen »Sklavenarbeit«
Ein auf zunächst 24 Stunden befristeter Generalstreik sollte das öffentliche Leben und die Arbeitswelt in Griechenland am Mittwoch weitgehend lahmlegen. Hunderttausende reagierten seit Tagen landesweit mit gewaltigem Zorn auf einen neuen Gesetzentwurf der Rechtsregierung, der einen Arbeitstag von künftig bis zu 13 Stunden legalisieren soll. Der griechische Gewerkschaftsbund GSEE sprach von Sklavenarbeit und einer »Rückkehr in mittelalterliche Bedingungen«.
Frankreich: Macrons fünfte Wahl
Gegründet 1947 Donnerstag, 11. September 2025, Nr. 211 Die junge Welt wird von 3036 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zur Startseite Zum Artikel: Macrons fünfte Wahl
Frankreich: »Hau ab, Macron!«
Aus: Ausgabe vom 11.09.2025, Seite 2 / Ausland Frankreich Frankreich: Landesweite Proteste gegen Staatschef und neuen Premier Der am Montag vom Parlament abgewählte rechtsliberale französische Premier François Bayrou hat am Mittwoch die Amtsgeschäfte an seinen bisherigen Armeeminister Sébastien Lecornu übergeben. Während die hohe Politik im Hof des Regierungssitzes Hôtel Matignon unter sich blieb, protestierten landesweit Tausende Menschen gegen den Staatspräsidenten Emmanuel Macron.
Frankreich: Paris sucht nächsten Premier
Aus: Ausgabe vom 10.09.2025, Seite 2 / Ausland Frankreich Frankreich: Regierungschef Bayrou reicht Rücktritt ein. Rechte formiert sich Frankreich hat keine Regierung mehr. Der bisherige rechtsliberale Premierminister François Bayrou verlor am Montag abend die Abstimmung über die von ihm selbst gestellte Vertrauensfrage deutlich. Von den 574 Deputierten stimmten in der Nationalversammlung 364 gegen ihn, nur 194 Abgeordnete stellten sich hinter ihn und sein Kabinett.
Ende eines Knechts
Frankreich steht ohne Regierung da. Dem Himmel sei Dank, sagen sich seit Montag abend mehr als 70 Prozent der Franzosen. Verschiedene Meinungsforscher hatten das übrigens schon vor dem Sturz des Premierministers François Bayrou ermittelt – den angeblich »unbeliebtesten Regierungschef« in der Geschichte der Fünften Republik wollte man selbst in den Chefetagen des französischen Kapitals nicht mehr.
Millionen für Viehbetriebe: Tagesgeschäft Subventionsbetrug
Gegründet 1947 Freitag, 11. Juli 2025, Nr. 158 Die junge Welt wird von 3019 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zur Startseite Zum Artikel: Tagesgeschäft Subventionsbetrug
Das vergebliche "Nein", Tageszeitung junge Welt, 07.07.2025
Gegründet 1947 Montag, 7. Juli 2025, Nr. 154 Die junge Welt wird von 3019 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zur Startseite Zum Artikel: Das vergebliche »Nein«
Geschichte: Sieg der Kirche
Im Orwell-Jahr 1984 zeigten die katholische Kirche Frankreichs und das ihr zur Hand gehende rechte Bildungsbürgertum, welche Macht das vom Soziologen Pierre Bourdieu als geschlossenes System beschriebene religiös-politische Konglomerat entfesseln kann.
Griechenland: Landesweiter Arbeitsausstand
Abermals Generalstreik in Griechenland: Zehntausende Beschäftigte legten am Mittwoch die Arbeit nieder. In allen größeren Städten des Landes gingen sie auf die Straßen und forderten höhere Löhne, anständige Tarifverträge, die Wiedereinführung eines 13. und 14. Monatsgehalts im öffentlichen Dienst sowie staatliche Maßnahmen gegen explodierende Nahrungsmittelpreise und tägliche Lebensunterhaltskosten.
Griechenland: »Fortschrittlich« töten
Griechenland bewaffnet sich bis an die Zähne. Dem deutschen und französischen Beispiel folgend, will die Regierung des rechten Premierministers Kyriakos Mitsotakis ihrer Bevölkerung ungeheure Schulden aufladen, um ihren auf zwölf Jahre angelegten »Langfristigen Plan zur Verteidigung« (MPAE) finanzieren zu können.
Frankreich: Justiz stoppt Marine Le Pen
Aus: Ausgabe vom 01.04.2025, Seite 1 / Ausland Frankreich Frankreich: RN-Politikerin passives Wahlrecht entzogen und zu Haft mit Fußfessel verurteilt Ein Pariser Strafgerichtshof hat am Montag Marine Le Pens politische Karriere zumindest für die nächsten fünf Jahre beendet.
Unerschrockene Justiz
Gegründet 1947 Dienstag, 1. April 2025, Nr. 77 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 01.04.2025, Seite 8 / Ansichten Marine Le Pen in Frankreich abgeurteilt Das Urteil gegen Marine Le Pen, diese seit mehr als einem Jahrzehnt zentrale Figur der europäischen extremen Rechten, konnte härter kaum ausfallen.
