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Articles by Peter Mayr
Beuerbach: Übergabe der Haus- & Hofschilder in der Gemeinde Beuerbach
Bereits seit über vier Jahren schreibt der Beuerbacher Dorfchronist Peter Mayr an einer Haus-& Hofchronik. Besuche im Archiv des Klosters Benediktbeuern, dem Staatsarchiv und Hauptstaatsarchiv München und dem Matrikelamt Augsburg erbrachten zahlreiche Informationen über den kleinen Ortsteil Burabach, wie ihn die Einheimischen nennen. Das Buch, das demnächst sein Ende finden wird, weist bereits über 300 Seiten auf.
"Schon in der Volksschule beginnt die gesellschaftliche Trennung"
Die Ideen für die Reformschule in den 1970er-Jahren habe ihn für den Beruf begeistert, bekennt Seereiter, "daraus ist aber nicht viel geworden". So hält er es für ein "nicht entschuldbares Versäumnis", dass es keine gemeinsame Schule für Zehn- bis 14-Jährige gibt. "Schon in der Volksschule beginnt die gesellschaftliche Trennung", ärgert er sich. Der Großteil strebe ins Gymnasium, schon in der Volksschule werde daher auch auf Nachhilfe gesetzt.
Kopftuchdebatte: Sorge, dass Mädchen nur "Spielball" sind
Frankfurt am Main – Was die Regierung für Österreich will, wird längst auch in Deutschland diskutiert: das Kopftuchverbot für Mädchen. Das Integrationsministerium von Nordrhein-Westfalen prüft gerade, eine derartige Regelung einzuführen. Und was ist mit Lehrerinnen? Erst vergangene Woche ist eine Frau, die an einer Grundschule in Berlin mit Kopftuch unterrichten wollte, damit vor dem Arbeitsgericht abgeblitzt. Mannitz ist auch hier gegen Verbote.
Wie sich die Länder die Schulreife-Schwankung erklären
Laut einer Statistik aus dem Bildungsministerium landen nämlich in Salzburg 24 Prozent der Kinder nach der Einschreibung in der Volksschule in einer Vorschulklasse. Am anderen Ende der Skala sticht die Steiermark heraus: Ein Prozent macht hier der Anteil der Vorschulkinder aus. Warum ist das so?
Lehrerin: "Über allem schwebt die standardisierte Zentralmatura"
Ulrike Schacherreiter ist stolz auf ihre Gymnasiasten.
Womit Lehrer kämpfen: Vier Pädagogen berichten aus dem Schulalltag
Sie ist seit 25 Jahren Lehrerin, seit zehn Jahren an einer NMS im 20. Wiener Gemeindebezirk. Was Maria Lodjn momentan am meisten auffällt, ist, dass der Ton in der Schule – auch im Lehrerzimmer – rau geworden ist. "Ich habe das Gefühl, dass der Alltagsrassismus wieder stärker Einzug gehalten hat", sagt die 55-Jährige. Viele würden sich "kein Blatt mehr vor den Mund nehmen", wenn sich ein Gespräch um Kinder mit Migrationshintergrund dreht.
Was für ein Kopftuchverbot in der Volksschule spricht - und was dagegen
Vizekanzler Heinz-Christian Strache will ein Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen durchsetzen. Die Argumentationslinie des FPÖ-Chefs: Mädchen müssten "in ihrer Entwicklung bis zum zehnten Lebensjahr geschützt" werden, um sich "frei entwickeln und integrieren" zu können. Der Freiheitliche bildet, was diesen Vorstoß betrifft, eine ungewöhnliche Allianz mit zahlreichen liberalen Denkern und Feministinnen.
Wie es um die die Reformbereitschaft der katholischen Kirche steht
Dass derartig einschneidende Reformschritte in der kirchlichen Ordnung ewig dauern, weiß auch Scheuer. "Man kann die Kirche nicht mit einem Knopfdruck ändern. Die Frage ist: Wie können wir auch in umstrittenen Fragen einen Konsens finden, sodass wir weiter miteinander leben, feiern und glauben können?" Er hofft, dass es "Veränderungen gibt, auch in den angesprochenen Bereichen". Diese Hoffnung nährt ein Mann: Papst Franziskus.
