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Articles by Wolf-Dieter Peter
Bemüht lustiger Touri-Trubel – Münchens Staatstheater am Gärtnerplatz wagt sich an Rossinis „Viaggio a Reims“
Text Die sich gerne selbstfeiernde Musikstadt München kann jetzt endlich ein Manko tilgen: die erste Saisonpremiere am Gärtnerplatz ist auch die späte Münchner Erstaufführung des Werkes. Mit der Verpflichtung des italienischen Dirigenten Enrico Lombardi und dem schon einmal im Haus mit der Mischung aus Feinsinn und Theatralik überzeugenden Regisseur Dirk Schmeding (vgl.
In der Ruhe liegt die Wirkungsmacht – Das Bayerische Staatsschauspiel mit der Dreigroschenoper
Text Nach seiner das Werk problematisch ergänzenden und verbessernden „Freischütz“-Inszenierung auf der Bregenzer Seebühne (vgl. nmz online vom 18.07.2024) war zu befürchten, dass Regisseur Philip Stölzl und sein Team auch „Brecht-Weill“ dekonstruieren und „für die heutige Zeit spielbar“ machen würden.
Komplett gescheitert: Der KI-Ring bei den Bayreuther Festspielen
Buhrufe ohne Ende und ein Pfeifkonzert nach der 'Götterdämmerung' bei den Bayreuther Festspielen.
Komplett gescheitert: Der KI-Ring bei den Bayreuther Festspielen
Buhrufe ohne Ende und Pfeifkonzert nach der 'Götterdämmerung' bei den Bayreuther Festspielen.
Komplett gescheitert: Der KI-Ring bei den Bayreuther Festspielen
Buhrufe ohne Ende und Pfeifkonzert nach der 'Götterdämmerung' bei den Bayreuther Festspielen.
Fatales Bilder-Geflimmer – Die KI-Ablehnung durchzieht die „Götterdämmerung“ bei den Bayreuther Festspielen
Text Die fast 15-stündige Spieldauer der gesamten vier Abende wurde durch die Jubiläumszahl 150 geteilt. Das bedeutet, dass „nach jeweils 6 Minuten ein Jahr vorbei ist“ – und jeweils da soll die KI einen visuellen Marker setzen… Beispiel für den eigenen Irrtum: im 1.
"Siegfried" als Sängerfest mit Bilderflut
Die Fortsetzung des KI-'Rings' von Marcus Lobbes überzeugt weiterhin nicht, die Sängerinnen und Sänger sowie das Festspielorchester unter Christian Thielemann bleiben festspielwürdig.
Vom Gesamtkunstwerk zum Sängerfest – Die Solisten übertrumpfen die Bilderflut im Bayreuther „Siegfried“
Hauptbild Ring 10010110: Siegfried. Foto: Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath Vorspann / Teaser Auf den Gazevorhängen der Bayreuther Szene nur wenig anderes – all dies ließ den Fragenkatalog an „Kurator“ Marcus Lobbes wachsen: Hat seine KI-Fütterung auch verschiedene markante Ring-Dirigenten, etwa Knappertsbusch-Furtwängler-Böhm-Karajan-Sawallisch-Boulez umfasst? Wie wurde mit unterschiedlichen Tempi für verschiedene Szenen digital umgegangen?
Mit Hindenburg und Hitler: Die KI-„Walküre“ in Bayreuth
Die Fortsetzung des halbszenischen „Ring des Nibelungen“ der Bayreuther Festspiele überzeugt nur musikalisch, aber nicht szenisch | 30. Juli 2026 - 09:49 Uhr Enrico Nawrath (Bayreuther Festspiele) 4 Eine Szene aus der KI-"Walküre" der Bayreuther Festspiele. Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele 4 Szene aus der „Walküre“ des Bayreuther KI-„Rings“ Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele 4 Szene aus der „Walküre“ des Bayreuther KI-„Rings“ Soeren Stache/dpa 4 Christian Thielemann.
