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Articles by Michael Möseneder
Missbrauchsprozess: Die Tochter und die Halbgeschwister
Er war damals zurück zu seiner Mutter gezogen, die in einer Zwei-Zimmer-Wohnung lebte. "Am Wochenende, wenn die Kinder da gewesen sind, haben wir auf einer ausziehbaren Bank geschlafen." – "Das ist in Wien eine Couch, habe ich mittlerweile gelernt", merkt die aus einer gebirgigeren Gegend Österreichs stammende Vorsitzende an. 2009 lernte G.
Sozialbetrugsprozess: Freispruch für Asylantrag mit falschen Daten
Ein 38-jähriger Nigerianer soll seit 2012 unter falscher Identität in der Grundversorgung gelebt haben. Strafbar hat er sich nicht gemachtWien – Ist es strafbar, unter falschem Namen einen Asylantrag zu stellen, ein falsches Heimatland zu nennen und sich 14 Jahre jünger zu machen?
Prozess gegen Heiratsschwindler, der aus der Zelle heraus betrog
Wien – Vielleicht wird aus der Geschichte von Willibald K. einmal ein Filmstoff. Das Leben von Frank Abagnale kam ja schließlich auch als "Catch Me If You Can" mit Leonardo DiCaprio in die Kinos. Und der US-amerikanische Hochstapler ist im Vergleich zum 62-jährigen Angeklagten eigentlich ein Anfänger – denn K. soll ein halbes Dutzend Frauen betrogen haben, während er im Gefängnis saß.
Brandstiftungsprozess: "Pessimist" und mysteriöses Feuerzeug
Ein 31-Jähriger soll kurz vor der geplanten Scheidung die gemeinsame Wohnung angezündet haben. Er sagt vor Gericht dazu nichtsWien – Drei Scheidungstermine hat Murat D. seit vergangenem September platzen lassen, daher ist der 31-Jährige noch immer mit Melanie R. verheiratet. Und laut Anklage soll die bevorstehende Scheidung nach zweijähriger Ehe beziehungsweise ein Streit um die Obsorge für die zweijährige Tochter des Paares auch der Grund sein, warum der Unbescholtene am Morgen des 9.
Prozess gegen "Angeber", der vier Monate alte Tochter missbrauchte
Was ist laut Bischof im vergangenen Sommer in der kleinen Gemeinde im Bezirk Gänserndorf geschehen? Der Angeklagte, seine Lebensgefährtin und der Säugling waren daheim, Marcel B. wie so oft zu Besuch. L. habe beschlossen, das Kind zu baden, als der Bekannte ins Badezimmer kam, habe L. noch gesagt "Schau amoi, wos i moch" und dann das Kind mit dem kleinen Finger penetriert. Kurz darauf ist es an der Staatsanwältin, Protest gegen den Vorsitzenden einzulegen. Der will von L.
Körperverletzungsprozess: Mike-Tyson-Schlag in Simmering
Wien – Richter Andreas Böhm darf sich mit dem Nachtleben im Süden Wiens beschäftigen. Genauer damit, welche Auswirkungen Alkoholkonsum auf dieses hat. Der Fall spielt in Wien-Simmering, angeklagt sind Herbert G. und Barbara C. – G. soll der Frau einen Faustschlag verpasst haben, die Zweitangeklagte davor Jaqueline J. mit einem Kopfstoß an der Nase verletzt haben.
Mordprozess: Undercoverpolizist als vermeintlicher Killer
Ein Pensionist soll zum Mord an seiner Ex-Frau angestiftet haben. Die Geschworenen verurteilen ihn, die Berufsrichter setzen das Urteil ausWien – Rupert K. ist 68 Jahre alt und entweder ziemlich gewieft oder ganz erstaunlich dumm. Soll er doch im vergangenen Herbst einen pensionierten Polizisten beauftragt haben, einen Mörder zu organisieren, der K.s Ex-Frau töten sollte.
Vergewaltigungsprozess: "Kennenlernen" auf Armenisch
Da auch dieses Opfer um Hilfe schrie, flüchtete der Angeklagte und griff zehn Minuten später die Nächste an. "Was wollten Sie von der Frau?", probiert die Vorsitzende es erneut. "Ich wollte sie kennenlernen. Ich habe einen Fehler gemacht." – "Herr A., wie lernt man Frauen kennen?", nimmt sich Reich von dem jungen Mann, der in seiner Heimat ein Studium begonnen hatte, nicht ganz ernst genommen.
