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Articles by Katharina Feißt
Das Schubladenhaus von Architekt Götz hat ein ausfahrbares Zimmer
Mit seinem Schubladenhaus in Gelnhausen lässt Architekt Götz auf außergewöhnliche Weise die Grenze zwischen Innen und Außen verschwimmen. Am deutlichsten wird das durch das Schlafzimmer, das wie eine Schublade ausgefahren werden kann und dem Haus seinen Namen gibt. Doch auch knapp 60 Fenster, eine meist offenstehende Haustür und ein begehbarer Innenhof sorgen für eine Offenheit, die nicht nur Götz, sondern auch seine Frau Iris schätzt. Das Schubladenhaus steht mitten in der Altstadt von Gelnhausen.
Shevek hat in Comics seine Kindheit im Junkiehaushalt verarbeitet
Shevek ist gelernter Pädagoge und promoviert in Freiburg über autobiografisches Erzählen. Seine eigene Geschichte bleibt lange unbearbeitet: „Ich hatte nie viel Kraft dafür. Ich konnte immer nur einen Ansatz finden und dann brauchte ich wieder Ruhe.“ Dabei beschäftigen ihn die Erinnerungen an seine drogenabhängige Mutter und seine Kindheit im Junkie-Haushalt – die ganze Zeit. Mir ist in den letzten Jahren erst bewusst geworden, wie übermächtig Normalität ist.
Camping ist Freiheit – Renates und Lothars Motto
Campen ist eine Philosophie – diese Art, Urlaub zu machen. Das kann man nicht mit dem Kopf rechnen, das ist eine Bauchsache. Auf einem Campingplatz in Sippersfeld in der Pfalz treffen wir Renate und Lothar. Sie genießen während eines Kurzurlaubs die Nähe zur Natur – dabei war der Kauf ihres Wohnwagens ein kompletter Zufall und hatte nichts mit Urlaub zu tun. Als die Tochter des Ehepaars kein WG-Zimmer in Bamberg findet, bringt eine Verwandte die Idee des Wohnwagens als Übergangslösung ein.
Erster Pinselstrich mit 70: Mechthilde startet als Künstlerin durch
Mechthilde ist 70, als sie die Malerei entdeckt. Ihre Kunst bringt ihr nicht nur eine Menge Lebensfreude, sondern auch internationalen Erfolg. Von Autor/in Katharina Feißt, Ulrike Pia Stegemann, Riccardo Prevete Ich dachte: Du machst jetzt genau das, was dir Spaß macht. Dann bin ich erst richtig kreativ geworden. Kreativ war Mechthilde schon immer: „Ich habe mich gerne bunt angezogen und mit meinen Kindern viel gebastelt. Ich habe allerdings nie gemalt“, erinnert sich die 76-Jährige.
Nacktfotos, Mobbing und ein Neuanfang: So aufwühlend war Celines Schulzeit
Als ich die Nachricht bekommen habe, war bei mir der erste Gedanke: Ich kann nicht mehr zur Schule gehen – die wissen alle, wie ich [nackt] aussehe. Celine hat als Teenie viel Spaß an Social Media und fühlt sich im Internet sicher: „Vor der Kamera bin ich auch viel selbstbewusster aufgetreten als in echt.“ Denn in der echten Welt leidet sie während ihrer Schulzeit unter Mobbing.
Mann der Extreme: Vom saufenden Nazi zum veganen Tierschützer
Ich war schon immer ein extremer Mensch. Ich konnte noch nie irgendwas normal machen und musste schon immer auffallen. Das zieht sich durch mein Leben wie ein roter Faden. Markus sitzt in seinem Wohnzimmer zwischen drei riesigen Hunden, der weiße Adam schmiegt sich an ihn. „Ich hatte eine sehr schöne Kindheit. Was genau der Schaltfehler war, kann ich nicht sagen.“ Markus ist elf, als er das erste Mal Drogen nimmt.
Warum Dialekte mehr als nur Sprache sind – Maike ist Dialektforscherin
Maike ist Dialektforscherin aus Minheim an der Mosel, im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Schon im frühen Kindheitsalter hat sie sich im Dorf engagiert und Büttenreden gehalten, auch auf Dialekt. In ihrem Germanistikstudium an der Universität Mainz beschäftigte sie sich mit Dialektik und schrieb ihre Dissertation über die moselfränkischen Dialekte. Als ich dann weggegangen und an die Uni gegangen bin, habe ich erstmal so wirklich aktiv die Dialektunterschiede gemerkt.
