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Articles by Holger Heiland
Von ihm kann sich Trump eine Scheibe abschneiden
Unterzeichnen oder nicht unterzeichnen? Präsident Mariano De Santis (Toni Servillo) macht es sich nicht leicht Bild: Andrea_Pirrello Die Amtszeit des fiktiven italienischen Präsidenten Mariano De Santis (Toni Servillo) neigt sich dem Ende zu. Der gläubige Katholik und erfahrene Rechtswissenschaftler gilt als Politiker, der das Land mit Augenmaß geführt und vor dem Populismus bewahrt hat.
Ein Manager kämpft gegen den sozialen Abstieg: Park chan-wook erzählt in "No Other Choice" vom Ende der Papierherstellung
Papier-Experten unter sich. Man-su schreitet zur Tat Bild: plaion pictures Ich habe alles!« ruft Man-su (Lee Byung-hun) aus, als er im üppig grünen Garten des Familienanwesens einen Aal grillt, kurz bevor die tief stehende Sonne die Szenerie fürs Gruppenbild ins richtige Licht taucht. Eine Ehefrau, die ihm nach vielen gemeinsamen Jahren noch leidenschaftlich verbunden ist, zwei Kinder, ein Haus, zwei Golden Retriever – was mehr könnte er sich wünschen?
Die Doxumentale präsentiert den Film "Behind the Lies", in dem Mahnaz Mohammadi die Gewalt im Iran im November 2019 untersucht
Rauch über der Stadt. Videobild aus Teheran vom November 2019, aus »Beyond the Lies« Bild: promo Fast zwei Wochen im Januar 2026 war das Internet im Iran abgeschaltet. Das Regime nutzte die Kommunikationssperre, um im Schutz des Blackout mit blutiger Gewalt gegen die Proteste im Land vorzugehen.
Law-and-Order | Anwohner kritisieren den Zaun um den Görlitzer Park in Berlin | jungle.world
Samstagabend im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg. Es ist Anfang Januar, dunkel und kalt, die Schneedecke auf den Wegen ist festgetreten. An Bänken und den Parkeingängen stehen wie üblich Gruppen von Männern, die sich leicht als Drogendealer identifizieren lassen. Nicht, weil sie mehrheitlich fremdsprachig oder dunkelhäutig sind, sondern weil sie Passanten ansprechen: »Brauchst du was?« Kommt keine Reaktion oder ein Nein, erlischt ihr Interesse gleich wieder.
Der Film "Hamnet" und Shakespeares Trägödie "Hamlet"
Familienglück. William Shakespeare (Paul Mescal), Agnes (Jessie Buckley), Tochter Susanna (Bodhi Rae Breathnach) und die Zwillinge Judith und Hamnet Bild: Agata Grzybowska / © 2025 Focus Features Llc Da ist die Natur, der Wald mit seinen Höhlen und Schatten, mit Feuchtigkeit, Wachstum und Vergehen; da ist die Zivilisation mit rechten Winkeln, die Akkuratesse des Handwerks in der Baukunst oder der Hutmacherei.
Eine fragile Liebesgeschichte: Der Spielfilm "White Snail" erzählt von den Träumen zweier junger Menschen
Zwischen Traum und Alptraum. Misha (Mikhail Senkov) und Masha (Marya Imbro) Bild: Panama Film Masha (Marya Imbro) ist ein Model aus Belarus, 1,74 Meter groß, mit fast weißer Haut, die sie tagsüber im Freien mit einem Schirm vor UV-Strahlung schützen muss. Nach ersten erfolgreichen Aufträgen in Asien besucht sie eine Modelschule in Minsk und träumt davon, das Land bei nächster Gelegenheit in Richtung China zu verlassen. Dort will sie eine internationale Karriere starten.
Schließung der Bäckerei Zessin im Prenzlauer Berg
Silvester hieß es: Schlange stehen. Zumindest, wenn man vormittags ein letztes Mal bei Zessin in der Zionskirchstraße im Prenzlauer Berg Backwaren erstehen möchte. Geduldig warten gegen elf Uhr etwa 20 Personen auf dem Gehweg vor dem großen Schaufenster. Vielen davon ist die Wehmut über den Verlust ihrer Kiezbäckerei ins Gesicht geschrieben.