Betrugsprozess: Der anerkannte Kurpfuscher in seinem Gespinst
K. selbst erzählt, dass er im Lauf seines Lebens in unterschiedlichen Fachgebieten gearbeitet hat. Nach einem vierjährigen Aufenthalt in der Schweiz sei er 2008 nach Österreich zurückgekommen – und lernte eine Frau kennen. "Der habe ich dummerweise erzählt, dass ich Arzt bin", gesteht er ein. "Das ist nicht die beste Basis für eine vertrauensvolle Beziehung", gibt Salzborn einen Partnerschaftstipp. "Was hat die Freundin studiert?", interessiert die Richterin.
IS-Prozess: Neun Jahre Haft für die "pubertären" Anschlagspläne
Wien – "Bau eine Bombe in Mamas Küche" lautete der Titel einer Anleitung aus dem Internet, derer sich auch der 19-jährige Lorenz K. und seine teilweise minderjährigen Gesinnungsfreunde in Deutschland bedient haben. Schon aus dem Titel lässt sich zwar folgern, dass es sich beim Endprodukt nicht um hochprofessionelle Sprengsätze handelt – gefährlich genug waren sie laut Sachverständigen aber.
IS-Prozess: Der falsche Glaube der 15-jährigen Ehefrau
Wien – Im Gegensatz zu Shakespeares Julia war Amal E. mit 15 Jahren zumindest schon mündig, als sie am 1. Dezember 2016 Lorenz K. geheiratet hat – nach islamischem Recht, in der Wohnung eines Imams in der deutschen Stadt Neuss.
IS-Prozess: Der sensible Terrorist mit den zwei Gesichtern
Allerdings berichtet sie von angeblichen Panikattacken – der Sohn sei schweißgebadet in der Nacht aufgewacht, habe fahrig gewirkt. "Was träumst du?", habe sie ihn gefragt. "Ich träume, dass ich in Deutschland bin und von der Polizei festgenommen wurde", lautete die Antwort. "Er hat so Angst gehabt, wieder ins Gefängnis zu müssen", ist die Mutter überzeugt. Die noch einen Abschlusssatz für die Geschworenen hat: "Der Lorenz hat sehr viele Tiefpunkte erlebt.
Urteil: "Krone"-Jeannée ist "Sudelfeder", aber kein "Promilleschreiber"
Wien – Der biblische König Salomo hatte es wahrscheinlich leichter als Richter Stefan Apostol: Ersterer musste bis zu einem Urteil nur zwei Zeuginnen hören, Letzterer verhandelt seit über sieben Monaten den Rechtsstreit zwischen "Krone"-Kolumnist Michael Jeannée und der Mediengruppe "Österreich".
Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs gegen dubiose Drogenfahnder
Es ist nicht der erste dubiose Fall, in den die beiden Beamten, für die die Unschuldsvermutung gilt, verwickelt sind. Auch eine Verurteilung in Salzburg wurde aufgehoben, die Staatsanwaltschaft St. Pölten prüft derzeit zahlreiche Urteile, wie Behördensprecher Leopold Bien sagt. Nach derzeitiger Aktenlage scheint festzustehen, dass zumindest einer der verdächtigen Ermittler, der auch freiheitlicher Gewerkschafter ist, in seinen Berichten den Einsatz von Informanten und Kollegen nicht vermerkt hat.
Prozess: Der "Gachzurnige" und das malträtierte Auto
D. bietet aber eine Entschuldigung für sein Verhalten: "Ich leide an ADHS", betont er. "Das führt aber normalerweise nicht dazu, dass man Sachen kaputtmacht", merkt der Richter an. "Ja, aber ich zucke deshalb immer aus", ist der Angeklagte überzeugt. "Wie würden Sie Ihre Beziehung beschreiben?", will Potmesil wissen.