Sommerferien, Feiertage, Herbstferien: Das durchlöcherte Schuljahr
Zwei Monate im Sommer frei – was will man mehr? Gelernt wird auch in der Freizeit, sei es beim Sport. Auf Österreich lasse sich das nicht übertragen, sagt Manuela Paechter, Leiterin des Arbeitsbereichs Pädagogische Psychologie an der Uni Graz. Sie untersucht die Schülerleistungen in den Bereichen Lesen und Mathematik und vergleicht dafür das Wissen vor den Sommerferien, direkt danach und neun Wochen später – die Ergebnisse werden gerade ausgewertet.
Der große Traum vom kleinen Garten in Wien
Der Winter war immer recht öd und einsam. Im Sommer hingegen zog mit den vielen Kindern das "High Life" in die Kleingartensiedlung Montleart am Wiener Flötzersteig ein, erinnert sich Stephanie Gruber (Name geändert) an ihre Kindheit. Die Familie der heute 31-Jährigen besaß in den 1990er-Jahren eine der wenigen Parzellen in der Ottakringer Anlage, die das ganze Jahr über genutzt wurden.
Ein Stoiker rät: "Es ist höchste Zeit, sich zu beruhigen"
Pigliucci: Ich war über die Reaktionen selbst überrascht. Ich dachte nicht, dass die antike Philosophie im Allgemeinen, geschweige denn eine, die so anspruchsvoll ist wie der Stoizismus, die Aufmerksamkeit der Menschen auf diese Weise erregen würde. Wenn die Öffentlichkeit an der Idee interessiert ist, genauer darüber nachzudenken, was sie tut und warum, und danach trachten will, ein ethischeres Leben zu leben, scheint dies ein uneingeschränktes Plus für die Menschheit zu sein.
Medienforscher über soziale Netzwerke: "Emotionalität ist der entscheidende Treibstoff"
Pörksen: Ich beschreibe den Wechsel von der Mediendemokratie der alten Welt hin zu der Empörungsdemokratie des digitalen Zeitalters. Die Mediendemokratie war geprägt von klassischen Massenmedien und der enormen Deutungsautorität von Journalisten, die entscheiden, was relevant ist und was nicht. Heute kann sich jeder Mensch barrierefrei zuschalten. Wobei ich dies keineswegs nur negativ sehe. Empörung hat oft ein doppeltes Gesicht. Mal ist sie gemeines Spektakel, Mobbingattacke, enthemmter Hass.
Koalition einig bei Uni-Räten: Eva Dichand wird für Meduni nominiert
Wien – Das Worst-Case-Szenario bleibt den Universitäten erspart. Wenige Tage bevor die Funktionsperiode der alten Uni-Räte ausläuft, konnten sich ÖVP und FPÖ nach langen internen Diskussionen doch noch auf neue Kandidaten einigen. Somit treten am 1. März keine Säumnisbestimmungen in Kraft, die dazu geführt hätten, dass die Amtsgeschäfte der Uni-Räte an das Bildungsministerium übergehen.
Friederike Möller (107): "Ich wünschte, ich könnte nochmals dorthin"
Der Papa hat diese Wohnung genommen, weil das Klo drinnen war. Am Währinger Gürtel eben – Zimmer, Küche. Mein Papa war Polizist. Er war am Wachzimmer im ersten Bezirk, dort war er meistens eingeteilt. Meine Mutter war zu Hause. Ich wurde am 16. September 1910 geboren, meine Schwester, die ist jünger. Ich war beim Kaiser seinem Begräbnis. Die Mama ist mit mir zum Ring in die Stadt hineingegangen, der Vater hat Dienst gehabt. Und da ist der Kaiser dann an uns vorbeigefahren. Dann kam der Krieg.
