Ressortleiter Dossier, DIE ZEIT. Hier privat. // Editor at DIE ZEIT. Views are my own.
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Articles by Malte Henk
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Parlamentswahl in Ungarn : Orbán galt als unbesiegbar. Wählen sie ihn jetzt ab?
An einem warmen Sonntagvormittag schieben sich Zehntausende über die Margaretenbrücke, die über die Donau zum Stadtzentrum von Budapest führt. Es ist noch früh am Tag, aber die Sonne scheint so heiß, dass viele Menschen Hüte tragen, um sich nicht die Haut zu verbrennen. Kinder schwenken Ungarn-Flaggen, eine alte Dame humpelt auf Krücken, sie hat sich, wie fast alle hier, die Kokarde an die Brust geheftet, eine Rosette in Rot-Weiß-Grün, den Nationalfarben.
Polarisierte Gesellschaft: Lauter kleine Risse, tausendfach
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — Der Spalt Seite 2 — Die "Spaltung der Gesellschaft" gab es schon im deutschen Kaiserreich Seite 3 — Scheinbar steht immer gleich die Einheit der Nation auf dem Spiel Seite 4 — Es ist ein Streit zwischen denen, die sich in vielem ähnlich sind Seite 5 — Mit wem soll man noch sprechen? Mit wem nicht? Seite 6 — Zu welchem Abschied soll man bereit sein? Vor ein paar Wochen habe ich in Niederbayern einen Mann kennengelernt, an den ich seitdem oft denken muss.
Inge Jens: Eine Frau, die ihren Frieden gemacht hatte
Es war an einem Samstag Anfang Oktober 2021, einem der letzten warmen und sonnigen Tage des Jahres in Tübingen. Gerade mal zehn Wochen ist es nun her. Inge Jens schob langsam, aber zielstrebig ihren Rollator auf den Stadtfriedhof und wies den Weg zum Grab ihres Mannes, des Rhetorik-Professors, Schriftstellers und Großdenkers der alten BRD, Walter Jens. Immer wieder kommen Besucher hierher, und so hat die Stadt extra eine Bank aufstellen lassen, auf die sich Inge Jens nun setzte.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Benjamin List : Das Experiment seines Lebens
DIE ZEIT: Herr List, wie war das, als Sie Anfang Oktober erfuhren, dass Sie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet werden? Benjamin List: Das ist ein Moment, der einen so überwältigt, dass man hinterher die Details vergisst. Ich habe sie in den letzten Wochen ab und zu ein wenig durcheinandergebracht. Aber gestern hat es mir meine Frau noch mal erzählt. Sie können jetzt exklusiv die wahre Story hören! ZEIT: Ja, bitte. List: Ich hatte wirklich nicht damit gerechnet. Absolut nicht.
Inge Jens: "Wie kamen die darauf, die Frauen schweigen zu lassen?"
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — "Wie kamen die darauf, die Frauen schweigen zu lassen?" Seite 2 — "Im Nachhinein finde ich es blöde" Seite 3 — "So what? Tut ja nicht weh" Seite 4 — "Ich glaube, der Mensch ist kein fehlerloses Wesen" Seite 5 — "Man macht das nicht, aber mein Gott, er war ein Anfänger" DIE ZEIT: Frau Jens, Sie und Ihr 2013 verstorbener Mann galten als das intellektuelle Traumpaar der alten Bundesrepublik. Was machte Ihre Liebe aus?
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Riesenlinde zu Heede : Die dicke Linde und die Ewigkeit
Wie alles anfing, weiß niemand ganz genau. Wahrscheinlich so: Vor mindestens 600 Jahren pflanzte im Emsland, in einem Ort namens Heede, ein Mensch einen Baum. Vielleicht war es zu der Zeit, als in Mainz der junge Johannes Gutenberg zur Schule ging, vielleicht auch noch früher, vor 800 Jahren, als in Jerusalem der Stauferkaiser Friedrich mit seinem Kreuzfahrerheer Einzug hielt und in Köln mit dem Bau eines Doms begonnen wurde. Vielleicht stützte ein Holzpfahl den Baum in seinem ersten Jahr.