Wagners Musikdramatik rettet die KI-Szene – Bayreuths „Walküre“ erreicht nur musikalisch Festspielniveau
Text Der erste Werkteil brachte schon die Enttäuschung, dass im „Rheingold“ die vielfältigen Schauplätze, der eine Welt bestimmende Liebesfluch und ein neues, macht-basiertes Herrschaftssystem visuell nicht innovativ gezeigt wurden. In der „Walküre“ musste nun bewältigt werden: der Zusammenbruch dieser fatalen Weltordnung und mehrfach übermenschlich große Emotionen. Das gelang letztlich nur musikdramatisch.
Die Anmutung eines Bildschirmschoners: Das KI-„Rheingold“ der Bayreuther Festspiele
Christian Thielemann, das Festspielorchester und die Solisten überzeugen. Aber die Bebilderung durch Marcus Lobbes und sein Team ist eine Enttäuschung. | 28. Juli 2026 - 12:12 Uhr Marcus Lobbes, der Direktor der Akademie für Theater und Digitalität in Dortmund, vor dem Festspielhaus. © picture alliance/dpa Festspiele sollen das Besondere am besonderen Ort wagen. Bayreuth wollte anlässlich des 150.
‚Entnahmt Ihr was dem Bilderschwall?‘ – Die Bayreuther Festspiele wagen sich mit „Rheingold“ an die KI-Front
Hauptbild Ring 10010110: Das Rheingold.
Wir sind alle Dada-Gaga – Im Bregenzer Festspielhaus blüht Leos Janáčeks Opern-Orchidee „Die Abenteuer des Herrn Brouček“
Text Bis zu seiner späten Anerkennung ab etwa 1909 hatte Janáček die meisten „Niederungen“ menschlichen, gesellschaftlichen und künstlerischen Daseins durchlitten.
Warum die "La traviata"-Inszenierung in Bregenz nicht zündete
Warum es nicht überzeugt, wie der Regisseur Damiano Michieletto Giuseppe Verdis Kurtisanendrama bei den Festspielen am Bodensee auf die Bühne bringt. 23. Juli 2026 - 14:50 Uhr | Verdis „La Traviata“ auf der Bregenzer Seebühne. © picture alliance/dpa/KEYSTONE Surfen auf der verlässlichen Seite Münchens. Immer bestens informiert. Aus der Stadt. Für Sie. Unsere Empfehlung nur 4,90 € / Monat *Alle Angebote verlängern sich automatisch. Die Kündigung ist jederzeit möglich. Bereits Digital-Abonnent?
Sterben in Scherben: „La traviata“ auf der Bregenzer Seebühne
Warum es nicht überzeugt, wie der Regisseur Damiano Michieletto Giuseppe Verdis Kurtisanendrama bei den Festspielen am Bodensee auf die Bühne bringt 23. Juli 2026 - 12:47 Uhr | Verdis „La Traviata“ auf der Bregenzer Seebühne. © picture alliance/dpa/KEYSTONE Surfen auf der verlässlichen Seite Münchens. Immer bestens informiert. Aus der Stadt. Für Sie. Unsere Empfehlung nur 4,90 € / Monat *Alle Angebote verlängern sich automatisch. Die Kündigung ist jederzeit möglich. Bereits Digital-Abonnent?
Lebensspiegel, Lebenssplitter … Die Bregenzer Festspiele eröffnen auf der Seebühne erstmals mit Verdis „La Traviata“
Text Für das ganze Team war es erstmals Verdis Sterben der schönen Kurtisane – haben sie deswegen gerade dieses Werk als Erstengagement angenommen? Denn die Seebühne will große Wirkung – doch nur zwei Gesellschaftsszenen finden sich im sonst eher kammerspielartigen Drama um die todkranke Violetta.
Finanzkraft kauft Weltordnung – Erschreckend aktuelles Musikdrama im Münchner Gärtnerplatztheater
Hauptbild Caspar Krieger (Koby), Sophie Rennert (Claire Zachanassian), Juan Carlos Falcón (Loby), Norbert Ernst (Butler), Ludwig Mittelhammer (Alfred Ill). Foto: © Markus Tordik Vorspann / Teaser Kunst als Seismograph – das hat sich in vielerlei Werken erwiesen: Es wurde Realität, was da als visionärer Aspekt gezeigt, beschworen oder entlarvt worden war.