Mordprozess: Der Albaner, die Serben und zwei Herzstiche
Der unbescholtene Angeklagte, der seit 2003 in Österreich lebt, versucht also dem Gericht zu erklären, in welcher Panik er sich befunden haben will. Das gelingt ihm zunächst nur mäßig erfolgreich – teilweise weicht er Fragen des Vorsitzenden völlig aus, andere kann er nur mit "Ich weiß es nicht" beantworten. T. erzählt die Geschichte jedenfalls so: Er habe sich knapp vor dem Vorfall mit seiner Ex in einer Diskothek getroffen.
Pro und Kontra: Impfpflicht für Spitalspersonal
Die schlechte Nachricht zuerst: Die Zahl der Masernfälle steigt auch heuer wieder. Schon 2015 hatte Österreich einen unrühmlichen und besorgniserregenden Stockerlplatz: Nur in zwei anderen europäischen Ländern gab es mehr Masernkranke. Was noch mehr verwundert: Viele Ansteckungen erfolgten in Krankenhäusern. Sie trafen also jene Menschen, die ohnehin schon geschwächt waren. Masern sind eine gefährliche und hochansteckende Viruserkrankung.
Prozess um fast tödliche Stiche wegen ein paar Euro Zeche
Wien – Eigentlich wollten Andrey I. und zwei seiner Freunde am 20. Oktober einen gemütlichen Abend in einem Lokal in der Favoritenstraße verbringen. Der Plan ging nicht auf: Der 17-jährige Bulgare ist nun mit einer Anklage wegen Mordversuchs vor dem Geschworenengericht unter Vorsitz von Beate Matschnig, da er einen 16-jährigen Kontrahenten vor dem Café Monte mit einem Springmesser fast erstochen hat.
Missbrauchsprozess: Der Volleyballtrainer mit den Kurzschlüssen
Ein 61-Jähriger soll über Jahre mehrere unmündige Mädchen missbraucht haben. Dass er pädophil ist, will er nicht wirklich wahrhabenWien – Es dauert eine gute Stunde, bis Johannes H. erstmals zugibt, was er für ein Problem hat. "Sind Sie der Meinung, dass Sie pädophil sind?", fragt ihn Sonja Höpler-Salat, Vorsitzende im Schöffenprozess gegen den 61-jährigen Angeklagten. "Ja", lautet dessen leise Antwort. Sechs Mädchen, darunter seine eigene Enkelin, soll H.
Bergauf, bergab - auf der Rolltreppe durch Wien
Apropos Geschwindigkeit: Da liegt man laut Pertl in Wien rolltreppenmäßig im Spitzenfeld. Mit 2,34 Kilometern pro Stunde liege man hinter Hongkong (2,7 Stundenkilometer und Prag (bis zu 3,24 km/h) weltweit auf Platz drei. Wobei: Es gibt nur drei verschiedene gesetzlich erlaubte Geschwindigkeitsstufen, in Wien wird die zweite verwendet. Die noch vorhandenen rasenden Treppen in Prag sollen sukzessive ausgetauscht werden.
Messerattacken in Wien: Kein Grund zur Panik
Auseinandersetzungen werden in den vergangenen Jahren immer öfter mit Waffen ausgetragenIn einer "schlechten, aggressiven Stimmung" und "auf seine gesamte Lebenssituation wütend" sei er gewesen – das bot ein 23-jähriger Afghane den Kriminalbeamten als Erklärung, warum er in Wien vier Menschen niedergestochen habe.
Nötigungsprozess: Der ständig kontrollierte junge Nigerianer
Drei Polizisten sollen einen 15-Jährigen auf einer Polizeiinspektion gedemütigt und beschimpft haben. Sie streiten das vehement abWien – Im vergangenen Juni kam der 15-jährige Odion A. via Italien von Nigeria nach Österreich. Zwei Monate später verkaufte er Drogen an einen verdeckten Polizeiermittler und musste dafür gemeinnützige Arbeit leisten, einer Vorstrafe entging er.
Mordprozess nach Carjacking: Zehn Jahre für den Empathielosen
Ein 20-Jähriger, der mit drei Komplizen bei einem Autoraub das Opfer fast getötet hat, bleibt bis zuletzt dabei, selbst ein Opfer zu seinWien – "So etwas würde man eher in Rio de Janeiro erwarten und nicht in Wien", begründet Norbert Gerstberger, Vorsitzender des Geschworenengerichts, warum Iulian Z. zu zehn Jahren unbedingter Haft verurteilt wird. Der 20-Jährige war dabei, als ein 53 Jahre alter Angestellter am 12. Oktober 2016 im nächtlichen Wien-Simmering fast totgeprügelt wurde, da Z.