Auður Ava Ólafsodóttirs Buch "Eden"
»Es ist üblich, Konferenzen über Kleinsprachen, die vom Aussterben bedroht sind, in abgelegenen Dörfern mit schlechter Verkehrsanbindung abzuhalten«, beginnt Alba Jakobsdóttir den Bericht über das Jahr, in dem sich alles ändert. Die Protagonistin in Auður Ava Ólafsdóttirs Roman »Eden« ist Linguistikdozentin an der Universität von Reykjavík und fliegt als Expertin für schwindende Idiome um die Welt.
Frei vom Tarifvertrag
Lieber anonym. Ein Video des Solidaritätstreffs Soziale Arbeit Neukölln, das zum wilden Streik bei freien Trägern in Berlin aufrief Bild: screenshot Instagram / sickoutstattburnout Die junge Frau trägt Sonnenbrille und Atemmaske, um anonym zu bleiben. »Hallo, ich bin Sozialarbeiterin und arbeite in einer Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt hier in Berlin«, erzählt sie in einem Instagram-Video.
François Ozons Camus-Adaption "Der Fremde" ist über weite Strecken eine Liebesgeschichte
Gefährdete Idylle. Meursault (Benjamin Voisin) und Marie Cardona (Rebecca Marder) Bild: Foz - Gaumont - France 2 Cinema, Foto: Carole Bethuel »Heute ist Mama gestorben.« Auf den berühmten Satz, mit dem Albert Camus’ Roman »Der Fremde« beginnt, wartet man in François Ozons Verfilmung vergeblich.
Hafsia Herzis Film "Die jüngste Tochter" nach dem autobiographischen Roman von Fatima Daas
Eine Frage der Herkunft. Fatima (Nadia Melliti) wächst in einer Pariser Vorstadt auf Bild: © KathuStudio / ArteFrance / mk2Films / AlamodeFilm Fatima (Nadia Melliti) wächst als jüngste Tochter einer algerischen Einwandererfamilie in einer Pariser Vorstadt auf. Während ihre traditionell gekleideten Schwestern an der Seite der Mutter alles rund um die Haushaltsführung erlernen, nähert sich die 17jährige Fatima der Küche nur dann, wenn gemeinsam gegessen wird.
Hier regnet’s keine roten Rosen
Lotte (Paula Schindler) lebt an der Schwelle zum 19. Jahrhundert als Magd auf einem Schloss in Sangerhausen im damals zu Sachsen gehörenden Südharz. Und sie hat genug davon, Teppiche auszuklopfen und den Nachttopf ihres Herrn zu leeren. Auch wenn sie zugeben muss, dass dieser manchmal hübsche Zeilen zustande bringt. Besonders seine Beschreibung einer »blauen Blume« hat es ihr angetan.
Ein Vampir, der auch Tageslicht verträgt
Die Schlafgemächer eines Schlosses in den Karpaten im 15. Jahrhundert. Prinz Vlad (Caleb Landry Jones) verbringt die Tage in leidenschaftlicher Umarmung oder beim kindlichen Spiel mit seiner Geliebten Elisabeta (Zoë Bleu Sidel). Um ihn aus dieser an Erotikfilme à la David Hamilton erinnernden Zweisamkeit loszueisen und ihn in seine Rüstung zu stecken, müssen Generäle und Vasallen regelmäßig sanfte Gewalt ausüben.
Streik im Lieferdienst: Alle Räder stehen still
Trotz Regens versammelten sich am Donnerstag vergangener Woche ab 13 Uhr immer mehr Rider am Berliner U-Bahnhof Warschauer Straße. Dort befinden sich die Büros des Essenslieferdienstes Lieferando. In ihren orangefarbenen Outfits waren dessen Angestellte gut zu erkennen. Sie kamen aber nicht zur Arbeit, sondern zum Protest: Im Juli hatte der Lieferdienst einen Abbau von deutschlandweit 2.000 Kurierstellen angekündigt. Das betrifft rund 20 Prozent aller im Fahrdienst Beschäftigten.
Lachen bis zur Flucht
Eine schlecht gepfiffene Melodie und das Klappern einer Schere – zunächst ohne Bild, nach einer langen halben Minute wird dann ein Junge mit Segelohren eingeblendet – erzeugen Unbehagen. Dann wird übergeblendet, anstelle des Jungen beim Haareschneiden in der heimischen Küche erscheint ein junger Mann, dem ein Mann – sein Vater – weiter an der behelfsmäßigen Frisur herumfuhrwerkt.