Staatsfinanzen: Frankreichs neue Kriegsanleihen
Gegründet 1947 Sa. / So., 22. / 23. März 2025, Nr. 69 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 22.03.2025, Seite 9 / Kapital & Arbeit Staatsfinanzen Finanzminister Lombard wirbt um »Investoren« für Rüstungshaushalt. Denn durch Aufrüstungspläne drohe die Staatspleite, meint der Rechnungshof Geschäft ist Geschäft: Frankreichs Finanzminister Eric Lombard will private »Investoren« an kommenden Kriegseinsätzen mitverdienen lassen.
Griechenland: Nichts als Lügen
Gegründet 1947 Montag, 10. März 2025, Nr. 58 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 10.03.2025, Seite 6 / Ausland Griechenland Zugunglück: Neuer Massenprotest gegen griechische Regierung, Misstrauensantrag der Opposition scheitert Die Eisenbahnkatastrophe von Tempi lässt die griechische Gesellschaft nicht los.
Neokolonialismus: Alte Wunden öffnen sich
Gegründet 1947 Montag, 3. März 2025, Nr. 52 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Sie sind nun eingeloggt. Sollten Sie dennoch nicht auf gesperrte Artikel zugreifen können, löschen Sie bitte die im Browser gespeicherten Cookies und loggen Sie sich dann erneut ein. Zum Artikel: Alte Wunden öffnen sich
Griechenland: Millionenfacher Protest
Zwei Jahre nach dem schweren Eisenbahnunglück in Tempi (Region Larissa), bei dem 57 meist junge Reisende am 28. Februar 2023 ihr Leben verloren hatten, musste sich der rechte griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Freitag einem seit 1974, dem Ende der Militärdiktatur, von keiner Regierung so erlebten Volkszorn stellen.
Zugunglück in Griechenland: Der große Zorn
Gegründet 1947 Freitag, 28. Februar 2025, Nr. 50 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 28.02.2025, Seite 3 / Schwerpunkt Zugunglück in Griechenland Zugunglück von Tempi 2023: Noch immer verweigert die griechische Regierung die Aufklärung. Hunderttausende Griechen treibt das auf die Straße Die Katastrophe von Tempi (Region Larissa) liegt nun zwei Jahre zurück. 57 meist junge Menschen starben dort am 28.
Frankreich: Bayrou unter Dauerbeschuss
Frankreichs Ministerpräsident François Bayrou bleibt vorerst im Amt. Am Mittwoch nachmittag überstand er auch den sechsten Versuch der linken Opposition, ihn und sein Kabinett nach nur zehn Wochen Regierungszeit zu stürzen. Bayrou hatte in der vergangenen Woche im Parlament, dem rassistischen politischen Kurs der extremen Rechten einer Marine Le Pen folgend, von einem »Gefühl der Überflutung« des Landes durch Immigranten schwadroniert.
Nationalismus und »Identität«: Kulturkampf als Ablenkung
Frankreichs neuer Regierungschef François Bayrou gibt seit vergangenem Donnerstag einen neuen, scharf nach rechts gerichteten Kurs in der Innenpolitik vor: In der Nationalversammlung, die einen Antrag des extrem rechten Rassemblement National (RN, früher Front National) zur »nationalen Identität« zu debattieren hatte, sprach er von einem »Gefühl der Überflutung durch Immigranten«, von dem das Land – also auch er selbst – erfasst worden sei.
Neoliberalismus in Griechenland: Billiglohn und Tourischwemme
Zehntausende Griechen blockierten am vergangenen Sonntag überall im Land Straßen und protestierten gegen eine Regierung, die unter ihrem rechten Premierminister Kyriakos Mitsotakis die juristische und politische Aufarbeitung eines schweren Eisenbahnunglücks quasi verweigert. Es ging, vordergründig, um die Katastrophe nahe dem kleinen Ort Tempi, wo am 28. Februar 2023 zwei Züge zusammenstießen und 57 meist junge Menschen auf der Reise von Athen nach Thessaloniki starben.
Volksfront in Auflösung
Neue Volksfront, das klang gut und versprach Hoffnung: Vier linke Partner in Frankreich, die am 7. Juli die Parlamentswahlen gewannen, nicht aber die Regierungsmehrheit und Jean-Luc Mélenchon, Gründer des Bündnisses und der Partei La France insoumise (LFI) – das hätte Widerstand gegen den in Frankreich allmächtigen Präsidenten bedeuten können und sogar politische Zukunft in einer weniger korrupten VI. Republik.
Frankreich: Neuer Sturz droht
Gegründet 1947 Donnerstag, 16. Januar 2025, Nr. 13 Die junge Welt wird von 3005 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 16.01.2025, Seite 7 / Ausland Frankreich Frankreichs aktueller Premier überzeugt in erster Regierungserklärung kaum. Linke reicht nächstes Misstrauensvotum ein Ob Frankreichs Premierminister François Bayrou die kommenden Tage an der Spitze seiner Minderheitsregierung überleben wird, ist mehr als fraglich.
Frankreich: Frankreichs Regierung gestürzt
Gegründet 1947 Freitag, 6. Dezember 2024, Nr. 285 Die junge Welt wird von 2993 GenossInnen herausgegeben Aus: Ausgabe vom 06.12.2024, Seite 7 / Ausland Frankreich Regierungschef Barnier verliert Misstrauensvotum. Abgeordnete fordern Rücktritt Macrons Eine deutliche Parlamentsmehrheit hat am Mittwoch abend Frankreichs rechtskonservativen Regierungschef Michel Barnier gestürzt. 331 Abgeordnete der 577 Köpfe zählenden Nationalversammlung unterstützten den Misstrauensantrag.
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