Enervierte Richter in Prozess um Mordversuch bei Autoraub
Wien – Der Amtstitel Hofrat verrät, dass Norbert Gerstberger, Vorsitzender des Geschworenengerichts im Verfahren gegen Iulian Z., über eine gewisse Berufserfahrung und Abgeklärtheit verfügt. Der 20-jährige Angeklagte schafft es aber mit seinen Aussagen ohne große Mühe, dass Gerstberger um seine Contenance ringen muss und Beisitzer Daniel Rechenmacher bei einer Gelegenheit unbewusst die linke Hand so verkrampft, als würde er Z. am liebsten am Kragen packen und schütteln.
Körperverletzungsprozess: Streit um Hund oder Brust im Espresso Jolly
Nasenbeinbrüche standen am Ende eines Konflikts in Wien-Ottakring. Warum die Auseinandersetzung begann, ist ein MysteriumWien – Als mythologischer Held hätte Richter Christian Noe zweifelsohne von einer Prinzessin einen Faden bekommen, um aus dem Labyrinth der Vorfälle im Espresso Jolly in Wien-Ottakring wieder heil herauszufinden. Noes Problem im Verfahren gegen Dragan M. und Johannes D.: Ihm werden ziemlich viele verschiedene Fadenschnipsel vorgelegt.Es geht um den Abend des 12. April.
Lokalaugenschein im Tschocherl und im Pub: Das uneinige Rauchervolk
"Eine komplette Vertrottelung!", ist der recht klare Standpunkt von Neven Sunjic-Jörgensen, wenn es um den Plan geht, Rauchen in der Gastronomie komplett zu verbieten. "Ich habe vor zehn Jahren aufgehört zu rauchen, aber mich stört es nicht", sagt der 54-Jährige, während er an der Bar des Cafés KlimBim in Wien-Floridsdorf sitzt. Das kleine Lokal am Franz-Jonas-Platz, direkt bei der Endstation der U-Bahn-Linie 6, ist das, was man in Österreich ein Tschocherl nennt.
Vergewaltigungsprozess: Drei Kongolesen und ein "Mischlingsbaby"
Am 14. Oktober soll das Trio in einer Bar in der Kärntner Straße gewesen sein. Ebenso Frau R., die laut Staatsanwältin das Opfer ist. In der Anklage wird dem Trio vorgeworfen, die Frau mit einem Taxi in die Wohnung des Drittangeklagten gebracht und dort der Reihe nach vergewaltigt zu haben, ehe sie wieder freigelassen wurde.
Prozess: Ex-Spitzengrüne war doch keine Prostituierte
Ein Pensionist hatte nach Veröffentlichung von Rotlichtmemoiren behauptet, eine hochrangige Politikerin habe im Bordell gearbeitetWien – Wer das Bedürfnis haben sollte, medial zu verbreiten, dass eine ehemalige Grünen-Spitzenpolitikerin während ihres Studiums in einem Bordell Sex gegen Geld angeboten hat, sollte es besser bleiben lassen. Zumindest Richter Thomas Spreitzer ist im Prozess um üble Nachrede gegen Walter E.
Politikerin verunglimpft: Site-Betreiber verurteilt
Ein Pensionist hatte nach Veröffentlichung von Rotlichtmemoiren behauptet, eine hochrangige Politikerin habe im Bordell gearbeitetWien – Wer das Bedürfnis haben sollte, medial zu verbreiten, dass eine ehemalige Grünen-Spitzenpolitikerin während ihres Studiums in einem Bordell Sex gegen Geld angeboten hat, sollte es besser bleiben lassen. Zumindest Richter Thomas Spreitzer ist im Prozess um üble Nachrede gegen Walter E.