Mit „Nigger-Musik“ gegen NS – Ein multi-mediales Jazz-Konzert im Münchner NS-Dokumentationszentrum
Text „Deutschsein“ ist ja wieder in … was immer etwa zwischen Ballermann und Bayreuth damit gemeint ist. Im multimedial perfekt eingerichteten Saal des NS-Dokuzentrums reichten nun Stühle und Hocker nicht, um bei einem live swingenden Rückblick allen einen Sitzplatz zu bieten.
Facetten-Fülle und Gesamtkunstwerk
Untertitel Neue Aspekte zur Geschichte der Bayreuther Festspiele Vorspann / Teaser Stephan Mösch: Bayreuth als Theater. Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Berlin 2026, 674 S., Abb., € 49,99, ISBN 978-3-7618-2649-2 Paragraphs Text Der Buch-Titel ist ungewollt zweideutig: neben aller Realität gab und gibt es um Bayreuth immer wieder „Theater“, von kultur-politisch bis yellow-pressig.
Allzumenschelndes deckt Götteruntergang zu – Wagners „Walküre“ als „ächt baierischer“ Festspielauftakt in Münchens Staatsoper
Text Während Bayreuth am „Jubiläum 150 Jahre Ring“ arbeitet und zunächst das unsäglich verkorkste Vorab-Theater rückinszenieren muss, kann die Bayerische Staatsoper nach dem „Rheingold“ (vgl. nmz online vom 28.10.2024) ihren „Ring“-Aufbau bis 2027 fortsetzen. Nach dem kurzen, das wenige Buh übertönenden Schlussjubel müsste das Publikum eigentlich den Königssaal stürmen: Dort muss gemäß dem detailfreudigen Nachbau auf der Bühne des 3.
Im stilistischen Vielerlei – Verdis „La Traviata“ an Münchens Staatstheater am Gärtnerplatz
Hauptbild Jennifer O’Loughlin (Violetta Valéry), Thomas McGowan (Baron Douphol). Foto: © Anna Schnauss Vorspann / Teaser Noch ist die Produktion im Musiktheater eine männliche Domäne. Zwar sind Künstlerinnen und weibliche Teams auf dem Vormarsch, doch über viele Dramaturginnen hinaus kann das aufgeschlossene Publikum nur wünschen, dass auf nahezu alle Werke ein anders grundierter Blick geworfen und dann auf der Bühne realisiert wird.
Aufführung rettet Werk – Uraufführung „Of one Blood“ an der Bayerischen Staatsoper
Hauptbild Of One Blood | Premiere am 10. Mai 2026. © Monika Rittershaus Vorspann / Teaser „Greift nur hinein ins volle Menschenleben“ ruft Goethes Theaterdirektor als zeitlose Aufforderung an alles Theater – das tut das Staatstheater Nürnberg demnächst mit der Uraufführung der Mafia-Oper „Cosa Nostra“ und später widmet sich die Oper Frankfurt mit der Uraufführung „Battaglia“ den Frauenopfern der sizilianischen N’Dhrangheta.
Wenn Musik so befreit …
Untertitel „Vivaldi und ich“ – der Komponist und historische Frauenschicksale im Film Vorspann / Teaser Vieles von Antonio Vivaldis Musik klingt auch heute noch nach „Grenzen sprengen“ – speziell „Quattro Stagioni“… und daraus dann der „Sommer“… so „fetzig“, dass dies auch schon als Werbe-Musik missbraucht wurde … Paragraphs Text Missbrauch ganz anderer Art wird vom inzwischen renommierten Opern-Regisseur Damiano Michieletto aufgegriffen.
Kalter Blick auf Liebe und Tod – Lucia Ronchetti und Andrea Breth zeigen in Frankfurt eine andere „Turandot“
Hauptbild Elza van den Heever (Turandot) und Ensemble. Foto: Bernd Uhlig. Vorspann / Teaser „Qui finisce l'opera lasciata incompiuta dal maestro per la sua morte – Hier endet das Werk, das der Meister aufgrund seines Todes unvollendet hinterlassen hat“, sagte Arturo Toscanini am Abend des 25.April 1926 in der Mailänder Scala und legte den Taktstock aufs Pult.
