Antje Schrupp
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Articles by Antje Schrupp
Hoffnung auf die Frauen
Rechtsextreme Parteien haben das Thema »Gender« zu einem ihrer zentralen Kampffelder erkoren, während an den Spitzen der Politik wieder Männer dominieren. Zugleich aber driften die politischen Präferenzen der Geschlechter mehr und mehr auseinander und es sind vor allem Frauen und Feminist:innen, die die Demokratiebewegungen von heute prägen. Ist es also an der Zeit, die weibliche Differenz politisch produktiv zu machen?
Feminismus »Emma« war nie das Sprachrohr des Feminismus
»Emma« hat den Feminismus aus der Nische geholt. Doch Alice Schwarzers Stärke wurde auch zur Schwäche des Magazins. Sein Ende ist kein Grund zur Trauer, findet die Feministin Antje Schrupp. von Antje Schrupp vom 23.10.2026 Vorgelesen von einer künstlichen Stimme. Feminismus war immer pluraler, widersprüchlicher und streitbarer, als es die öffentliche Fixierung auf Alice Schwarzer glauben machte. Hier ist sie im Februar 2026 mit ihrem Buch »Feminismus pur« zu sehen.
Zum Sonntag Bitte putzen!
Zurück an den Herd als Ideal heute? Ich gebe zu, ich schaue mir manchmal Videos von so genannten „Tradwives" an. Das sind Influencerinnen, die in schönen Kleidern häusliche Dinge tun. Männer kommen in der Welt der Tradwives nicht vor, sie sind außer Haus, Geld für die Familie verdienen.
Zum Sonntag Die düstere Zukunft der Pflege
Es gibt eine volkswirtschaftliche Weisheit, die man dieser Tage häufig hört: Man kann nur ausgeben, was man vorher erwirtschaftet hat. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken begründet so ihre Pläne zur Pflegereform. Über 20 Milliarden Euro sollen bis 2030 eingespart werden: Restriktivere Pflegegrade, gekürzter Entlastungsbetrag für Haushaltshilfen, weniger Rentenpunkte für pflegende Angehörige, Einschränkung der Pflicht zur Tariftreue bei Pflegekräften, höhere Eigenanteile fürs Pflegeheim.
Zum Sonntag: Wird KI uns bald ersetzen? | BR.de
Wird KI uns Menschen bald ersetzen? Diese Frage stellt sich immer häufiger, je besser Sprachmodelle wie Chat GPT und Co. werden. Oder kann die KI uns vielleicht sogar dabei helfen, dem, was uns als Menschen ausmacht, ein Stückchen näher zu kommen? Die Frage, was Menschsein bedeutet, ist ja uralt.
Eule-Podcast (58): Ist das Patriarchat vorbei?
Foto Antje Schrupp: Heike Rost Podcast Im „Eule-Podcast“ erklärt Antje Schrupp das Ende des Patriarchats. Was hat es mit dem postpatriarchalen Chaos in Gesellschaft und Kirche auf sich? , Gute Nachricht! In ihrem neuen Buch erklärt Antje Schrupp das Patriarchat für beendet. Allerdings ist an seine Stelle nicht das Paradies getreten, sondern postpatriarchales Chaos. Und das ist gefährlicher, erklärt sie, als es das Patriarchat war.
Zum Sonntag: Wozu braucht es die Kirchen noch? | BR.de
Die neuen Kirchenmitgliedschaftszahlen sind veröffentlicht. Wieder sind die beiden großen Kirchen geschrumpft. Ende 2025 gehörten der evangelischen Kirche in Deutschland noch rund 17,4 Millionen Menschen an, ein Rückgang von gut 3,2 Prozent. Auch die katholische Kirche verliert weiter Mitglieder; allein 2025 traten über 307.000 Menschen aus. Der Trend scheint unaufhaltsam. Das ist bedauerlich. Man kann das als Statistik sehen, als Verwaltungsproblem oder als Fortsetzung eines bekannten Trends.
Zum Sonntag: Bilder des Krieges | BR.de
Der Krieg hat viele Bilder: zerstörte Häuser, fliegende Drohnen, brennende Raffinerien im Iran, Schiffe, die ins Fadenkreuz geraten; Menschen, voller Angst, die um ihr Leben fürchten. Dazu die Hungernden, die für den Krieg nichts können, aber die Folgen tragen. Und Tote. Immer wieder Tote. Tausende in den letzten vier Jahren des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Und immer noch kommen neue Schlachtfelder hinzu. Der Krieg schafft aber auch Bilder jenseits der Kriegsgebiete.