Rechtsterrorismus: Die lange Blutspur des rechten Terrors
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Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 —Die lange Blutspur des rechten Terrors Seite 2 —Die Zeit der Kriegsspieler und Möchtegern-Hitlers Seite 3 —"Es gab beim Terrorismus eine RAF-Fixierung" Seite 4 —Rassist, psychisch krank, Einzeltäter?
By Christian Fuchs Verified, Astrid Geisler Verified, Malte Henk Verified, Paul Middelhoff, Daniel Muller Verified, Yassin Musharbash Verified, Karsten Polke Majewski, Holger Stark Verified, Tanja Stelzer Verified, Wolfgang Uchatius Verified
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Die Zeit
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Geburten: Drei von 140 Millionen
Im Zimmer 219, gelegen am Ende eines langen Krankenhausflurs, ist es an diesem Nachmittag ganz still. Gerade sind hier drei Menschen eingezogen, eben hat sich die Tür hinter ihnen geschlossen. All das Hin und Her der Klinik, das Gebimmel der Aufzüge, die Schritte hastender Schwestern, das Rollen der Betten auf Linoleum, es scheint plötzlich weit entfernt. Da liegt, in einer kleinen Wanne aus Plastik, ein winziges Wesen. Eingepackt in Decken und Tücher. In seinem Schlaf bewacht von einem Teddybären.
Asylpolitik: Seehofers 69
Reuters »Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden.« Bundesinnenminister Horst Seehofer am 10. Juli 2018 Am 69. Geburtstag des Innenministers Horst Seehofer wurden 69 Flüchtlinge nach Afghanistan abgeschoben. Wer waren diese Menschen? Und was ist aus ihnen geworden?
Afrika: "Wir brauchen einen afrikanischen Frühling"
Im Dossier der vergangenen Woche haben wir beschrieben, warum so viele Afrikaner ihre Heimat verlassen wollen. Jetzt sitzen vier Menschen an einem Tisch, ein Historiker, eine Journalistin, ein Politiker, ein Unternehmensberater – ihr Thema: Wie lässt sich Afrika helfen? Zwei der vier stammen aus Deutschland, haben aber lange in Afrika gelebt. Zwei kommen aus Afrika, sind aber jetzt in Deutschland. Vielleicht, das ist die Hoffnung, lassen sich Lehren ziehen aus dem, was sie erlebt und gesehen haben.
Afrika: Der afrikanische Fluch
Vor zwei Tagen ist der Güterzug in der norditalienischen Stadt Novara abgefahren, hat erst die Schweizer Alpen und dann ganz Deutschland durchquert, jetzt steht er hier im Hafen von Lübeck, und Markus Mattersberger muss sich beeilen. Mit orangefarbener Warnweste und gelbem Helm läuft der Hafenarbeiter am Zug entlang und löst an jedem Waggon die Verriegelungen, damit sein Kollege auf dem Kran die Fracht abladen kann, das Schiff wartet schon.
Gentrifizierung: Wem gehört Kreuzberg?
Hans-Ulrich Fluß hätte es kaum noch für möglich gehalten, aber seitdem das Leben zurückgekehrt ist in dieses große alte Eckhaus, nur ein paar Schritte von seiner Wohnung entfernt, hat er wieder was zu tun. Fluß steht jetzt oft im ersten Stock am Wohnzimmerfenster und schaut hinüber. Neulich versammelten sich Demonstranten vor dem Haus, und auf ihren Plakaten las Fluß Sätze wie "Euer Luxus ist unsere Armut". Er beobachtet auch die Streifenwagen der Polizei, die nun mehrere Male am Tag vorbeikommen.
Syrien: Das Ringen um Palmyra
Schlimmer, als etwas zu verlieren, ist dies: etwas zum zweiten Mal zu verlieren. So ging es Mohammed al-Farez am vergangenen Wochenende. Al-Farez, ein kleiner schwerer Mann Ende 30 mit dunklen Augenringen, stammt aus Palmyra, der Stadt in der syrischen Wüste, die berühmt ist für ihre antiken Ruinen.