Diversion für Polizisten, die Übergriff von Kollegen ignorierten
"Waren Sie nach dem ersten Schlag nicht selbst schockiert?", will Romstorfer noch wissen. "Ich habe ganz einfach nicht nachgedacht", antwortet der Erstangeklagte. Dass er die Tür zum Gang geschlossen habe, sei ebenso unbewusst gewesen. "Es waren ja auch andere Personen in dem Zimmer, und ich wusste, dass es eine Kamera gibt." Auch seine Handschuhe habe er bereits zu Beginn des Einsatzes aus beruflicher Erfahrung getragen. "Wir sind dort ja öfters.
Mordprozess um fast tödliche Messerstaffel auf Favoritner Straße
Wien – Gleich vier junge Männer sind vor dem Geschworenengericht unter Vorsitz von Beate Matschnig, weil sich aus einem Streit in der U-Bahnlinie 1 ein Bauchstich auf der Straße in Wien-Favoriten entwickelt hat. Die wegen Mordversuchs beziehungsweise Beihilfe angeklagten Afghanen sind 17 bis 19 Jahre alt, unbescholten, drei von ihnen leben in derselben Wohngemeinschaft.
Prozess um "Massöse" und Streit im Gemeindebau
Wien – "Die Situation ist eine tickende Zeitbombe", skizziert Privatbeteiligtenvertreter Werner Tomanek die Situation in dem Gemeindebau in Rudolfsheim-Fünfhaus, in dem Ayse I. und Meral T. leben. Seit Februar 2017 liegen die beiden Frauen und ihre Familien im Clinch, nun muss sich Ayse I. wegen schwerer Körperverletzung vor Richter Christian Gneist verantworten. Die 38-Jährige soll ihrer 39 Jahre alten Kontrahentin am 4.
Innenministerpläne: Kickls Steckenpferd
Dafür reicht ein Blick auf die Selbstdarstellung der Münchner Reiterstaffel im Internet. Ein wesentlicher Teil der Einsätze – 50 bis 60 pro Jahr – spielt sich nämlich im Umfeld von Fußballspielen ab. Nun kann man den FC Bayern München sympathisch finden oder nicht, ein Publikumsmagnet ist er. Am Samstag kamen 75.000 Menschen in die Allianz-Arena zum Match gegen Schalke 04. Auch Austria Wien hat am Samstag gekickt – die Zuseherkulisse im Ernst-Happel-Stadion war spärlicher.
Brandstiftungsprozess: Die suizidale Beamtin und der Regenschirm
Wien – "Ich muss aufgeben, ich will nicht mehr", dachte sich Monika K. am 3. August 2017 in Wien-Meidling. Ein Auslöser für diesen Gedanken: Sie wurde nicht zu einer Familienfeier ihres damaligen Lebensgefährten eingeladen. Dahinter steht noch eine, laut Verteidiger "jahrzehntelange Leidensgeschichte" – seit 1998 leidet die 54-Jährige an "somatischen Schmerzen", zwischen März 2014 und dem heurigen Jänner war die Beamtin daher 91 Wochen im Krankenstand.
Mordprozess: Das "Blutbad" mit dem "Scheißmesser"
Plötzlich habe E. mit den Worten: "Wir sind hier noch nicht fertig", die Tür blockiert und ein Messer gezogen. "Was haben Sie gemacht?", will Gerstberger wissen. "Er hat ein Scheißmesser gehabt! Ich habe zweimal nach der Polizei geschrien", sagt der 20-Jährige. Erst nachdem ihm E. mit der anderen Hand auf den Penis gegriffen habe, sei ihm alles egal geworden: Er stieß E. erst weg und griff dann sogar ins Messer, um es ihm zu entwinden, was gelang.
Missbrauchsprozess: Die Abgründe der Vororte
Ohne Zweifel waren die Zeiten für ihn früher besser. Er, seine Gattin und die beiden Kinder lebten zunächst in Wien, nach dem Tod der Mutter erbte er Liegenschaften, verkaufte sie, und die Familie zog 2009 in eine Immobilie mit 469 Quadratmetern Wohnnutzfläche in Niederösterreich. H.s Erklärung, wie die Dinge in sein niederösterreichisches Haus gekommen sind, überrascht: "Die waren von meinen toten Eltern." Der Vater war 2002 verstorben, die Mutter starb mit über 80 Jahren vier Jahre später.