Eine ziemlich lebensverändernde Chance
Die Filme von Kelly Reichardt erkennt man innerhalb weniger Augenblicke an der Art, wie sie ihre Figuren dem Weltgeschehen aussetzen. Ob Öko-Thriller, Western oder nun Kriminalfilm: Stets sind die Protagonisten das Gegenteil von Helden, immer werden die Regeln des jeweiligen Genres am Alltäglichen gebrochen, dessen Sicherheiten jedoch trügerisch oder in Auflösung begriffen sind. Der Blick, der sich daraus auf die Umwelt ergibt, ist tastend und auf der Suche nach Halt.
Dämonenjagd in der Uckermark
Eine junge Frau, Laura (Paula Beer), steht auf einer Brücke und blickt aufs Wasser hinab. Vom Lärm der nahen Autobahn scheint sie wie abgeschirmt. Auch später, wenn sie mit ihrem Freund Jakob (Philip Froissant) zusammen ist, wirkt sie wie abwesend. Zwar kann sie ihre Teilnahmslosigkeit nicht in Worte fassen, aber etwas ist nicht in Ordnung – mit ihr, mit den anderen, mit der Welt. Die gemeinsame Landpartie durch die Uckermark zusammen mit einem befreundeten Pärchen muss daher abgebrochen werden.
Blicke durch die Zeit
Mühsam schleppt sich Erika (Lea Drinda) einbeinig auf Krücken durch den Flur eines verwinkelten Hauses. Vom Hof brüllt ihr Vater in niederdeutschem Platt nach ihr: Sie solle endlich die Schweine zurück in den Stall bringen! Es sind die vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, der Ort der Handlung ist ein Vierseithof in der provinziellen Abgeschiedenheit der Altmark. Erikas Einbeinigkeit ist nur gespielt, die Krücken gehören dem bettlägerigen Onkel Fritz (Martin Rother).
jungle.world - Was uns blüht
Im Europa des Jahres 2031 sind die Winter so warm, dass die Menschen in T-Shirts herumlaufen und zusehen, wie die Bäume austreiben. Aber nicht nur das Klima schlägt in Marius Goldhorns dystopischem Roman »Die Prozesse« Kapriolen. Auch politisch ist der Kontinent in Aufruhr. Vielerorts herrscht Kriegsrecht und in Brüssel kommt es zu Unruhen. Die Aufständischen bilden eine neue Gemeinschaft. Dies stellt auch die Beziehung der beiden schwulen Protagonisten auf die Probe.
Letzte Party vor dem Weltende
Irgendwo im Süden Marokkos: Helfende Hände stapeln abgenutzte Boxen aufeinander. Eine gigantische Lautsprecherwand entsteht vor einer steilen Felswand. Großaufnahmen zeigen, wie Kabel gesteckt und Schalter umgelegt werden. Bald dröhnt der repetitiv schleifende Sound durch den Nachmittag und setzt einen Rave in Bewegung. Beats grummeln, als würden sich tektonische Platten aneinander reiben.
Ernest Cole und die Politik des Blicks
1967 veröffentlicht der damals 27jährige südafrikanische Fotograf Ernest Cole sein Fotobuch »House of Bondage«. In ikonischen Aufnahmen enthüllt er darin den Schrecken der Apartheid und schafft Aufmerksamkeit für die allgegenwärtigen Formen von Repression und Gewalt, die das weiße Regime gegen die schwarze Bevölkerungsmehrheit einsetzt.
Die Leere nach dem Razzle Dazzle
Spot auf das gequälte Gesicht von Pamela Anderson als Showgirl Shelly Gardner. Es ist ihr erstes Vorsprechen seit Jahren. Sie wirkt verunsichert, die Fragen aus dem Dunkel des Raums sind schonungslos. Sie findet nicht den richtigen Ton, plappert nervös vor sich hin, lügt über ihr Alter. Sagt zunächst, sie sei 36, merkt, dass man ihr das nicht abnimmt, und korrigiert sich auf 42. In Wahrheit ist sie 57. All das fühlt sich wie die Erniedrigung an, die sie ist.
Gruppenbild mit einem Verschwundenen
Rio de Janeiro, Anfang der siebziger Jahre. Das Leben des Architekten Rubens Paiva und seiner Ehefrau Eunice mitsamt ihren fünf Kindern spielt sich am weiten Strand, in dem großzügigen Haus im Grünen und inmitten des progressiven Freundeskreises ab. Man geht liebevoll miteinander um, hat Hauspersonal und führt ein Leben im Wohlstand. Die Brutalität der Militärdiktatur unter Präsident Emílio Garrastazu Médici scheint weit weg von allem.