Palmyra: Im Reich Assads | ZEIT ONLINE
Als der Löwe endlich Damaskus sieht, mit dem einen Auge, das der Krieg ihm gelassen hat, liegt er im Schatten grüner Bäume. Starr blickt der Löwe nach oben. Pärchen spazieren durch einen Garten, der Wind weht sanft, und der Krieg ist nur ein Grummeln in der Ferne, so unwirklich wie ein böser Traum. Ein Bild von Ruhe und Sicherheit. So gehen Geschichten zu Ende. Diese fängt hier an. Sie wird dort aufhören, wo der Löwe herkam, im Krieg. Nach seiner Rettung lag der Löwe bedeckt von einer Plastikplane.
Markus Rehm: Ist er besser, weil er behindert ist?
Markus Rehm hat eine Tasche dabei, eine von der Sorte, in die man Tennisschläger tut. Holt ein Ding heraus, gelb und schwarz und schön geschwungen, wie ein Bumerang in Übergröße. Legt es vorsichtig ins Gras. Entblößt für einen winzig kurzen Augenblick, was von seinem rechten Bein übrig ist: unterhalb des Knies der Stumpf, grotesk verformt, umhüllt von dünner weißer Haut. Fügt das Ding an, fixiert es mit einer Art Bandage. Steht auf. Wippt. Durch ein Ventil entweicht Luft, wie aus einem Fahrradreifen.
Alternative für Deutschland: Wie ich auszog, die AfD zu verstehen
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — Wie ich auszog, die AfD zu verstehen Seite 2 — Undercover-Recherche als Facebook-User Matthias Weiß Seite 3 — Helmut Kohls geistig-moralische Wende hat es gegeben Seite 4 — Facebook, ein Kontinent der offenen Grenzen Seite 5 — Es ist nicht leicht, aus einer Bewegung eine Partei zu formen Seite 6 — In vielen Orten Ostdeutschlands herrscht Progromlust Seite 7 — Die AfD-Leute experimentieren mit anderen – und mit sich Ließe sich das, was mit diesem...
Syrien: Der Exodus von Tel Goran
Read the English version of this article here Am Ende, das auch ein Anfang sein könnte, geht alles ganz schnell. Als die Maschine der Tunisair an Höhe gewonnen hat und über dem Mittelmeer das Anschnallzeichen erlischt, schwenkt Flug TU 744 in Richtung Norden. Als das Frühstück kommt, zieht unten eine Insel vorüber.
The Exodus | ZEIT ONLINE
At the end, which could also be a beginning, everything goes very fast. As the Tunisair plane gains altitude and the fasten-safety-belts sign goes out over the Mediterranean, TU Flight 744 pivots to a northerly heading. When breakfast comes, an island passes by below. And as the flight attendant’s trolley swallows up empty trays and Ismail Ismail, whose first and last names are the same, looks out the window, he sees land between wisps of clouds and wonders whether that is already Europe.
Syrische Flüchtlinge: Was geht mich dieser Rucksack an?
Getrieben von Neugier und einer Art Ehrfurcht, nähert er sich dem Rucksack. Das Surren des Reißverschlusses. Anderhub zögert. Dann hält er eine feuchtfleckige Jeans in den Händen, mit spitzen Fingern, so wie man Schmutzwäsche anfasst. Eine Wasserflasche taucht auf. Ein Kamm. Zahnbürste, Rasierer, Tabletten, zwei Packungen Chips von Pringles. Anderhub hat das Gefühl, in den Eingeweiden eines fremden Lebens zu wühlen. Er ahnt jetzt, das sind Flüchtlinge.
Ebola: Der Kampf gegen die Seuche
Walter Lindner, der Ebola-Beauftragte der deutschen Bundesregierung, ist krank. Er liegt in seinem Zimmer im Mamba Point Hotel in Monrovia, der Hauptstadt Liberias. Eine Grippe womöglich, eingeschleppt aus Europa, glaubt Lindner. Er war schon fünfmal hier im Krisengebiet, so etwas ist ihm noch nie passiert. "Ich muss aufpassen, dass ich kein Fieber bekomme", hat er gesagt, bevor er sich hinlegte. Wer Fieber hat, gerät in Verdacht, Ebola zu haben.
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