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Articles by Uwe Birnstein
Zum Sonntag Wenn Glaube für Gewalt missbraucht wird
Islam gegen Terrorgewalt Von Benjamin Idriz kann ich lernen. Der Penzberger Imam erklärte nach einem islamistischen Terroranschlag in Sri Lanka: Er betrachte Menschen, die solche Taten begehen, nicht als Muslime. Denn sie missbrauchten ihren Glauben für ihre Zwecke. „Es macht uns Gläubige traurig, wenn Menschen im Namen Gottes so etwas tun“, sagte er. Ich verstehe, warum der Imam seinen Glauben verteidigt.
Zum Sonntag Mauern bauen, Mauern einreißen
Warum wir Brandmauern bauen – und wieder einreißen Von Brandmauern ist derzeit viel die Rede. Die einen wollen sie errichten und auf Teufel komm raus verteidigen. Die anderen wollen sie abreißen oder überwindbar machen. Wenn es aus dieser theoretischen Diskussion in die Praxis geht, wirkt sie seltsam lebensfern. Und weckt bei mir Erinnerungen an die bedeutenden Mauern meines Lebens. Bomben über Bremen: Brandmauer schützt Die Brandmauer.
Zum Sonntag: Frieden statt Fanatismus | BR.de
Frieden statt Fanatismus Heute wird Udo Lindenberg 80. Der Mann mit Hut und Sonnenbrille, der seit Jahrzehnten singt, malt, nuschelt und protestiert. Einer, der nie so tat, als könne ein Lied die Welt retten. Aber jemand, der in seinen Liedern oft Fragen stellt. Eine davon begleitet mich seit Jahrzehnten: „Wozu sind Kriege da?“ Die schwebt auch heute wieder über den Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten.
Zum Sonntag: Wozu braucht es die Kirchen noch? | BR.de
Die neuen Kirchenmitgliedschaftszahlen sind veröffentlicht. Wieder sind die beiden großen Kirchen geschrumpft. Ende 2025 gehörten der evangelischen Kirche in Deutschland noch rund 17,4 Millionen Menschen an, ein Rückgang von gut 3,2 Prozent. Auch die katholische Kirche verliert weiter Mitglieder; allein 2025 traten über 307.000 Menschen aus. Der Trend scheint unaufhaltsam. Das ist bedauerlich. Man kann das als Statistik sehen, als Verwaltungsproblem oder als Fortsetzung eines bekannten Trends.
Zum Sonntag: "Mittelalter im Newsfeed“ | BR.de
Zeitreisen faszinieren mich. In eine Zeitmaschine steigen und irgendwo in der Vergangenheit ankommen, im Alten Ägypten, im Wilden Westen oder beim Bau der Großen Mauer in China: ein netter Traum. Heute habe ich allerdings oft ganz andere Zeitreise-Gefühle: beim Blick in meinen Newsfeed oder in die Tagesschau. Das fühlt sich oft an wie – Mittelalter. Plötzlich finde ich mich in einer Welt voller Irrationalität, Intrigen und Gewalt wieder. Wissenschaft, Völkerrecht, Menschenrechte und Demokratie?
Zum Sonntag: Kirche muss Frieden stiften! | BR.de
In meinem Kopf sehe ich die Bilder noch: In den Achtzigern wars, friedensbewegte Menschen mit lila Schals vor Kasernen und Kirchentüren. „Für ein Nein ohne jedes Ja zu Massenvernichtungswaffen“ stand auf diesen Schals. Sie waren auch ein Zeichen für eine Kirche, die gelernt hatte, sich nicht mehr an die Seite der Waffen segnenden Macht zu stellen, sondern an die Seite derer, die Gewaltfreiheit einüben wollten.
Zum Sonntag: Krisen, Kriege und Hoffnung | BR.de
Krisen, Kriege, Katastrophen. Jeden Tag. Schwarz auf Weiß oder in Farbe auf dem Bildschirm. Fluten und Brände, die ganze Städte zerstören. Todbringende Drohnen, zerstörte Kliniken. Hungernde Menschen mit verzweifeltem Blick. Und von der Macht berauschte Potentaten. Und mittendrin: Ich. Wie ich versuche zu verstehen, warum das alles so ist. Und wie ich nach Kraftquellen und Hoffnungsgeschichten suche, um den Wahnsinn auszuhalten. Wenn die Nachrichtenflut zu überwältigend wird, hilft mir - sortieren.
Zum Sonntag: Mut zum Nicht-Wissen | BR.de
"Das weiß ich nicht!" - Wenn ich diesen Satz sage, greift mein Gegenüber inzwischen meist schnell zum Handy. Denn: ChatGPT weiß alles. Und ich muss mir von der künstlichen Intelligenz anschließend meine ganz natürliche Wissenslücke füllen lassen. "Aha", versuche ich dann mit interessiertem Gesichtsausdruck zu sagen. Ich will ja nicht wie ein belämmerter Wissensverweigerer dastehen. Andererseits: Warum sollte ich eigentlich nicht dazu stehen?
