A new AI capability that delivers analysis-ready Media Intelligence. More than just a product launch, this is a shift in how communications teams monitor, understand and act on media coverage.
Russlands Probleme lassen sich immer schwerer verbergen: leere Tankstellen in einem Ölexportland, Rückschläge an der Front, ukrainische Angriffe tief im russischen Hinterland und die seit April verhängte Sperre der beliebtesten Kommunikationsplattform des Landes. Die schärfste Kritik daran kommt nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus dem eigenen Kriegslager — von Militärbloggern, die Tag für Tag ungestraft austeilen dürfen, für die gewöhnliche Bürger längst im Straflager säßen.
Das Balkendiagramm mit der „Trump-Billion“ im Oval Office ging um die Welt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte präsentierte dem US-Präsidenten die aggregierten Verteidigungsausgaben der Bündnisstaaten wie einen Geschäftserfolg. Die Botschaft war eindeutig: Europa liefert. Höhere Verteidigungsausgaben, neue Fähigkeitsziele und umfangreiche Rüstungsaufträge – vielfach bei amerikanischen Unternehmen – sollten zeigen, dass die europäischen Verbündeten ihre Zusagen einlösen.
In seiner ersten Regierungserklärung betonte Bundeskanzler Friedrich Merz: „Wir müssen in diesem Land wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten. Mit Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance werden wir den Wohlstand dieses Landes nicht erhalten können.“ Auch führende Unionspolitiker fordern Einschnitte in den Sozialstaat, von Kürzungen beim Bürgergeld über schärfere Sanktionen bis hin zu einer längeren Lebensarbeitszeit.
Das vermeintliche Recht der Stärkeren ist zu einer Schwäche geworden. Militärische Großmächte wie die USA, Russland und Israel haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf militärische Gewalt als Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen verlassen. In ihren Hauptstädten herrschte die Überzeugung, dass das Völkerrecht nutzlos oder sogar ein lästiges Hindernis sei.
Sofern es nicht doch noch zu einer Überraschung kommt und sich in letzter Minute ein weiterer Kandidat um die Nachfolge von Keir Starmer als Vorsitzendem der Labour Party und Premierminister Großbritanniens bewirbt, dürfte Andy Burnham der nächste britische Regierungschef werden. Sollten bis zum Ende der Nominierungsfrist am 15. Juli keine weiteren Bewerber antreten und die Unterstützung von mindestens 20 Prozent der Labour-Fraktion im Unterhaus gewinnen, wird Burnham am 20. Juli Premierminister.
Auf dem Gipfel in Ankara am 7./8. Juli steht die NATO vor einer dreifachen Herausforderung: Sie muss sich erstens auf die veränderte geopolitische Lage, nämlich die neue Großmächterivalität, ausrichten, etwa durch die Priorisierung der Bündnisverteidigung und den Aufbau von Fähigkeiten zur konventionellen und hybriden Kriegsführung. Zweitens muss das Bündnis die transatlantischen Spannungen glätten und politische Geschlossenheit nach außen demonstrieren.
Kaum jemand formulierte es so prägnant wie Robert Kagan, seines Zeichens Ikone der US-Neokonservativen: „Schachmatt im Iran“. Und es stimmt, der gescheiterte Krieg gegen Iran ist eine Zäsur für den Nahen Osten. Der Niedergang der amerikanischen Hegemonie könnte nun in zweierlei münden: einen endgültigen Zusammenbruch jeglicher Ordnung durch die Verstetigung eines Weder-Krieg-noch-Frieden-Szenarios.
Die Krise am Persischen Golf macht deutlich: Die eigentliche Dividende der Energiewende ist heute nicht nur Klimaschutz. Sie ist geopolitische Resilienz. Staaten, die ihre Energieversorgung auf erneuerbare Quellen umgestellt haben, sind deutlich weniger verwundbar gegenüber Kriegen, Blockaden und Preisschocks als jene, die weiter von Öl- und Gasimporten abhängen. Australien zeigt derzeit, wie eine solche Energiepolitik zum geopolitischen Standortvorteil werden kann.
Die Fragen stellte Philipp Kauppert. Wenn Sie auf die deutsche China-Debatte blicken: Was ist das größte Missverständnis, das uns heute daran hindert, China realistisch zu verstehen? Ich glaube gar nicht, dass es das eine größte Missverständnis gibt. Der grundlegende Fehler, den wir gegenüber China gemacht haben – und übrigens auch gegenüber Russland –, war, ihnen nicht zu glauben.
Es ist nur zum Teil ein Zufall, dass der zehnte Jahrestag des Brexit-Referendums – jenes Ereignisses, das eine giftige Polarisierung der britischen Politik ausgelöst hat – von einem weiteren politischen Opfer geprägt war: dem Rücktritt des britischen Premierministers Keir Starmer. Starmer tritt mit der für ihn typischen Würde ab, jedoch ohne sein vor zwei Jahren gegebenes Versprechen, die britische Wirtschaft wieder anzukurbeln, eingelöst zu haben.