Ansichten eines Klons
Gleich zu Beginn von Bong Joon-hos »Mickey 17« sieht es nicht gut aus für den Protagonisten. Selbst beim 17. Mal kann Mickey Barnes (Robert Pattinson) sich nur schlecht damit abfinden, sterben zu müssen. Genau das scheint aber schon wieder anzustehen, als er bei der Erkundung des Planeten Niflheim in eine Gletscherspalte fällt und von seinem abgebrühten Kollegen Timo (Steven Yeun) aufgegeben und zurückgelassen wird.
Der Moment, in dem Bob Dylan unter Strom stand
Alles beginnt noch vor dem ersten Bild mit der knarzigen Aufnahme von Woody Guthries »So Long, It’s Been Good to Know Yuh«. Darin heißt es: »This dusty old dust is a-gettin’ my home, and I got to be driftin’ along.« Drifting, also sich treiben lassen, weiterziehen, ist ein wiederkehrendes Motiv in James Mangolds Bob-Dylan-Porträt »Like a Complete Unknown«.
Die Schönheit im Dysfunktionalen
Tiere spielen in den Filmen von Andrea Arnold eine wichtige Rolle. In »Bird« sind es insbesondere Möwen und Raben, zu denen die zwölfjährige Protagonistin Bailey eine besondere Beziehung hat.
jungle.world - Tod im Club
Ein US-amerikanisches Pärchen verbringt eine Partynacht im Berliner Club »Reaktor«. Es ist der abschließende Höhepunkt der Hochzeitsreise, die Zofia (Jenny Walser) und Josh Feinstein (Ben Lloyd-Hughes) ein Jahr lang um die Welt geführt hat. Vor ihrer Rückkehr in den Alltag in New York haben sie die harte Tür des mythenumwobenen Clubs – Vorbild ist leicht erkennbar das »Berghain« – überwunden, um sich in der Masse verstrahlter, halbnackter Tanzender den mächtigen Bässen hinzugeben.
Das Virus kennt den Kontostand
Laura (Mary Elizabeth Winstead), leitende Angestellte in der Content-Abteilung eines Medienkonzerns, sitzt in einer Hotellobby in Cannes und hört sich die neuesten Story-Ideen ihrer Drehbuchschreiber an. Sie nickt, lächelt und verspricht den Autoren, dass man im Gespräch bleiben werde. Dann widmet sie sich dem nächsten Anwärter. Am Ende des Kreativitätsmarathons taucht ihr Ex-Mann Toni (Rafe Spall) auf.
Intergalaktischer Endkampf um Freddy
Schönwetterwolken ziehen am Sommerhimmel vorbei. Mit dem ersten Schnitt öffnet sich eine sandige Dünenlandschaft, die in grüne Hügel übergeht. Dazu ertönt die Melodie von Johann Sebastian Bachs sakralem Lied »Komm, süßer Tod«, das vom Klingeln eines Handys unterbrochen wird. Sehr klein erscheint im Zentrum des Bilds eine nackte Frau: Line (Lyna Khoudri), die mit dem Smartphone ihre Umgebung filmt und davon erzählt, wie toll es ist, sich in der menschenleeren Gegend streifenfrei zu sonnen.
Vagabundinnen der Nacht
Tiefes Rot, ozeanisches Blau, giftiges Grün und knalliges Gelb prägen Pedro Almodóvars neues Werk »The Room Next Door«, seinen ersten Spielfilm in englischer Sprache. Auch in diesem an der Ostküste der Vereinigten Staaten angesiedelten Film bleibt der spanische Regisseur seinem extravaganten Geschmack bei Kostüm und Interieurs treu.
Durchs Leben hetzen
Willi (Charly Wierzejewski) ist dünn und blass, eine verwahrloste und verschlossene Gestalt an der Schwelle zum Erwachsensein, die sich im Milieu der Stricher, Drogenabhängigen und Kleinganoven in Sankt Pauli durchschlägt. Das Erste, was man von ihm mitbekommt, ist, dass er sich in der Toilette einer Bar wäscht und anschließend an der Theke ein paar Groschen Trinkgeld von einem Teller klaut, nur um sie sofort wieder zu verlieren.
Familie als Bollwerk und Zumutung
Ein bekannter jüdischer Witz fragt nach dem Unterschied zwischen einer jüdischen Mama und einem Bullterrier. Die Antwort lautet: Der Bullterrier lässt manchmal los. In der von David Hadda produzierten Miniserie »Die Zweiflers« verkörpert Sunnyi Melles eine solche jüdische Übermutter: Mimi Zweifler ist das blondgelockte Oberhaupt einer großen Familie im Frankfurt am Main der späten zehner Jahre, die sich nach Kräften bemüht, die Kontrolle über alles, was um sie herum geschieht, zu behalten.