Norberts Traum vom Fliegen: Mit dem Wasserflugzeug auf der Mosel
Wenn meine Eltern gefragt haben ‚Wo fahren wir hin?‘, sagte ich immer: ‚Flugplatz!‘“ Da habe ich mir dann die Nase am Fenster platt gedrückt, wenn ein Flugzeug zu sehen war. Als Sechsjähriger hat Norbert ein einschneidendes Erlebnis: Am Weinberg seiner Eltern fliegt ein Doppeldecker vorbei. Er ist so fasziniert, dass er auf sein Fahrrad steigt und den Piloten ausfindig macht.
Vom alten Dachboden zum modernen Loft: Julia und Kevin sanieren altes Saatgutlager und bauen es zur Loftwohnung um
Seit über 60 Jahren befindet sich das alte Raiffeisen-Gebäude im Ortskern von Herbrechtingen, nördlich von Ulm. Jetzt strahlt das ehemalige Lager für Saatgut im neuen Glanz und dient dem jungen Paar als Loftwohnung. Stylisch und modern schaut sie nach dem Umbauen und Sanieren aus. Kevin und Julia haben viel Arbeit und Schweiß investiert, um den Dachboden zum Loft umzugestalten. Das Gebäude gehört seit fast 50 Jahren Julias Familie.
„Teig ist was wunderbar Kreatives“: Niklas tritt als Bäckermeister in Opas Fußstapfen
Ich liebe die Lebensmittel. Ich liebe es, Kunden glücklich zu machen, mich selbst auch glücklich zu machen. Der Geruch morgens in der Backstube ist was ganz Spezielles. Das muss man einfach erlebt haben. Für Niklas war schon immer klar, dass er mal mit Lebensmitteln arbeiten möchte. Lange ist sein Plan, Koch zu werden. Doch nach seinem Abitur und mehreren Praktika entscheidet er sich schließlich für eine Ausbildung als Bäcker – auch wegen der Arbeitszeiten.
Boudoir Shootings – Fotos in Unterwäsche für mehr Liebe zum eigenen Körper
Die Menschen hier in Kusel haben erstmal mit Unverständnis auf meine Shooting-Idee reagiert. Viele konnten sich nichts darunter vorstellen und dachten, das sind erotische Bilder. Dabei lege ich den Fokus gar nicht auf Erotik, sondern auf die Sinnlichkeit und das Feiern des eigenen Körpers. Franziska und Julia sind nicht nur Kolleginnen, sondern ein richtig gutes Team geworden. In ihrem gemeinsamen Studio in Kusel bieten sie Boudoir-Shootings an.
Abi mit 31: Daniela geht den zweiten Bildungsweg
Was Schule anging, hatte ich immer ein bisschen Angst. Ich habe das damals mit 15, 16 nicht so gut gemacht. Aber ich wollte mir auch beweisen, dass ich das kann. Als Teenie hat Daniela keine große Lust zu lernen und ist von der Schule überfordert. Weil ihr Vater durch eine Krankheit nur eingeschränkt arbeiten kann, macht sie nach der Realschule eine Ausbildung, um ihren Eltern finanziell nicht auf der Tasche zu liegen.
„Sie ist sehr verwöhnt“: Beagle-Hündin Nami und Herrchen Tommy begeistern auf Social Media
Wir hatten ein bisschen Glück, dass während der Corona-Zeit Zeit sehr viele Leute am Handy waren. Viele haben sich einen Hund geholt und wir haben diesen Zeitgeist einfach genutzt und Videos hochgeladen. Die kamen alle gut an und darauf haben wir aufgebaut. Tommy wünscht sich schon als Kind einen Hund: „Ich wollte schon immer einen Beagle haben, weil mein bester Kumpel damals einen hatte und ich bin mit dem groß geworden.“ Doch seine Mutter mag keine Haustiere und erlaubt ihm keinen Hund.
Pannenhelfer im Einsatz: Marc eilt Autofahrern in Not zu Hilfe
„Man muss das im Blut haben, das Autofahren und das Schrauben. Wenn man einfach nach Katalog arbeitet, ist das nix. Man muss schon mal aus einer Situation eine Idee entwickeln und improvisieren auf der Straße.“ Wenn Marc über Autos spricht, fangen die Augen des Kfz-Meisters an zu leuchten: „Die Technik hat mich immer interessiert. Es ist einfach für mich ein schöner Beruf.
Nach über 2 Mio. Aufrufen: Witwer Friedrich und Enkelin Franzi reagieren auf eure Kommentare
Das ist überwältigend. Das hätte ich nicht gedacht. So ein einfacher Mensch wie ich bin, dass ich sowas noch erleben kann. Vor ein paar Wochen haben wir Friedrich besucht und seine Geschichte erzählt: Mehr als 60 Jahre war der heute 85-Jährige mit seiner Irma verheiratet. Als sie vor knapp drei Jahren stirbt, ist Friedrich plötzlich allein. Trost und Ablenkung findet er in der Küche, die immer das Reich seiner Frau war.