Zum Sonntag: Müssen wir alle mehr arbeiten? | BR.de
Hilfe, wir Deutschen arbeiten zu wenig. Von „Teilzeit-Lifestyle“ sprechen Wirtschaftsliberale neuerdings. Das nagt natürlich an der deutschen Identität. Schaffe, schaffe, Häusle bauen. Wir sind stolz auf unsere Fleißigkeit, besonders wir Protestant*innen. Unsere Arbeitsmoral ist legendär, Soziologen haben ganze Bücher darüber geschrieben. Und jetzt sollen wir plötzlich faul sein? Ich selbst kann mit gutem Gewissen behaupten, dass ich nicht Schuld bin.
Jenseits der Gleichstellung
Nach einem Jahrhundert der Emanzipation erleben wir heute weltweit das destruktive Auftrumpfen toxischer Männlichkeit. Doch was häufig als Wiederkehr des Patriarchats gedeutet wird, ist vielmehr Ausdruck einer viel gefährlicheren Entwicklung: dem Streben nach einer ungeregelten Herrschaft des Stärkeren. Lässt sich weibliche Freiheit in diesem postpatriarchalen Chaos noch mittels Gleichstellungspolitik voranbringen?
Zum Sonntag: Marktwirtschaft im Gesundheitswesen | BR.de
Ich gestehe: Ich bin ein Fan von Marktwirtschaft. Also des Prinzips, dass sich Angebot und Nachfrage zusammenfinden und ohne zentrale Steuerung für die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen sorgen. Sicher, nicht alles lässt sich so regeln. Aber dort, wo Marktwirtschaft funktioniert, ist sie prima. Deshalb wäre im Prinzip auch nichts dagegen einzuwenden, die hohen Kosten im Gesundheitswesen auf diese Weise einzudämmen.
Zum Sonntag: Christentum als Mode: Die gesellschaftliche Satire von South Park | BR.de
Kennen Sie die amerikanische Zeichentrickserie South Park? Die bitterböse Satire um vier Schulfreunde in einem kleinen Städtchen in Colorado nimmt seit 27 Jahren unbarmherzig den Zeitgeist aufs Korn. Auch in Deutschland läuft sie auf verschiedenen Kanälen. Die Serie ist dafür bekannt, dass sie sehr genau gesellschaftliche Trends aufs Korn nimmt. Vor einigen Jahren tauchte in South Park ein neuer Schuldirektor auf, der sich als "PC Principal“ vorstellte.
Zum Sonntag: Friedhofspflicht abschaffen? | BR.de
Manche Dinge kann ich mir partout nicht mehr vorstellen. Zum Beispiel, dass ich viele viele Jahre lang in meinem Büro geraucht habe. Ich war fest davon überzeugt - und das entsprach auch meiner Erfahrung - dass ich ohne Zigarette in der Hand nicht einen vernünftigen Text schreiben könnte. Ich hockte vor dem leeren Bildschirm, und mir fiel nichts ein, dann zündete ich mir eine Zigarette an, und Zack, da war der erste Satz.
Der Wunsch nach Gerechtigkeit
Im vierten Jahr des offenen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, um sich das Land einzuverleiben, lässt bei manchen Verbündeten die Entschlossenheit nach, den Angegriffenen zu helfen. Waffenlieferungen sind teuer, die ökonomischen Sanktionen gegen Putins Russland schaden uns auch selbst. Angesichts der vielen Todesopfer entsteht eine gewisse Ungeduld: Können die sich nicht langsam mal einigen?
Zum Sonntag: Politische Sommersonnenwende | BR.de
Feuer, Freude, Tanz – weg mit den bösen Geistern! Es ist Sommersonnenwende-Zeit. Der längste Tag des Jahres will gefeiert werden. Christinnen und Christen feiern die Sonnenwende am 24. Juni, zu Johanni, wenn an die Geburt von Johannes dem Täufer erinnert wird. Von ihm stammt der Satz: Er muss wachsen, ich aber geringer werden. (Joh 3,30) Gemeint war Jesus. Geringer wird es auch nach der Juni-Sonnenwende, daher die Verbindung.
Zum Sonntag: Männer als Player, Frauen als NPCs? | BR.de
Kennen Sie die Abkürzung "NPC"? Sie steht für "non playable character, also "nicht spielbarer Charakter". Damit bezeichnet man Figuren in Computerspielen, die lediglich vorgegebene Abläufe abspulen und den eigentlichen "Playern" (den Spielern) als Kulisse oder Dekoration dienen. Seit einiger Zeit taucht der Begriff "NPC" auch in politischen Debatten auf. Elon Musk bezeichnet so Menschen, die er nicht ernst nimmt, Rechtsextreme in den USA diffamieren damit ihre politischen Gegner*innen.