Ernst Schering – A Pioneer in Research and the Chemical Industry - ChemistryViews
Ernst Christian Friedrich Schering was not only a skilled pharmacist but also a visionary entrepreneur whose innovations revolutionized the pharmaceutical industry. He was born on May 31, 1824, in Prenzlau in the German district of Uckermark, the youngest of six siblings.[1] As a trained pharmacist, he played a key role in laying the foundations for a research-based pharmaceutical industry in Germany. Early Years As a grammar school student, Schering wanted to become a forester.
In dreißig möblierten Zimmern
»Und wieder ging alles noch einmal weiter. Das Gas und das Wasser kamen aus der Wand. Die Milch und das Brot und die Zeitungen lagen vor der Türe. Paul und Klärchen wohnten noch in der Bendlerstraße (…). Sonntags gingen sie zu Eugenie, wo sie Annette und Waldemar und die Widerklee trafen (…) Oskar Mainzer saß dabei. Er sprach nicht. Seine Nase war zerschlagen, der Mund schief, da die ganze rechte Seite gelähmt war (…) ›Sehr merkwürdig, (…) daß sie ihn überhaupt aus dem KZ gelassen haben.
Tage der geschlossenen Tür in Lichtenberg
Knapp 100 Künstler:innen, schöpferisch arbeitende Menschen und soziale Initiativen nutzen die Werkstätten, Studios und Veranstaltungsräume der B.L.O.-Ateliers am Berliner S-Bahnhof Nöldnerplatz.
Auf stürmischer Seeeee
Das Vokalalphabet ist eine gigantische kulturtechnische Leistung, mit der die Welt »sowohl exakt darstellbar wie auch komplett erfindbar« wurde. Die Bedeutung des Aufschreibesystems, das sich um 800 v. Chr. durchzusetzen beginnt, schätzt Klaus Theweleit in seinem Buch »a-e-i-o-u. Die Erfindung des Vokalalphabets auf See, die Entstehung des Unbewussten und der Blues« genauso ein wie sein 2011 verstorbener Weggefährte Friedrich Kittler.
"Das Lehrerzimmer": Die Fallstricke des Gutseins
Eine Lehrerin (Leonie Benesch) versucht herauszufinden, wer für Diebstähle an ihrer Schule verantwortlich ist - und verwickelt sich dabei in eine verfahrene Situation: İlker Çataks „Das Lehrerzimmer“ stach beim Deutschen Filmpreis „Im Westen nichts Neues“ aus. Zum monoton dringlich gezupften Ton einer einzelnen Streicherseite verhandelt eine Telefonstimme im Off über einen Termin.
Lars-Eidinger-Doku: Das wahre Leben gibt es nur im Rampenlicht!
Ob Bühne oder Film: Lars Eidinger weiß, wie man das Publikum begeistert. Das Doku-Porträt „Lars Eidinger - Sein oder nicht sein“ zeigt ihn nun als einen ewig Gekränkten. Lars Eidinger ist einer von denen, die man „Ausnahmeschauspieler“ nennt.
In fremden Leibern lebt es sich viel besser
Film. Ein junges Paar lässt sich in Alex Schaads Langspielfilmdebüt „Aus meiner Haut“ auf einen Körpertausch ein – mit unerwarteten Folgen. Ein etwas unentschlossener Mix aus Science-Fiction, Esoterik und Groteske. Wie wäre es, den eigenen Körper zu verlassen – und sich dann mit unverändertem Bewusstsein in einem anderen wiederzufinden? Wäre unser Selbst noch dasselbe?
"Aus meiner Haut": In fremden Leibern lebt es sich viel...
Ein junges Paar lässt sich in Alex Schaads Langspielfilmdebüt auf einen Körpertausch ein – mit unerwarteten Folgen. Ein etwas unentschlossener Mix aus Science-Fiction, Esoterik und Groteske. Wie wäre es, den eigenen Körper zu verlassen – und sich dann mit unverändertem Bewusstsein in einem anderen wiederzufinden? Wäre unser Selbst noch dasselbe? Und was würde eine solche Erfahrung für unsere Vorstellungen von Identität, Liebe und Begehren bedeuten, für alles, was uns im Kern ausmacht?