Irma Zach (105): "Warte auf mein Ende - nicht auf Godot"
Das ist lange her, ich bin ja jetzt 105 Jahre alt. Ob ich als Kind den Kaiser einmal gesehen habe? Ich war mit meiner Mutter einmal in Laxenburg, das muss so 1918 gewesen sein. Da hätte der Zug um 18 Uhr fahren sollen, er hatte aber Verspätung. Warum? Seine Majestät der Kaiser fuhr mit seinem Hofzug. Ich erinnere mich an einen bezaubernden jungen Mann mit Offiziersmütze. Der trug einen Mantel mit Pelzkragen. Der Kaiser? Völlig uninteressant. Der Mantel? Das war etwas ganz anderes. Dann kamen die Nazis.
Van der Bellen: "Das ist zutiefst verabscheuungswürdig"
Van der Bellen: Ja, das tut mir leid, vor allem wegen der Kinder. Wenn man von so etwas hört oder liest, geschweige denn die betroffene Familie kennt, kann einem das schon nahegehen. Das soll jetzt nicht zynisch klingen, aber ich bitte nur, sich daran zu erinnern: Neu ist das nicht. Das geht seit zwanzig Jahren so.
Pro und Kontra: Reform des Strafrechts
Pro: Die Regierung argumentiert mit dem "gesunden Volksempfinden". Die Relation der Strafen zwischen Vermögens- und Gewaltdelikten werde "in unserer Gesellschaft als nicht mehr zeitgemäß empfunden und kritisiert", wird im Regierungsprogramm argumentiert. Straftatbestände wie -drohungen "müssen dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen".
Verteidigungsminister Kunasek: "Wir wollen die Asylindustrie abstellen"
Den Sold der Grundwehrdiener, derzeit knapp über 300 Euro, will Kunasek auf das Niveau der Mindestsicherung anheben – mit dieser Forderung gehe er in die anstehenden Budgetgespräche mit Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP). Denn mit "einer spürbaren Erhöhung" drücke man "eine gewisse Wertschätzung" gegenüber den Grundwehrdienern aus, "was sie für die Republik leisten".
Was der Familienbonus bringt und wer durch die Finger schaut
Antwort: Mit einem Anteil der Familienleistungen von 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) liegt man zwar über dem OECD-Durchschnitt, aber unter dem Durchschnitt der westeuropäischen EU-Staaten. Traditionell stark ausgeprägt sind in Österreich die Geldleistungen, wobei aber in den vergangenen Jahren die Ausgaben für Kinderbetreuungsplätze stark gestiegen sind. Zuletzt flossen in diesen Bereich schon 2,1 Milliarden Euro.
VfGH-Chef Holzinger kritisiert rasante Verschärfung der Asylgesetze
Holzinger: Kommt es zu gesetzlichen Verschärfungen, dann wird der Verfassungsgerichtshof, so er angerufen wird, diese Regelungen prüfen. Was verfassungswidrig ist, wird auch aufgehoben – wie etwa schon die Vorratsdatenspeicherung. Ich habe den Eindruck, dass allzu schnell neue gesetzliche Regelungen kommen, um so vermitteln zu wollen, das bestehende Problem werde gelöst. Nur poppt nach einer gewissen Zeit der Beruhigung dieses Problem erneut auf. Was wird gemacht? Es folgt die nächste Regelung.
Herbert Kickl und Karoline Edtstadler: Ein seltsames Paar
Eines sei jedoch nicht zu erwarten: "Ich sehe mich nicht als die Aufpasserin des Bundesministers, wie das medial kolportiert wurde." Und: "Ich sehe einer gedeihlichen Zusammenarbeit unter der Führung von Herbert Kickl entgegen." So manchem Beamten entschwand bei diesen Sätzen die letzte Hoffnung. "Sie fällt wohl in die Kategorie 'auch da'", ärgert sich ein Augenzeuge ob dieses ersten Auftritts.
Bundespräsident Van der Bellens erste Angelobung
Der Termin, den Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache am Samstagmorgen bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen absolvierten, war nicht ihr erster. Aber er war der wichtigste, wichtiger als jener am 20. Oktober, bei dem Sebastian Kurz den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen hat. Wichtiger auch als jener Termin am Montag, an dem Van der Bellen seine erste Regierung angeloben wird.