Zum Sonntag: Für Frieden | BR.de
Inhalt Audio bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 0.00 von 5 bei 0 abgegebenen Stimmen. Im April 1915 kamen in Den Haag über tausend politische Aktivistinnen aus zwölf Ländern zusammen, um angesichts des Weltkriegs über Möglichkeiten und Voraussetzungen für Frieden zu diskutieren. Programmhinweis Audio bewerten: Durchschnittliche Bewertung: 0.00 von 5 bei 0 abgegebenen Stimmen. Link kopieren Kurzlink kopieren Bitte klicken Sie in eines der Felder und kopieren Sie den Link in Ihre Zwischenablage.
Das "Große Morden" oder: Der lange Weg zur Anerkennung
Es hat sehr lange gedauert, bis Sinti und Roma als rassistisch verfolgte Opfer des Holocaust anerkannt wurden. Und das, obwohl bis zu einer halben Million von ihnen dem NS-Terror zum Opfer gefallen sind. Wobei diese Zahl nur eine grobe Schätzung darstellt: Viel zu spät hat die Forschung begonnen, sich mit dem Schicksal jener Menschengruppe zu beschäftigen, die von den Nationalsozialisten als „Zigeuner und nach Zigeunerart umherziehende Personen“ klassifiziert und verfolgt wurde.
Auf dem Körper der Frau: Putins Kolonialismus
Die Brutalität der Vergewaltigungen, mit denen die russische Armee bei ihrem Angriff auf die Ukraine Städte und Dörfer überzogen hat, ist viel diskutiert worden. Die finnisch-estnische Schriftstellerin Sofi Oksanen zeigt in ihrem politischen Essay „Putins Krieg gegen die Frauen“, dass dahinter nicht nur die in militärischen Kontexten übliche Enthemmung und sexualisierte Gewalt stecken, sondern eine systemische Frauenfeindlichkeit, die das Putin-Regime kennzeichnet.
Warum leben wir im Patriarchat?
Menschliche Kulturen sind vielfältig, aber es gibt eine Konstante: Fast überall dominieren die Männer. Ist das Patriarchat also von der Natur vorgegeben? Göttlicher Schöpferwille? Lange wurde das so gesehen, selbst von Feministinnen wie Simone de Beauvoir: Die Tatsache, dass Männer keine Kinder gebären, hätte ihnen einen Vorteil vor den Frauen verschafft, schrieb sie in »Das andere Geschlecht«. Die britische Journalistin Angela Saini ist anderer Ansicht.
Eine Anklage gegen das Patriarchat
Das Thema Abtreibung schien seit den 1970er-Jahren im Großen und Ganzen erledigt: Die »Zweite Welle« der Frauenbewegung hatte in den USA und den meisten europäischen Ländern prinzipiell den Zugang zu legalen und sicheren Abtreibungsmöglichkeiten erkämpft, der Rest schien Detailarbeit. Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 14/2023 vom 21.07.2023, Seite 52 Alles nur besorgte Bürger?
Feministische Argumente zu Leihmutterschaft
In der Debatte über Leihmutterschaft trifft ein marktliberaler Impuls den patriarchalen Anspruch auf gebärende Körper. Eine feministische Kritik muss ganz anders sein. Mein aktueller Kommentar auf Zeit-online.
Assistierter Suizid und Moral
Denke ja schon länger darüber nach, was an der Debatte über assistierten Suizid schief läuft, und heute Mittag hatte ich kurz eine Intuition. These: Die moralische Frage ist eigentlich nicht, ob wir als Gesellschaft verpflichtet sind, den Suizid-Wunsch einer zum Beispiel kranken und pflegebedürftigen Person zu respektieren oder nicht.
#Antje las ein Buch, beziehungsweise eine ganze Reihe neuer Bücher
Liebe Blog-Abonnent:innen, ich gestehe, ich habe vergessen, die letzten Bücher-Youtubes auch hier zu posten, obwohl einige von euch sich das ausdrücklich gewünscht hatten, daher hier nun ein Sammelpost über meine letzte Lektüreerfahrungen:
Dummheit oder Bösheit?
So wird Hetze und Desinformation betrieben. Ist das unermessliche Dummheit oder unermessliche Bösheit Oder ist das ein Dokument dazu, dass unsere Kultur derart von aristotelischer Ideologie und der des Römischen Reichs durchzogen sind, dass es wirklich Menschen gibt, die intellektuell nicht in der Lage sind, zu VERSTEHEN, dass hier Menschen versuchen, zwischen „gebärender Person“ und „Mutter“ zu UNTERSCHEIDEN?