Gemeingefährdungsprozess: Der 19-Jährige, der nicht Knight Rider ist
"Ich habe plötzlich Panik bekommen", gesteht er. "Die hätte ich auch, wenn ich in der Situation wäre. Aber was haben Sie sich davon versprochen? Haben Sie wirklich geglaubt, Sie können der Polizei davonfahren?", wundert sich Matschnig. "Es war alles extrem schnell", versucht es der Angeklagte. "SIE waren extrem schnell!", merkt die Vorsitzende an. Das sieht nach kurzer Beratung auch der Senat so und verurteilt P. zu 18 Monaten Haft, vier davon unbedingt.
Raubprozess: Der Lehrersohn, der Vaters 15 Euro wollte
"Warum?", will der Vorsitzende wissen. "Gute Frage. Ich weiß es nicht." – "Gab es bestimmte Vorfälle?" – "Nicht unbedingt." – "Was ist konkret am 7. Juni passiert?" – "Ich weiß es nicht mehr. Ich habe auf jeden Fall das Geld gefordert, aber sicher niemanden angefasst. Ich weiß nur noch, dass ich die 15 Euro aus der Geldbörse genommen habe und rausgegangen bin." Seit dem Vorfall habe sich das Verhältnis zu den Eltern aber verbessert, berichtet er.
Prozess gegen gewalttätigen "Friedensengel"-Künstler
Vor Richterin Minou Aigner legt W. nur zum ersten Anklagepunkt ein faktisches Geständnis ab, eine Sachbeschädigung will er aber nicht begangen haben. Er hatte am Denkmal für Berufskollegen Georg Raphael Donner in der Lothringer Straße eine Tafel mit der Aufschrift "Friedensengel IV" fixiert, den Donnerbrunnen am Neuen Markt ergänzte er um eine Engelsfigur mit zwei güldenen Häschen.
Prozess um gestohlenes Polizeikennzeichen und "geborgte" Uhr
Wien – Das Interessanteste erfährt man in Strafprozessen bedauerlicherweise manchmal nicht. Wie im Fall des 17-jährigen Adam A., der im August in zwei Wochen fünfmal straffällig geworden sein soll, wie ihm die Staatsanwältin vorwirft. Der junge Mann ist unbescholten, was ihn zwischen dem 13. und dem 27.
Missbrauchsprozess: Der Taxifahrer und die jungen Betrunkenen
An den März 2011 kann sich der Angeklagte dagegen wieder genau erinnern. In den frühen Morgenstunden habe er drei Mädchen am Gürtel bei der Nußdorfer Straße gesehen, als er von einer WC-Pause zurück zum Wagen ging. Sie hätten ein Taxi gesucht, er habe sich angeboten. "Dort ist eine unübersichtliche Kurve, das ist eine gefährliche Stelle, ich habe sie über die Straße begleitet", erzählt er. Den dritten Anklagepunkt bestreitet der Mann kategorisch.
Prozess gegen betrügerisches Paar mit exquisitem Geschmack
Verteidiger Florian Kreiner hat vor allem für das Verhalten der Frau eine Erklärung: Sie leide an einer histrionischen Persönlichkeitsstörung, auch Pseudologia phantastica sei bei ihr schon diagnostiziert worden. Soll heißen: Sie ist eine Egozentrikerin und krankhafte Lügnerin. "Es werden Scheinwelten kreiert, das war der Motor dafür. Sie dachte, sie kann alles bezahlen", argumentiert Kreiner und stellt die Zurechnungsunfähigkeit in den Raum.
Einbruchsprozess: Der 13-Jährige und der Laptop
Dem unbescholtenen K. werden von Staatsanwalt Philipp Trebuch zwei Taten vorgeworfen: Im Oktober soll der Lehrling in einem Elektronikgeschäft versucht haben, ein Handycover zu stehlen. Das gibt der Teenager zu. "Wie kommt man auf die Idee?", will Skrdla von dem Jugendlichen wissen. "Das war sozusagen eine Mutprobe. Und sehr blöd." – "Wie kann man sich das vorstellen? Man sitzt zusammen, und einer sagt: 'Mert, zeig, dass du ein Mann bist!'?" – "So ungefähr.