Die Köpfe der neuen Regierung: Porträts der (möglichen) Minister
Auch wenn ihr viele Bürger und Politiker, vor allem im politischen Meinungsspektrum links der Mitte, diese Veränderung nicht abnehmen. Der heute 48-Jährige hat die FPÖ im Jahr 2005 als Parteichef übernommen, nachdem Jörg Haider gemeinsam mit den blauen Regierungsmitgliedern die FPÖ verließ, orange wurde und das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) gründete. Schon im Jahr zuvor hatte Strache auch in der Wiener Landespartei als deren Chef das Ruder übernommen.
Klubchef Kolba: "Stellen nicht populistisch große Forderungen"
Wien – Peter Kolba gibt sich bescheiden: "Wir müssen eines zur Kenntnis nehmen: Mit acht Abgeordneten sind wir nicht in der Rolle, große Gesetzesvorlagen ins Parlament einzubringen und dann sogar noch einen Beschluss hinzukriegen", sagt der Klubchef der Liste Pilz im STANDARD-Gespräch. Man werde daher auf "Kontrolle und Transparenz" setzen.
Wie Türkis-Blau den Rauch beschwört
Antwort: Nein, die künftige Regierung will zwar ein Gesetz zurücknehmen, damit das Tabakgesetz von 2009 weiterhin gilt. Bis Anfang der 1990er-Jahre, als es noch keine Nichtraucherzonen gab, will man jedoch nicht zurückgehen. Neu ist ein Rauchverbot in Autos – also wenn Jugendliche oder Kinder im Auto sitzen. Antwort: EU-Verordnungen regeln die Abgabe sowie die Vermarktung von Tabakprodukten. Seit dem Vorjahr sind Schockbilder etwa von krebszerfressenen Lungen auf Zigarettenpackungen Pflicht.
Gutachten: Fördergelder für Grüne "rechtlich zulässig"
Schwierig wurde die Lage auch durch die unterschiedlichen Begriffsbestimmungen in den Gesetzen, die in diesem Fall greifen. So ist einmal von "parlamentarischen Klubs" die Rede, dann wieder von "jedem Klub". Der Gesetzgeber definiere nicht genau, was er meint, bestätigt auch Jurist Stephan Lenzhofer, auf dessen Literatur zum Thema die Rechtsabteilung des Parlaments zurückgreift.
Grüne Neuaufstellung: Kommt Zeit, kommt Bundesrat
Wien – Sie sind alles, was von der Bundespartei übrig blieb. Drei Bundesrätinnen und ein Bundesrat, dazu drei EU-Mandatare plus Werner Kogler – seit dem Debakel bei der Nationalratswahl Bundessprecher der Grünen. Anfang Dezember will man sich ein neues Klubstatut verpassen, um auf Bundesebene handlungsfähig zu bleiben. Entschieden wird dabei auch, wer im künftigen Bundesparteivorstand sitzen wird.
Oberrabbiner Folger: "Da ist doch etwas krank"
Folger: Dass eine Partei wie die FPÖ Teil der Regierung wird, obwohl sie die Vergangenheit nicht aufgearbeitet hat, ist besorgniserregend. Was sagt das über unser Bekenntnis zu demokratischen Grundwerten? Was bedeutet das für den Umgang mit aktivem und latentem Antisemitismus, mit Xenophobie und über die Verteidigung der Grundrechte? Die FPÖ muss vieles aufarbeiten, bevor sie glaubwürdig wird.
Rechtes Treffen: Vom Volksheim ins Linzer Rathaus
Dass es zwischen "Info-Direkt" und der FPÖ durchaus enge Verbindungen gibt, ist so weit bekannt. So scheint im Impressum auch Ulrich Püschel als Miteigentümer (30 Prozent) des Magazins auf. Püschel ist in seinem Brotberuf Büroleiter des Linzer Verkehrsstadtrats Markus Hein (FPÖ) und bekleidet damit ein hochrangiges Amt im Magistrat – was insbesondere angesichts einer weiteren Freizeitbeschäftigung von Ulrich Püschel durchaus heikel ist.