Frühmorgens-Gedanken über Fake News, ChatGPT und warum nur Feminismus noch Wahrheit ist
Vielleicht ist es bald so, dass wegen grassierender Fake-Infos-Flut, die durch AI nochmal besser und leicht herzustellen sind, das Internet als Recherchetool wieder komplett unbrauchbar wird. Dann müssen wir wieder rausgehen, uns Dinge selber anschauen, mit Leuten sprechen und bei historischen Themen Papierbücher in alten Bibliotheken konsultieren. Jedenfalls wenn wir an dem Konzept „Wahrheit“ in Bezug auf Fakten festhalten wollen.
Wie soll man mit rassistischen und sexistischen „Stellen“ in Büchern umgehen?
Gerade wird wieder über die Frage von Neuauflagen von Büchern diskutiert, am Beispiel von Miss Marple und Roald Dahl. Es geht darum, dass bei Neuauflagen manche Passagen umformuliert wurden, um diskriminierende, etwa rassistisch oder sexistische Ausdrücke zu ersetzen. Dass darüber diskutiert wird, ist natürlich super, die Frage ist nur wie.
Gegen Sprachpolizei, Zensur und Sprachdiktate!
Immer häufiger höre ich, dass Behörden, Regierungen oder staatliche Stellen ihren Mitarbeiter*innen bestimmte sprachliche Ausdrucksformen verbieten, lustigerweise sind das dieselben, die sich über vermeintliche (nicht existierende) feministische „Sprachdiktate“ aufregen. Heute höre ich das aus Niederösterreich, vorige Woche vom Kultusministerium Schleswig-Holstein, das sind nur die zwei letzten, vorher gab es da schon ein paar andere, ist mir auch egal.
Der Krieg als Teil des Männlichkeitsproblems
Die Debatten um den Krieg in der Ukraine fordern nicht nur die traditionelle Friedensbewegung heraus, sondern auch den Feminismus. Es ist kein Zufall, dass gerade Alice Schwarzer und ihre Zeitschrift Emma Appelle für einen schnellen Waffenstillstand und Verhandlungen veröffentlichen und dafür viel Applaus bekommen. Frauenbewegung und Pazifismus gelten gewissermaßen als natürliche Verbündete, Krieg wird als inhärent männlich und patriarchal betrachtet.
Verschenkte Gelegenheit: Gescheiterter Versuch, Lucy Parsons zu verstehen
Lucy Parsons war eine wichtige Aktivistin des US-Amerikanischen Anarchismus über sieben (!) Jahrzehnte hinweg, und ich bin froh, dass Edition Nautilus dieses Buch herausgebracht hat. Denn es ist wirklich überfällig, dass Parsons auch in Deutschland etwas bekannter wird. Aber leider, leider ist das Buch wirklich schlecht. Die Autorin findet überhaupt keinen Zugang zu ihrer Protagonistin und nimmt sie nicht ernst.
Maidan, Update
Auf der Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung gibt es den Dokumentarfilm „Maidan“ von Sergei Loznitsa über die Aufstände in Kiew 2013/2014 gegen den damaligen russlandhörigen Präsidenten Janukowitsch, der ein bereits ausgehandeltes Assoziierungsabkommen mit der EU nicht unterzeichnet hatte. Ich empfehle euch sehr, den zu schauen, denn man bekommt ein besseres Gefühl für die Ukraine.
Zum 80. Geburtstag von Alice Schwarzer
Nachdem es jetzt rum ist, auch noch meine 3 Cent zu Alice Schwarzer. Die Erzählung ging ja hauptsächlich darum, ob man ihr dankbar sein soll oder nicht. Die einen sagen aus bekannten Gründen Ja, die anderen aus ebenso bekannten Gründen nein. Oder, als Kompromiss: Was sie früher gemacht hat, war gut, dann wurde es schlecht. Oder, wenn man eine Kontinuität sucht: Sie war eine persönlich schwierige Frau, man konnte schwer mit ihr zusammenarbeiten.
Digitale Trauer: "Du kanntest diese Person doch gar nicht"
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — "Du kanntest diese Person doch gar nicht" Seite 2 — Wie äußert man sich pietätvoll? Jeden Tag sterben in Deutschland rund 2.800 Menschen. Normalerweise bekommen wir davon nichts mit, denn es ist eher unwahrscheinlich, einen davon persönlich zu kennen. Doch diese Normalität ändert sich durchaus: Durch die sozialen Medien haben viele Menschen heute einen viel größeren Bekanntenkreis als früher, mit teilweise lange gewachsenen Beziehungen.