Von der Stille zu ersten Aufnahmen
Text Der südafrikanische Regisseur Hermanus (*1983) hat nicht eine reale Geschichte aus der Tonaufzeichnung aufgegriffen, sondern den Autor Ben Shattuck gebeten, seine Kurzgeschichte zum Drehbuch zu weiten. Selbst homosexuell, hat Hermanus die zeitweilige Beziehung der zwei Hauptfiguren aber nicht zum alleinigen Zentrum seines Films gemacht.
Vom Schein zum Sein – Perfekt bearbeiteter „Graf von Luxemburg“ am Münchner Gärtnerplatztheater
Hauptbild Sophia Keiler (Juliette Vermont), Peter Neustifter (Armand Brissard). Foto: © Anna Schnauss Vorspann / Teaser „Der Schmarrn ist fertig, und wenn es kein Erfolg wird, habt ihr es euch selbst zuzuschreiben“, soll Lehár 1909 dem Pächter des uraufführenden Theaters an der Wien gesagt haben. Der ließ gleich noch Lehárs Äußerung kolportieren, dass der das neue Werk in „nur drei Wochen“ zwischen Ende Mai und dem 26. Juni vertont habe.
Ein Mahnmal aus beseelten Tönen – Am Münchner Gärtnerplatztheater beeindruckt Alexander Borodins „Fürst Igor“
Hauptbild Tobias Kartmann (Alexander Glasunow), Matija Meić (Fürst Igor), Vladimir Pavic (Nikolai Rimski-Korsakow), Dieter Fernengel (Alexander Borodin), Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz. © Markus Tordik Vorspann / Teaser Das mit dem „Werk“ ist so eine Sache. Alexander Borodin hat von 1869 bis zu seinem Tod 1887 mit dem Text und der Komposition des mittelalterlichen „Lieds von der Heerfahrt Igors“ gerungen.
Von Vielerlei zu Allerlei – Münchens Rundfunkorchester und die Theaterakademie feiern gemeinsam mit Raritäten
Text Die Kooperation beider Institutionen beschert der Kulturszene immer wieder Besonderheiten: diesmal einen „Auf und Ab – Über die unausweichliche Zunahme von Missverständnissen“ übertitelten Abend; Nino Rotas Einakter „I due timidi“ wurde mit Darius Milhauds „Le Pauvre Matelot“ verbunden. Dramaturgisch reizvoll mischen Missverständnisse in beiden Werken Komisches mit Tragischem.
Ach, wenn Spott doch… - Münchens neuer „Rigoletto“ zeigt kein Vertrauen in Verdis Musik
Text Im Münchner Nationaltheater wollte das Team um Regisseurin Barbara Mysocka den Narren in jedem diktatorisch korrupten System dieser unserer, also Epstein-Zeit zeigen. Dafür hinkt im nachtschwarzen Bühnenraum Rigoletto herein, während hinter ihm in einem kleinen Raum Gilda einen Schmetterling an die Wand zeichnet, umgeben von 5-Tage-Gefängnis-Strichen an der Wand und dem Text „To die is nothing, but it is terrible not to live“.
Alles nur halb und halb – Gounods „Faust“ an der Bayerischen Staatsoper | nmz - neue musikzeitung
Text Charles Gounod war sich des Problems durchaus bewusst und wollte „Marguerite et Faust“ als Titel. Sein zunächst mit „Wagnerianisme“ abqualifiziertes Werk wurde dann auch lange in der deutschen, auf Wahrung des nationalen Kulturgutes bedachten Opernlandschaft als „Margarete“ gespielt … und die Musik zunehmend geschätzt.