Novemberpogrome:"Der Exzess war etwas Besonderes"
Doch es war nicht nur diese eine Nacht, ausgelöst durch den Anschlag auf den ersten deutschen Botschaftssekretär Erich Rath in Paris, es gab eine Vorgeschichte. Die Übergriffe, die Zerstörung durch das NS-Regime und seine Handlanger waren bereits einen Monat lang im Alltag präsent. "Das Ausmaß der Gewalt war aber eruptiv. Der Exzess war etwas Besonderes", sagt Dieter J. Hecht, Historiker am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte an der Akademie der Wissenschaften.
Grünen-Chef Kogler: "Uns geht's ein bisschen wie Griechenland"
STANDARD: Sie geben dieses Interview in den Räumlichkeiten des grünen Parlamentsklubs in der Löwelstraße. Drehen Sie nach dem Auszug am 8. November als Letzter die Lichter ab? Kogler: Aus unserem Büro am Wiener Rooseveltplatz würden wir am liebsten sofort raus, um jeden Euro zu sparen. Aufgrund der langen Kündigungsfrist wird sich das aber noch monatelang hinziehen. Parallel dazu werden wir uns wie in unserer Gründungszeit auf die Suche nach bescheidensten Räumlichkeiten begeben.
Offizier bei rechtem Treffen: Bundesheer prüft
Linz/Wien – Linz wird offensichtlich vermehrt zum Aufmarschgebiet der sogenannten "Neuen Rechten". Konkret bringen sich die selbst ernannten "Verteidiger Europas", deren Kongress im Vorjahr in den altehrwürdigen Redoutensälen des Landes für gehörigen Wirbel gesorgt hat, jetzt lange vor der geplanten Neuauflage am 3. März 2018 in Stellung.
Wer für Kurz und Strache verhandelt
Von Köstinger bis Kickl – wer für Türkis und Blau in die Verhandlungen gehtParteichef Sebastian Kurz setzt bei den Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ auf seine Vertrauten:Elisabeth Köstinger (38) wurde von Kurz im Mai 2017 als ÖVP-Generalsekretärin geholt, davor war sie – seit 2009 – Europaabgeordnete. In der ÖVP-Struktur ist die Kärntnerin im Bauernbund verortet. Sie könnte auch in eigener Sache verhandeln, gilt sie doch als ministrabel.
Pilz-Wähler vermissen zwei Abgeordnete
Acht Mandatare hat die Liste Pilz. Dass weder Maria Stern noch Sebastian Bohrn Mena dabei sind, empört die eigene Wählerschaft. Auch die angekündigte Geschlechterparität gibt es nichtDie Liste von Peter Pilz sieht sich derzeit mit vielen negativen Reaktionen konfrontiert.
Weil nicht jede Stimme zählt: Die Wahlkarte sorgt für Ärger
Wien – Das Kreuzerl zu Hause machen, die Post den Rest erledigen lassen, dieses Wahlverhalten liegt im Trend: Fast 15 Prozent der gültigen Stimmen von vergangenem Sonntag wurden per Wahlkarte abgegeben. Exakt 889.193 Stück wurden bei der Nationalratswahl ausgestellt – rund 37.000 davon haben die Absender höchstpersönlich in ein Wahllokal außerhalb ihres Wohnortes getragen, der Rest reiste per Post. Und wie schon bei vergangenen Wahlgängen zeigt sich: Nicht alle wurden gezählt.
Probleme bei Briefwahl: "Pech gehabt" ist zu wenig
Die Nationalratswahl hat es gezeigt: Wer auf die Briefwahl baut, setzt sich einem gewissen Risiko aus, gar nicht zu wählen. Klagen von Auslandsösterreichern über absurd verspätet zugesandte Wahlkarten gibt es zuhauf. "Vielleicht habe ich eine Information überlesen, aber nach meiner Logik müsste ich die Wahlkarte ja vor der Wahl bekommen", wunderte sich ein Mann in einer Mail an den STANDARD am Vorabend der Wahl. Er hatte im August eine Wahlkarte beantragt – und jetzt nicht wählen können.