Personen der Bibel: Thomas - der Zweifler
Dass Thomas es zu so viel Bekanntheit gebracht hat, ist dem Evangelisten Johannes zu verdanken. Der scheint den Jünger ins Herz geschlossen zu haben. Und wollte den Menschen seiner Zeit, die die Botschaft der Auferstehung nicht verstanden, wohl mit der Erzählung besonderer Begebenheiten helfen.
Personen der Bibel: Nikodemus - ein Mann der Jerusalemer Upperclass
Nikodemus gehörte der Gruppe der Pharisäer an, jener um Treue zum mosaischen Gesetz bemühten jüdischen Gruppierung. Und er war einer "von den Oberen der Juden", Mitglied des Hohen Rates. Als solcher konnte er sich unmöglich öffentlich mit Jesus zeigen – dem, der kurz zuvor am Passahfest im Jerusalemer Tempel Aufsehen erregt hatte, indem er Händler und Wechsel aus dem Hof trieb (Johannes 2, 13-25). Aber er wollte diesen Mann aus Nazareth, über den so viel geredet wurde, unbedingt treffen.
Personen der Bibel: Susanna im Bade - die keusche Nackte
Sehr schön und dazu gottesfürchtig" war Susanna – und noch dazu die Frau eines sehr reichen und angesehenen Mannes namens Jojakim. Ihre frommen Eltern hatten sie nach dem "Gesetz des Mose" erzogen; nun, als Erwachsene, gehörte sie zur Upperclass Babylons, wohnte in einem luxuriösen Haus mit großem Garten. Wer Rang und Namen hatte unter den Juden Babylons, besuchte das reiche Paar. Auch Gerichtsverhandlungen fanden in ihrem Haus statt.
Wie sich der Kinofilm "Like a Complete Unknown" dem Rätsel Bob Dylan nähert
Folk-Sänger" – "Protest-Ikone" – "Rock-Poet" – "Endzeitprediger" – "Egozentriker": Bob Dylan musste schon viele Etiketten ertragen. Gegen sie alle setzt er sich bis heute erfolgreich zur Wehr. Wer Bob Dylan wirklich ist, wie er tickt und warum er genial und gleichzeitig sonderbar verschroben wirkt: Das bleibt ein Mysterium. Was feststeht: Mit seiner Musik prägt Dylan seit den 1960er-Jahren die Popwelt wie kaum ein anderer.
Personen der Bibel: Waschti – die entthronte Königin | Sonntags
Waschti hatte eine gute Partie gemacht, würde man heute sagen: Ihr Mann Ahasveros war König "vom Indus bis zum Nil". Die 127 Länder seines Reichs regierte er von der Festung Susa aus. Soviel Macht will gefeiert werden. In seinem dritten Amtsjahr lud er "alle seine Fürsten und Großen, die Heerführer von Persien und Medien, die Edlen und Obersten" zum Festmahl der Superlative ein: 180 Tage sollte die große Sause dauern.
Personen der Bibel: Saul - der Depressive
Kein Licht, nirgends. Dauerzustand: dunkel. Ein Sog in die Tiefe der Traurigkeit, dem selbst die stärksten Männer hilflos ausgeliefert sind. Die Bibel wählt für diesen Seelenzustand die Bezeichnung "böser Geist". Solch eine mythische Macht bedrängte Saul, den ersten König Israels. Dessen Geschichte trage die existenzielle Tiefe griechischer Tragödien, befand der Alttestamentler Gerhard von Rad. Warum?
Personen der Bibel: David – ein junger Hirte wird zum König | Sonntags
David war der jüngste Sohn eines Hirten. Sein Vater wird bei Davids Geburt kaum damit gerechnet haben, dass sein Sohn einmal König ganz Israels werden könnte. Doch die außergewöhnliche Kombination zweier gegensätzlicher Talente verschaffte David schon früh Zugang zum Königshof: Ein besonders einfühlsamer Musiker soll David gewesen sein – später wurden ihm viele der Psalmen zugeschrieben – und auch ein Mann voll unerschrockenen Heldenmuts.
Personen der Bibel: Ahab und Isebel – die Götzendiener | Sonntags
Andere Götter als den anbeten, der das Volk Israel aus der Knechtschaft geführt hat? Das geht gar nicht. Für einen Juden nicht und für einen König Israels erst recht nicht. Glaubt man der biblischen Darstellung, erzürnte Ahab Gott mehr "als alle, die vor ihm waren". Schließlich heiratete er sogar die baalsgläubige Tochter eines anderen Königs. Dem fremden Gott baute er einen Tempel mitten in Samaria, der damaligen Hauptstadt Israels. Zudem ließ er eine Statue der Göttin Aschera fertigen.