Gestriger Alp für Heute und Morgen – Bestürzende Fassung von „Cabaret“ im Residenztheater des Bayerischen Staatsschauspiels | nmz - neue musikzeitung
Text Mit viel Szenenbeifall, am Ende tosendem Jubel und standing ovations wurde ein Musterbeispiel gefeiert: wie ein Klassiker des sogenannten „leichten Genres“ vom kritisch denkenden Regisseur, zwei Dramaturginnen und einem glänzenden Bühnenteam unausweichlich für Hier, Heute und Morgen aufbereitet wurde – ohne das herausragende Werk in derzeit allzu oft gängiger Manier modernistisch „zu verbessern“, also zu verhackstücken, mit fremden und noch banaleren eigenen Texten und Hinzufügungen...
Vom Teufelspakt zum Liebesflug – Rimsky-Korsakows „Die Nacht vor Weihnachten“ an der Bayerischen Staatsoper | nmz - neue musikzeitung
Text … denn um das 1835 fertiggestellte Werk gab es noch viel mehr Turbulenzen: Zunächst Verbot durch die Zensur, weil russische Herrscher nicht in Opern dargestellt werden durften; Rimskys gute Bekanntschaft mit einem hohen Würdenträger führte 1837 zur Aufhebung des Verbots; in der Hauptprobe erkannten zwei Fürsten in der Zarin ihre Großmutter Katharina II.
Das Figaro-Update: »Der Tollste Tag« am Gärtnerplatztheater - Münchner Feuilleton
Das Gärtnerplatztheater denkt den »Figaro« weiter und macht ihn zum »Tollsten Tag«. Ein Experiment mit Fragezeichen. »Als Beaumarchais’ ›Figaro‹ gespielt wurde, war die Revolution auf dem Marsch«, soll Napoleon gesagt haben. 1971 hat der kantige Autor Peter Turrini (*1944) eine Weiterführung des Stoffes geschrieben, den Johanna Doderer (*1969) jetzt vertonte und das Gärtnerplatztheater uraufführte.
Von vielfacher Größe – Zum Tod von Bassbariton Donald MyIntyre | nmz - neue musikzeitung
Text Donald McIntyre saß im Münchner Nationaltheater nicht in einer der vorderen Reihen. Er kam aus dem Rang heruntergegangen – und wenn man ihn ansprach, schaute er erst mal auf einen herab – und wenn man ihm für die vielfältig-eindringliche-unvergessliche Charakterisierung von Wotans (sonst oft „sich-lang-hinziehender“) Lebensbeichte im 2.
Bühnenweit amüsante Absurditäten – Münchens Musical-Nachwuchs begeistert mit „Addams Family“ im Prinzregentheater | nmz - neue musikzeitung
Text Naserümpfend kann natürlich von „morbidem Humor“ gesprochen werden. Das beginnt beim Familienausflug und Tanzen der Addams auf dem Friedhof – wozu auch die Ahnen aus den Gräbern mal aufstehen und mitmachen. Das geht weiter zum Hunger auf Frischfleisch seitens der Familie Addams – und der bezieht auch Menschenfleisch mit ein… usw. usw. usw … in 100 pausenlosen Minuten wird fast jede Facette unseres konventionellen Zusammenlebens ad absurdum geführt.
Die ganz anderen Cats – Das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper präsentiert Henzes „Englische Katze“ im Cuvilliéstheater | nmz - neue musikzeitung
Text „Von Gestern für Heute“ sollte doch gelten, wenn ein 1983 uraufgeführtes Werk gewählt wird. Henze und Librettist Edward Bond wollten je etwas ganz Anderes als die seit 1981 in London und seit 1982 in New York überaus erfolgreichen „Cats“ der überragenden Bühnen-Profis Webber-Nunn. Doch gerade diesbezüglich stellten sich jetzt in München zwei Enttäuschungen ein. Bond war ja bekannt dafür, gesellschaftliche Macht- und Gewaltstrukturen theatralisch zu entlarven.
DVD-Tipp 2025/11
Text Im Leben von Mieczyslaw Weinberg (1919–1996) finden sich die meisten Entsetzlichkeiten des 20. Jahrhunderts: polnischer Jude, ein dementsprechendes Künstlerschicksal, mörderischer Nationalsozialismus, lebensbedrohlicher Stalinismus –wahrscheinlich gerettet durch die Unterstützung von Dmitri Schostakowitsch, dennoch durchgängig bis zu seinem Tod umgeben vom russischen Antisemitismus.