Prozess um Einweisung: Tobi und der Muttermord
Wien – "Tobi tötet für einen guten Zweck. Er will seinen Traum verwirklichen", erzählt Fabian N. dem Geschworenengericht unter Vorsitz von Beate Matschnig, warum er sich mit Tobi, einer japanische Anime-Zeichentrickfigur, identifizieren kann. Und warum er sich als Tobi verkleidete, nachdem er am Abend des 21. März in Wien-Penzing seine Mutter mit 21 Messerstichen getötet hatte.
Betrugsprozess: Die Juristin und der falsche McDonald's-Gutschein
Wien – Mit der kulinarischen Qualität der Fastfood-Kette McDonald's ist Silvia Lichtenhofer (Name geändert, Anm.) nicht immer zufrieden. "Ich beschwere mich auch, wenn die Pommes zu salzig oder zu kalt sind, und bestehe auf neuen", erklärt die 41-Jährige Richter Hartwig Handsur. Vor dem die Juristin mit einer Anklage wegen versuchten schweren Betruges sitzt. Sie soll versucht haben, am 24.
Nötigungsprozess: Der Junkie und die verzweifelte Mutter
Ein 29-jähriger Drogenkranker soll seine Mutter und deren Lebensgefährten mehrmals bedroht haben. Ein trostloser Fall, wie sich zeigtWien – Was bringt eine Mutter dazu, Ihren Sohn anzuzeigen und vor Gericht gegen ihn auszusagen? Im Fall von Sonja P. ist die Antwort einfach: Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit angesichts der Drogensucht ihres 29-jährigen Kindes. Christian R. sitzt unter anderem vor Richter Philipp Schnabel, da er die 50 Jahre alte Frau am 1.
Vergewaltigungsprozess: Der Alkoholkranke und sein "Liebling"
Ein 46-Jähriger soll 2016 seine Freundin vergewaltigt haben. Das Verfahren zeigt die Probleme, wenn Aussage gegen Aussage stehtWien – Wer eine Antwort auf die Frage finden will, warum Anzeigen wegen Vergewaltigung vergleichsweise wenige gerichtliche Verurteilungen gegenüberstehen, kann im Prozess gegen Olgierd G. vielleicht einen Einblick gewinnen. Der 46-Jährige soll seine damalige Partnerin seit 2016 immer wieder geschlagen und im Frühjahr 2016 auch vergewaltigt haben.
Betrugsprozess: Chaotischer Kosmopolit aus ehrenwerter Familie
Ein 27-Jähriger soll hunderte Firmen geprellt haben, denen er per Mail fiktive Rechnungen schickte. Er spricht von einer "Geschäftsidee"Wien – Die Weltläufigkeit von Juan D. lässt sich schon aus seinen persönlichen Daten erkennen, die Claudia Zöllner, Vorsitzende des Schöffengerichts im Verfahren um schweren gewerbsmäßigen Betrug gegen den 27-Jährigen, zu Beginn überprüft. Der Italiener ist in Argentinien zur Welt gekommen und lebt mit seiner Familie im Süden Spaniens, wie er verrät.
Prozess um Drohung: Umarmungen im Gerichtssaal
Es ist offensichtlich, dass sowohl Richterin als Verteidiger auf eine Diversion hinarbeiten, zunächst will Bandion-Ortner aber noch das Opfer hören. Der gibt zu, sich in der Wohnungssache nicht ganz korrekt verhalten zu haben. "Es woar a Überreaktion. I woar fertig von de Nerven her wegen da Freindin", verrät der Zeuge. Und er zeigt Empathie: "Die worn augfressen auf mi. I vastehs." Herr K., der die ersten Minuten demonstrativ weggesehen hat, nutzt die Chance und wendet sich an die Anwesenden.
Körperverletzungsprozess: Rauchender Pensionist und Lavendelwasser
Wien – Objektiv betrachtet muss man davon ausgehen, dass die Luftqualität an einer wichtigen Durchzugsstraße im Süden Wiens nicht jener in einem Kurort entspricht. Familie S. leidet aber noch an einer zusätzlichen Emissionsquelle: ihrem auf dem Balkon rauchenden Nachbarn. Der Konflikt dauert schon vier bis fünf Jahre, im Oktober eskalierte er und endete mit zwei Verletzten, daher muss sich nun Richter Gerald Wagner damit befassen. Was ist am Tattag nun geschehen? Herr R.
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