Personen der Bibel: Simson – der erste Selbstmordattentäter | Sonntags
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären": Nein, hier ist nicht die Rede von Gabriel, der Maria eine wundersame Empfängnis ankündigt. Sondern von der Frau des Manoach, deren Name leider unbekannt bleibt. Sie war kinderlos geblieben, daraufhin erschien ihr ein Engel und verhieß hier wider alle Wahrscheinlichkeit die Geburt eines Sohnes. Simson wird geboren. Mit seinen Eltern gehört er zum Stamm Dan und wächst mitten im von feindlichen Philistern bewohnten Land auf.
Personen der Bibel: Noah – der Schweiger | Sonntags
Als frommen, untadeligen Mann stellt die Bibel ihn vor: "Er wandelte mit Gott." Sein Vater Lamech sprach bei der Geburt Noahs: "Der wird uns trösten in unserer Mühe und Arbeit auf dem Acker, den der Herr verflucht hat." Im stolzen Alter von 500 Jahren zeugte Noah drei Söhne: Sem, Ham und Safet (1. Mose 5, 28-32). Der Name seiner Frau wird nicht erwähnt.
Josef und seine Brüder: Eine Geschichte um Geld, Macht und Sex
Manchmal verbauen sich die Hochgelehrten den Blick auf die unmittelbare Schönheit einer Geschichte. Die "Josefsnovelle" (1. Buch Mose, Kapitel 37 bis 50) habe die literarisch geschickt geschaffene Funktion eines "Brückentexts", meint etwa der Alttestamentler Konrad Schmid.
Personen der Bibel: Bileam – der konfuse Prophet | Sonntags
Bileam war ein angesehener Mann, er galt als klug und welterfahren und arbeitete vermutlich als Seher. Deshalb erwählte ihn sich der Moabiterkönig Balak als Helfer in der Not. Die Israeliten rückten vor, zwei Völker hatten sie schon besiegt, nun rückten sie auf Moab zu. Bileam solle die Feinde verfluchen, forderte Balak ihn auf, und versprach ihm Reichtum als Lohn. Also sattelte Bileam seine Eselin und machte sich auf den Weg zum Palast des Balak, um mit ihm zu verhandeln.
7 Bibel-Tipps gegen die Hitze
1. Auf wiederkehrende Hitze einstellen! - 1 Mose 8, 22 Auch wenn uns die Hitze nervt: Wir müssen wohl oder übel mit ihr leben. Denn in biblischen Urzeiten hat Gott angekündigt, dass es auf der Erde ständig den Wechsel von Frost und Hitze geben wird. Nachdem die Sintflut weggetrocknet war, hatte Gott reumütig gelobt, dass er die Erde hinfort nicht mehr verfluchen, sondern schonen wolle. Dazu gehört auch, die Voraussetzung für gute Ernten zu schaffen.
AfD und Evangelikale in einem Boot: Die Hetzer gegen die Liebe
Kann denn Liebe Sünde sein? Zarah Leanders Frage wird plötzlich wieder aktuell. Nicht, weil morgen der Wonnemonat Mai beginnt. Sondern weil Liebe in der letzten Zeit auf untergründige Weise ins Schlechte abgedrängt wird. Hass und Abgrenzung sind Werte, die seit einiger Zeit mehr Öffentlichkeit finden als Frieden und Liebe. Natürlich, die Liebe in ihrer romantischen Version, sie schwappt weiterhin durch alle Fernsehkanäle und Radiolautsprecher.
Kommentar: "Egal, ob Gott, Allah, Jehovah oder Heinz-Günther"
Oh, oh, da werden die Humorlosen und Engstirnigen unter den Frommen und Gelehrten empört sein. Und zwar die aller Religionen. Ob man denn Gott so vermenscheln dürfe und ob es nicht aber doch sehr wohl wichtig sei, wie man Gott nenne, Gott und Allah zum Beispiel seien doch nicht ein und derselbe?
Ewigkeitssonntag | Zum Sonntag | Gesellschaft | Bayern 2 | Radio | BR.de
"Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende." Ach, Woody Allen. Bald wird er achtzig Jahre alt. Und er hält immer an den letzten Fragen fest, in seinem neusten Film "Irrational Man" geht er den Tod an in Form eines perfekten Mordes. Woody Allen besitzt die große Gabe, sogar mit den tiefsten, existenziellen Fragen des Menschseins humorvoll umzugehen. Die wirklich ernsten Fragen, meint er, sind nur mit Humor zu ertragen. Erst recht der Tod und die Ewigkeit.
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