Mission gescheitert: Felipe und Lunacek gehen, Kogler kommt
Doch erst am Abend trat die bisher weibliche Doppelspitze vor die Presse. "Wir sitzen da, übernehmen Verantwortung dafür, dass die Mission nicht gelungen ist, die Grünen zumindest im Nationalrat zu halten", sagte Felipe. Wie schon zuvor vom Nochabgeordneten Georg Willi, nun Spitzenkandidat bei der Innsbrucker Gemeinderatswahl, öffentlich gefordert, will sich die Vizelandeshauptfrau nach dem Desaster im Bund ab sofort auf Tirol konzentrieren, wo Ende Februar Landtagswahlen stattfinden.
Grüne bereiten ihren Auszug aus dem Klub vor
Damit müssten nicht nur 21 Mandatare aus dem Parlament ausziehen, schon am Montag hat Klubchef Albert Steinhauser dem Vernehmen nach intern mitgeteilt, dass voraussichtlich bis zu 110 Mitarbeiter beim AMS angemeldet werden – rund 90 sollen im Klub betroffen sein, der Rest arbeitet bei der Bundespartei. Bis 8. November, einen Tag bevor sich der neue Nationalrat konstituiert, sollen die Dienstverhältnisse angeblich noch aufrecht bleiben.
Vassilakou: "Die Wähler haben uns vernichtet"
Gegen Schnellschüsse und Köpferollen: Maria Vassilakou, grüne Wiener Vizebürgermeisterin, über die überdeutliche Botschaft der abgewanderten Wählerschaft und das Elend, in dem man stecktSTANDARD: Ist Peter Pilz der bessere Grüne?Vassilakou: Ich gratuliere Pilz zu seinem Ergebnis. Es ist richtig, dass die Grünen auch einige Stimmen an ihn verloren haben. Aber der Großteil ging an die SPÖ. Eines vorweg: Die Botschaft der Wähler ist angekommen.
Pinker Wiedereinzug mit minimalem Zugewinn
Neue Konkurrenz, eine starke ÖVP und Umfragewerte, die durchaus auch eine Zitterpartie voraussagten – die Ausgangslage war für die Neos eine schwierige. Am Wahlsonntag gab es die Erleichterung: Die Vierprozenthürde wurde überwunden, der Wiedereinzug war somit gesichert. Laut Sora-Hochrechnung (inklusive Wahlkarten) kommen die Pinken auf 5,1 Prozent der Stimmen.
Wahl: Neuer "Widerstand" hallt es noch nicht durchs Land
Auf den Wiener Heldenplatz brachte die "Demokratische Offensive" am 19. Februar 2000 sogar rund 300.000 Menschen – ein Protestbündnis aus Intellektuellen, vor allem aus dem Republikanischen Club. Jetzt versichert man dort, nicht hinter der Demonstration am Wahlsonntag zu stecken, denn: Die Ausgangslage sei diesmal eine andere – Schüssel habe damals sein Versprechen gebrochen, als Drittplatzierter in Opposition zu gehen, und es hätte andere Koalitionsoptionen neben der FPÖ gegeben.
Wer mit Wahlkarte wählt, braucht Vertrauen
Klaus Poier, Wahlrechtsexperte an der Uni Graz, hält davon wenig. Er fragt: "Und wenn die Wahlkarte dann offiziell bestätigt nicht ankommt, was dann?" Auch dass die Bezirkswahlbehörde alle Wähler über den Eingang ihrer Wahlkarte verständigen könnte, hält er vom Aufwand her nicht gerechtfertigt.
Die politischen Pläne der Parteien im Programm-Check
ÖVP: Hilfe vor Ort und Resettlement-Programme sind jene zwei Wege, die man in der Volkspartei einschlagen möchte, um das Fernziel – keine illegale Zuwanderung – zu erreichen. Die Auswahl der Flüchtlinge solle in den Krisenregionen erfolgen.