Selbstständig mit 23 - Adem handelt mit Antiquitäten und Vintage
Am Anfang dachte ich mir: ‚Okay, mega.‘ Und dann habe ich gemerkt, dass das auch mit sehr hohen Kosten verbunden ist. Also das ist jetzt nicht einfach: ‚Okay, ich bin jetzt selbstständig und es läuft alles.‘ Vintage-Lampen, antike Möbel oder bunte Bilder Adems Lager in der Mainzer Neustadt gleicht einer kleinen Schatzkammer. Mit Antiquitäten handelt er, seit er 17 Jahre alt ist: „Da habe ich mir ein bisschen was dazuverdient neben der Schule.
Späte Leidenschaft: Friedrich lernt nach dem Tod seiner Frau mit über 80 Kochen und Backen
Vor dem Tod meiner Frau habe ich nichts gebacken und nichts gekocht. Sie hat immer gesagt: ‚Du verhungerst noch, wenn ich mal nicht mehr da bin.‘ Wie sie dann gestorben war, musste ich etwas unternehmen. Mehr als 60 Jahre war Friedrich mit seiner Irma verheiratet. Die beiden lernen sich bei der Weinlese kennen, bauen ein Haus im Hunsrück und bekommen zwei Kinder. Vor knapp drei Jahren stirbt Irma – und plötzlich ist Friedrich allein. „Das Vermissen ist schon hart.
1.000 neue Bäume: Sinah will den Wald retten
Sinah näht schon seit ihrer Schulzeit. Lange ist es nur ein Hobby. Dann kommt ihr die Idee, die Produktion von Mode ganz neu zu denken. 2020 gründet sie ihr eigenes Label und konzentriert sich auf Upcycling: Sie macht aus alten Stoffen neue Kleidung. Viele Menschen schicken der Westerwälderin mittlerweile Textilien, die sie nicht mehr brauchen. Ob Krawatten, Gardinen, oder Spitzentischdecken, Sinah verwendet alles: „Bevor irgendwas wegkommt, sammle ich das und verwerte es wieder.
Johannas Herz schlägt auf der rechten Seite
Dass Johanna ihren 30. Geburtstag feiern kann, ist ein medizinisches Wunder. Sie wird mit nur einem Lungenflügel geboren und trägt das Herz auf der rechten Seite. Ihre Lebenserwartung wird nach ihrer Geburt auf zwei Jahre geschätzt. „Die Ärzte haben damals gesagt: ‚Es ist eine Laune der Natur.‘“ Als Kind wächst Johanna so ‚normal‘ wie möglich auf. „Meine Mutter hat mir eigentlich immer alles erlaubt.
Melanie verliert ihre Zwillinge an einer tödlichen Krankheit
Melanie ist 23, als sie Julio und Joel bekommt. Die ersten sechs Lebensjahre der Zwillinge verlaufen normal. Doch dann spürt Melanie, dass etwas nicht stimmt. Schließlich wird bei ihren Kindern eine unheilbare Stoffwechselerkrankung diagnostiziert. Melanie ist wütend und verzweifelt. Vor allem in der Anfangszeit weint sie viel. Doch dann kommt der Tag, an dem sie für sich entscheidet: „Traurig sein gehört dazu.
Reparieren statt wegschmeißen - Heinrich rettet kaputte Elektrogeräte - SWR Heimat
„Die Natur macht es uns vor: Die Natur repariert ununterbrochen, es gibt dort keinen Abfall. Allein daran kann man sehen, dass wir was verkehrt machen. Wenn wir riesige Berge von Elektroschrott anhäufen, dann ist an unserem System etwas faul.“ (Heinrich aus Ingelheim, repariert Elektrogeräte) Jeder Deutsche wirft im Schnitt jährlich knapp 20 Kilo Elektroschrott weg. Heinrich verzweifelt an diesen riesigen Müllbergen.
Schweinshaxe, Blutwurst, Fleischkäse - Bianca aus China kocht deutsche Rezepte nach
Früher habe ich nie gekocht – in China isst man immer auswärts. Am Anfang meiner Studienzeit in Holland habe ich es dann gelernt. Sonst hätte ich große Probleme gehabt, im Ausland etwas Chinesisches zu bekommen. Bianca ist der Liebe wegen nach Deutschland gezogen. „Das Leben hier ist einfach“, sagt sie, „aber auch ein bisschen langweilig.“ In China gebe es immer und überall etwas zu tun. In Deutschland hingegen würde alles erstmal durchgeplant.