Die Einheit von Leben und Kunst – Zum 100. Geburtstag von Mikis Theodorakis | nmz - neue musikzeitung
Text Obwohl es gerade mehr als bitter nötig ist, gilt leider noch „politisch Lied“ meist als „garstig Lied“ … weil man ja Goethes „Faust“ anführen kann, wenn auch nur das Faust-Fragment. Fragment blieb nur weniges im Leben dieses künstlerisch Erwählten, der eben darum keine Wahl hatte. Die Eltern erkannten seine Begabung, ließen ihm ersten Unterricht geben, denn Mikis begann als Kind zu musizieren, komponieren und dirigieren.
Klarheit für Feines und Fehler – Bayreuths neue „Meistersinger“ in der Kino-Übertragung | nmz - neue musikzeitung
Vorspann / Teaser Die hohen Investitionen von Steuergeld in die vermeintlich elitäre Hochkultur demokratisch zugänglich und damit vertretbar zu machen – dazu dient seit Jahren die Übertragung speziell der Eröffnungspremiere vom „Grünen Hügel“ der Wagner-Kultur in Kinos bundesweit. Der Leinwandausschnitt kann andere Aspekte sichtbar machen als der Blick im Zuschauerraum auf die etwa ab der 10. Reihe doch „entfernte“ Guckkastenbühne.
Schuld, Sühne und Parfüm: „Œdipe“ in Bregenz
Bregenz zeigt als Besonderheit George Enescus selten gespielte einzige Oper im Festspielhaus - musikalisch überzeugend, von Andreas Kriegenburg eher flau inszeniert | 18. Juli 2025 - 15:30 Uhr picture alliance/dpa/KEYSTONE 4 Paul Gay als Oedipe in einer Szene aus der Oper „Œdipe“ von George Enescu. picture alliance/dpa/KEYSTONE 4 Anna Danik als La Sphinge mit Paul Gay- picture alliance/dpa/KEYSTONE 4 Szene aus der Oper „Œdipe“ von George Enescu im großen Saal des Festspielhauses Bregenz.
Töne für den blinden Geist – Die neue Intendantin eröffnet mit George Enescus „Œdipe“ im Bregenzer Festspielhaus | nmz - neue musikzeitung
Text Doch in Bregenz gab es zunächst andere Neuigkeiten. Die neue Festspielintendantin, die Finnin Lilli Paasikivi, vereint die Erfahrungen als erfolgreiche Mezzosopranistin mit Jahren der Operndirektion in Helsinki. Sie behält die Bregenzer Besonderheit bei: auf der Seebühne die Wiederholung der populären „Freischütz“-Umdeutung des Vorjahres (vgl. nmz online vom 18.07.2024), doch daneben im Festspielhaus eine Neuinszenierung, die Rarität, eine Art „Opern-Orchidee“.
Schräge Ideen vor Witz – In der Studiobühne des Münchner Gärtnerplatztheaters wird „Doktor Mirakel“ genullt | nmz - neue musikzeitung
Text … Georges Bizet 1857 nachschlagen. Denn in Frankreich hat einfach alles - von der sich auch durch opulente Diners inszenierenden Staatspolitik bis hin zur wirklichen Theaterbühne - mit dem Essen zu tun. Da schrieb doch kein Geringerer als Jacques Offenbach einen kleinen Wettbewerb für einen Einakter auf seinem „Théâtre des Bouffes-Parisiens“ aus.
Münchner Opernfestspiele unterhöllisch: Mythos überfremdet Mozart mit angereichertem Pluto
Text Der Abend endete mit einer Unverschämtheit. Als das Bühnen-Team um Regisseur David Herrmann zum Schlussapplaus erschien und nur ein wenig angebuht wurde, sammelte Herrman mit dem Zeigefinger die Buher im Rund des Nationaltheaters ein und verdammte sie mit einer eitlen Geste in die von ihm zuvor inszenierte Unterwelt.