Wahlkampfaffären drohen in U-Ausschuss zu enden
Denn nicht erst mit Auffliegen des Skandals rund um die Sudel-Facebook-Seiten gegen ÖVP-Chef Sebastian Kurz, die der wegen Korruptionsvorwürfen gefeuerte Ex-SPÖ-Berater Tal Silberstein betrieben und von denen ein mittlerweile suspendierter Mitarbeiter der SPÖ-Zentrale zumindest gewusst haben soll, überschlagen sich die Ereignisse.
Neos-Chef Strolz: U-Ausschuss in Causa Silberstein vorstellbar
Strolz: Vorstellbar. Der Kollateralschaden ist gewaltig. Wir Politiker stehen durch diese Affäre unter Generalverdacht, wir seien alles Gauner. Ich bin kein Gauner, ich kann nicht einmal lügen. Und was derzeit alles an Gerüchten über gestohlene und verkaufte Daten von E-Mail-Verkehren im Umlauf ist, wird uns wohl noch lange beschäftigen, nicht nur die Verwicklungen der SPÖ. Der Wahlkampf von Kurz ist eine große Show. Das ist unter zehn Millionen Euro nicht machbar.
Andrea Brunner: An vorderster Front, nicht allein und befristet
So ganz scheint man ihr parteiintern die Aufgabe dann doch nicht zuzutrauen: Andrea Brunner ist neue SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. Dies aber nur interimistisch – also bis zur Wahl am 15. Oktober. Und: Die bisherige Bundesfrauengeschäftsführerin bleibt in der Funktion nicht allein. Zweiter Geschäftsführer ist der Abgeordnete Christoph Matznetter. Soll er sich um die Kommunikation nach außen kümmern, ist ihr Job das Organisatorische.
Burgtheater-Debatte: "Die autoritäre Versuchung"
Moderatorin Renata Schmidtkunz, Leiterin der Ö1-Sendereihe Im Gespräch, stellte dafür an den Beginn ein Luther-Zitat: "Hier stehe ich und kann nicht anders." Wie relevant sei das Einstehen für die eigene Ansicht, das Gewissenhaben, in einem Land wie Österreich, wo etwa Rede- und Pressefreiheit herrsche? Für Heide Schmidt werden hier Theorie und Praxis vermischt. Denn in der "Praxis wird das nicht immer gelebt".
Peter Pilz: "Visegrád-Staaten sprengen die Union"
Pilz: Sie sollen vor Ort Deutsch lernen und über die Regeln unserer Kultur wie die Gleichberechtigung der Frauen aufgeklärt werden – von Lehrern. Davor sollen österreichische Beamte dort die Asylverfahren durchführen. Kanada hat dafür einen Hangar am Flughafen von Amman angemietet. Denn eine europäische Lösung scheitert ja an den Freunden von ÖVP-Chef Kurz und FPÖ-Chef Strache in den Visegrád-Staaten, also Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn.
Tauschen, drohen, fokussieren: Die Parteien und Afrika
Die Afrikahilfe der Parteien liefert oft simple Antworten auf komplexe Probleme. Eine Erhöhung des Budgets für Entwicklungshilfe allein ist für Experten jedenfalls nicht ausreichend. Die Vorschläge der Neos sind in diesem Bereich am umfassendsten. FPÖ und ÖVP wollen einen Konnex mit der Rücknahme von abgelehnten Asylwerbern herstellen – bloß lässt sich der nicht so einfach herstellen. Blaue Konsequenz.
Digitalisierung: Die "ultra" und "giga" Pläne der Parteien fürs Netz
Rote Investitionen: Beim Stichwort Digitalisierung fallen den Sozialdemokraten vier Bereiche ein, in die man investieren will: Infrastruktur, Konnektivität, Ausbildung und digitale öffentliche Leistungen. Ziel sei ein "ultraschnelles Internet in jedem Winkel". Dafür müsse es möglich sein, Sendeanlagen und Leitungen einfacher zu errichten. Bis Ende 2017 hat man sich vorgenommen, Maßnahmen und Zeitpläne gemeinsam mit Unternehmen auszuarbeiten.
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