"Schweigend steht der Wald": Ein Thriller in Grimm'scher...
„Schweigend steht der Wald“, das unerschrockene Regiedebüt der deutschen Schauspielerin Saralisa Volm, überzeugt als Dorf-Thriller mit Spannung und Stimmung – und lässt an alte Grimm-Mythen denken. Der deutsche Wald ist von jeher Sinnbild des Dunklen, Verbotenen und der Gefahr. In Grimm'schen Märchen werden dort die Kinder ausgesetzt, die kaputte Familien nicht mehr ernähren können oder wollen. Und dort wohnt das Böse – in Gestalt der Hexe oder des Wolfs.
„Wie im echten Leben“: Hier macht die Elite auf Prekariat
„Wie im echten Leben“ mit Juliette Binoche, in der Regie des gefeierten Autors Emmanuel Carrère: weniger Analyse der sozialen Lage als eigener Befindlichkeiten. Flexibel, teamfähig, vielleicht etwas zu perfektionistisch – das Stärken-Schwächen-Profil zum Bewerbungsgespräch suggeriert, es ginge bei dem Job um eine gut bezahlte Stelle mit Verantwortung. Doch Marianne (Juliette Binoche) kämpft um den Einstieg in den Niedriglohnsektor.
"Peter von Kant": Fassbinders Tränen fließen wieder
François Ozon, der schon einmal ein Stück von Rainer Werner Fassbinder verfilmte, erweist seinem Idol mit „Peter von Kant“ erneut Reverenz. Aus lesbischen Frauen werden schwule Männer. Eine etwas zu brave Hommage. Eine mit Filmstills dekorierte Atelierwohnung im Köln des Jahres 1972: Hier lebt Regie-Titan Peter von Kant (Denis Ménochet) samt Sekretär Karl (Stéfan Crépon). Der optimiert die Drehbücher seines Bosses, holt ihn morgens aus dem Bett, organisiert die wenigen verbliebenen Termine.
"Alcarràs": Wenn Spaniens Blüten verblühen
In ihrem Berlinale-Gewinner „Alcarràs“ schildert Carla Simón den Niedergang einer katalanischen Bauernfamilie. Tragisch – aber viel schöner, als es klingt. Ab Freitag im Kino. Bagger sind das Symbol für Wandel schlechthin. Ihrem destruktiven Wirken kann man oft nur mit erschrecktem Staunen zusehen. In „Alcarràs“, dem zweiten abendfüllenden Spielfilm der 1986 in Barcelona geborenen Regisseurin Carla Simón, erscheinen sie am Anfang und am Ende.
"Der Gesang der Flusskrebse": Das amerikanische...
„Der Gesang der Flusskrebse“ bekommt durch eine mögliche Verwicklung der Romanautorin in einen Mordfall neue Brisanz. Ab Freitag im Kino. Das Marschland North Carolinas ist eine von Wasservögeln, Insekten und Flusskrebsen bewohnte Landschaft. Menschliche Gemeinschaften haben sich nur an ihren Rändern etablieren können.
Bald im Kino: Ein Liebesreigen der verlorenen Seelen
Émilie (Lucie Zhang) suchte eine Mitbewohnerin und fand einen Liebhaber. Dieser (Makita Samba) sucht berufliche Erfüllung und findet immerhin sexuelle. Jacques Audiards Film ist von Impulsivität geprägt – und von den Schwarzweißbildern des ganz und gar unromantischen 13. Pariser Arrondissements.
Norwegischer Horror: Kinder im Bann der Gewalt
Mit großer Neugier – und Faszination daran, andere zu quälen – ziehen Ida (Rakel Lenora Fløttum) und Ben (Sam Ashraf) durch ihre Nachbarschaft. (c) Polyfilm 15.04.2022 um 11:58 In „The Innocents“ zeigt der norwegische Regisseur Eskil Vogt, wie Kinder grauenhafte Fähigkeiten entwickeln. Kinder und Erwachsene leben in getrennten Welten, über deren Abgründe sich kaum kommunizieren lässt.
The Thread that Makes the Gijón Festival Unique
Sections like Retuellos once again reveal the secret of why the FICX never grows old There is an invisible thread —but one as sturdy as a sailor’s rope— that connects those who attended the first editions of the Gijón Festival, born in 1963 and then devoted to children’s and youth cinema, with the audiences who, in the 1990s, discovered its opening toward auteur filmmaking and, finally, with those who today, in 2025, fill its theatres.
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