Ich will anderen Gläubigen nichts vorschreiben. Es ist jedem Menschen selbst überlassen, wie er oder sie dazu steht.“ Dilber aus Bendorf hat nach 25 Jahren ihr Kopftuch abgelegt. „Mein Mann hatte auch ein Problem damit. Er kam anfangs damit gar nicht klar. Und irgendwann habe ich zu ihm gesagt: ‚Das ist mein Leben.‘ Dann sind wir den Weg gemeinsam gegangen. Als Jugendliche findet Dilber zu ihrem Glauben: „Ich habe mich rund um die Uhr mit dem Islam beschäftigt.
Hunde-Fan Verena ist ehrenamtliche Gassigeherin im Tierheim Worms
„Es ist eine schöne Sache, den Hunden im Tierheim zu helfen, dass sie ein bisschen Normalität und Beschäftigung haben - und nicht nur im Zwinger sitzen.“ (Verena, ehrenamtliche Gassigeherin im Tierheim Worms) Verena ist seit ihrer Kindheit mit Hunden verbunden. Am liebsten würde sie sich einen eigenen Hund anschaffen, ihr Vermieter erlaubt das aber nicht. Über eine Bekannte kam sie zum Tierheim Worms und ist dort eine von 20 ehrenamtlichen Gassigeher*innen.
Eleyna kämpft für ein besseres Image von Schlagermusik
„Ich kann es nicht mehr hören, wenn Menschen sagen: ‚Schlager ist nur was für den Ballermann und Fastnacht‘. Klar wird auf dem Ballermann eine Form von Schlager gespielt. Aber das sind zwei verschiedene Paar Schuhe – textlich und musikalisch.“ Eleyna (24, Schlagersängerin aus Alzey) nervt es, wenn ihre Leidenschaft, das Schlagersingen, immer wieder mit Vorurteilen belegt wird. „Schlagertexte sind übertrieben. Deutschrap aber auch.
Stand Up Paddling im Selbstversuch
Urlaub in Deutschland steht in diesem Jahr hoch im Kurs. Für Urlaubs- und Glücksgefühle sorgte bei SWR-Reporterin Katharina Feißt ein "Stand Up Paddling"-Kurs im Mainzer Zollhafen. Stand Up Paddling im Selbstversuch Urlaub in Deutschland steht in diesem Jahr hoch im Kurs. Für Urlaubs- und Glücksgefühle sorgte bei SWR-Reporterin Katharina Feißt ein "Stand Up Paddling"-Kurs im Mainzer Zollhafen. Morgens um 9 Uhr lässt die Sonne das Wasser im Hafenbecken glitzern. Viel los ist noch nicht.
Wenn Babys tot geboren werden: Simone ist Mutter von drei Sternenkindern
„Ich lag eine Woche auf der Entbindungsstation und hörte das Schreien der Babys, die geboren wurden. Ich habe mir die Ohren zugehalten. Konnte es nicht ertragen, weil unsere Kinder nicht geschrien haben.“ Simone Osteroth verliert ihre Tochter Anna im frühen Schwangerschaftsstadium. Ein Jahr später ist sie wieder schwanger – dieses Mal sind es Zwillinge. Doch im fünften Monat werden auch Thomas und Felix tot geboren.
Tollpatsch mit vier Flossen
Nachwuchs bei den Seelöwen im Karlsruher Zoo: Vor fünf Wochen wurde die 15-jährige Seelöwendame Chicca zum zweiten Mal Mutter. Am Dienstag durfte der kleine Henry zum ersten Mal seine Kinderstube verlassen.
Schmetterlinge im Bauch mit über 70 - Liebe und Lust im Alter
Wie ist das, sich mit Ende 70 noch einmal zu verlieben? Heide und Franz sind frisch verliebt und geben einen Einblick in ihre Gefühlswelt. „Heide war nicht mein Typ. Wenn ich sie auf der Straße gesehen hätte, wäre sie mir nicht aufgefallen.“ „Unverschämtheit! Wo alle anderen Männer hinter mir herrennen.“ Und viele gemeinsame Interessen: Reisen, Literatur, Sprachen, Kultur und das Reiten. Sie stellen fest, dass sie vor 40 Jahren im Mannheimer Reiterverein sogar dieselben Pferde geritten sind.
Heide und Franz - neue Liebe mit Ende 70
Das Leben genießen, es so nehmen, wie es gerade ist - das ist können Heide und Franz aus Meersburg am besten zusammen. Die beiden haben sich nach dem Tod ihrer Partner gefunden. Heide (78) war 45 Jahre lang verheiratet, Franz (77) 35 Jahre. Als sie sich kennenlernen, sind sie frisch verwitwet. Gesucht haben sie sich nicht – aber gefunden. Am Anfang ihrer Beziehung nennen sie sich manchmal bei den Namen der verstorbenen Ehepartner. Krumm nehmen sie sich das nicht.
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