Begeisternd süffiger Zaubertrank – Donizettis „L’elisir d’amore“ am Münchner Gärtnerplatztheater | nmz - neue musikzeitung
Text Setzte „das Gärtnerplatz“ früher auf höchstmögliche Zugänglichkeit und damit auf deutschsprachige Aufführungen in den drei Nachkriegseinstudierungen, so will das „Staatstheater …“ seinem inzwischen gewachsenen Status gerecht werden: also Donizetti-Romanis Wort-Ton-Witz im Original mit Übertiteln. Das blieb keine Renommee-Geste.
Phantastischer Realismus statt Verismo – Neue Sicht auf das bekannte „Cav-Pag“-Duo im Münchner Nationaltheater | nmz - neue musikzeitung
Text Der italienische Regisseur Francesco Micheli hatte mit seinem Bühnenteam die überzeugend durchdachte Intention, die beiden zwar meist miteinander gespielten, aber inhaltlich divergierenden Werke nicht nur durch Gesangssolisten, sondern auch dramaturgisch zu verbinden.
Das Ballermann-Singspiel „Exportschlager“ in Augsburgs Brechtbühne uraufgeführt
Text Im Dezember 2021 machte sich Simon Mack (*1992), der heutige Professor für Musiktheorie und Gehörbildung, den Spaß, seinen „Ballermannhit „Saufen“ als Bach-Kantate um-zu-komponieren, online zu stellen – und so wurde „Saufen, morgens, mittags, abends“ zum viralen Hit. Vieles folgte und dann wuchs zusammen mit Autor Andreas Hilger die Idee, daraus ein „deutsches Singspiel“ für kleine Bühnen zu machen.
Zwischen Strahlen und „blühendem Leid“ - Zum Tod des Heldentenors Peter Seiffert
Text Der fesche junge Mann fiel dann 1979 im Deutschen Musikwettbewerb, vor allem aber in der damals höchst populären Talentshow von Anneliese Rothenberger auf.
Strauss-Bowle überspült Wasser-Flut – Turbulenter Johann-Strauss-Waldmeister am Münchner Gärtnerplatztheater | nmz - neue musikzeitung
Text Dieses letzte Werk des Übervaters der Wiener Operette beginnt ja mit einem alles durchnässenden Gewitterregen. Brotzeit machende Bauarbeiter und ein grantiger Hausmeister des renovierungsbedürftigen „Hotel Waldmühle“, die mit ihren Freundinnen im Wald spazierende Star-Sängerin Pauline, ein ganzer Trupp „ausfliegender“ Forststudenten, schließlich der seine Studenten jagende strenge Oberforstrat und ein heillos theaterbegeisterter Botanik-Professor retten sich unter das Hoteldach.
Janáček muss Tango tanzen – „Káťa Kabanová“ wird im Münchner Nationaltheater fragwürdig modernisiert | nmz - neue musikzeitung
Text Offener Vorhang zu Beginn: im bühnenweiten Einheitsraum, einem hellbeige laminierten Gemeindesaal einer post-sowjetischen Kleinstadt tanzen etwa zehn Paare zu leise zugespielter Musik gekonnt Tango. Dann setzt das unruhige Pochen von Janáčeks Nervenmusik ein. Hinten im Saal steht eine Juke-Box und zum anschwellenden Klopfen der Pauke vollführt Káťa ein bisschen Pop-Getanze. Das wird per Videokamera vor ihr auf die Rückwand vergrößert.
Ungebrochene „Boléro“-Manie – Ein fein distanzierter Film zeigt Maurice Ravels Ringen um sein Werk | nmz - neue musikzeitung
Text Genaues Hinhören wird schon im Vorspann gefordert: Geräusch von Damenschuhen auf regennassem Schotter, gleichmäßiges Gehen, dann rhythmisches Maschinengedonner – Ravel geht 1927 mit der Skandal-Tänzerin Ida Rubinstein durch eine Fabrik in vollem Betrieb; sie bittet um ein „spanisches Ballett“ für sich; er imaginiert, dass es in einer solchen Rhythmushalle spielen könnte … Das ist nicht erfunden, denn 1932 schrieb Ravel an den Evening Standard: „Ein großer Teil meiner Inspiration kommt...
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