Arbeitsmoral: Warum Faulsein die Welt besser macht
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — Warum Faulsein die Welt besser macht Seite 2 — Ein schlechtes Gewissen an freien Tagen Seite 3 — Wer wenig braucht, muss wenig arbeiten Antje Schrupp 57, ist Publizistin und Politologin in Frankfurt am Main. Sie beschäftigt sich vorwiegend mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, dem Arbeitsmarkt und Geschlechterfragen. "Ich bin faul und liege dazu", steht auf einer Postkarte, die seit vielen Jahren an meinen Kühlschrank gepinnt ist.
Schwangerschaftsabbruch: Es geht hier nicht um Mitleid
Inhalt Auf einer Seite lesen Inhalt Seite 1 — Es geht hier nicht um Mitleid Seite 2 — Eine Schwangerschaft ist etwas Persönliches Die neue Bundesregierung will den Paragrafen 219a StGb, also das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche streichen. Gut so! Aber damit wird das Thema nicht erledigt sein. Auch über den Paragrafen 218 müssen wir diskutieren, also darüber, ob Schwangerschaftsabbrüche wirklich im Strafgesetzbuch geregelt werden sollten.
Sorgearbeit ist nichts für den Feierabend (neues deutschland)
Die Universität von Virginia/USA hat es untersucht: Vor Joe Biden hat kein einziger Präsident der Vereinigten Staaten jemals in einer öffentlichen Rede das Wort »caregiving« benutzt. In Deutschland dürfte es ähnlich sein. In Deutschland ist es ähnlich: Erst in allerjüngster Zeit ist das Wort »care« - das sich mit »Sorge« oder »Fürsorge« im Deutschen nur ungenügend wiedergeben lässt - in politischen Debatten zu hören.
Frauenkampftag - Die #LaTdH vom 7. März
Am 8. März ist Internationaler Frauen(kampf)tag. Zu diesem Anlass haben wir Antje Schrupp (@antjeschrupp) eingeladen, die #LaTdH für diesen Sonntag als Gastautorin zu gestalten. Wir freuen uns, dass Sie unserer Bitte nachgekommen ist. Einen guten Start in die Woche und einen kämpferischen Frauentag wünscht Die Eule-Redaktion Debatte: „Die Kirche und die Frauen, die Frauen und die Kirche“ Powerfrauen in Männerkirchen – Margot Käßmann feat.
Corona mal wieder: Warum ich die nächsten Monate extra vorsichtig sein werde
Hier mal wieder ein kleiner Update zur Corona-Lage, weil wir momentan in einer schwierigen Phase sind und auch unter denen, die nicht schwurbeln und verharmlosen, zurzeit ein paar Irrtümer kursieren.
Beim pinken Überraschungsei geht es nicht um Mädchen, sondern um Jungen
Zu der ganzen Debatte über das pinke Überraschungsei für Mädchen ist schon viel geschrieben und gesagt worden, aber ich will nun doch noch einen Aspekt anführen, der mir in der Debatte fehlt, obwohl er meiner Meinung nach zentral sein müsste. Und zwar dass sich diese ganze Aktion eigentlich nur scheinbar an die Mädchen richtet. Die wirklichen Adressaten sind die Jungen.
Revolution - Mutter unser
Revolution Der alte Mann mit dem weißen Bart hat ausgedient! Versuchen wir doch einmal, uns eine Frau als Gott vorzustellen Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes. Oder besser: der Heiligen Geistin. Denn Ruach, das hebräische Wort dafür, ist weiblich. Sie schwebte am Beginn der Schöpfung über den Wassern, steht gleich im zweiten Satz der Bibel. Liebe Leserin, lieber Leser, dieser Artikel ist für Sie kostenlos.
Gibt es eigentlich schon ein Icon für "I told you so"?
„Die Zwanziger werden das Jahrzehnt, in dem die Demografie die Strukturen des Sozialstaats durchschüttelt. Nicht nur die Zahl der Rentner wächst enorm. Zugleich gibt es weniger Menschen in Deutschland, die zwischen 20 und 64 Jahre alt sind, die Erwerbsfähigen also, die Wohlstand schaffen und Steuern zahlen. Ihre Zahl schrumpft innerhalb von zehn Jahren um 3,8 Millionen.
Konservativismus ist okay, völkscher Nationalismus nicht? Diese Unterscheidung klappt nicht
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche von Sachsen hat seit vier Jahre lang einen Bischof, der früher zumindest rechtsextreme, völkische, antidemokratische Positionen vertreten und sich bis heute nur so lala davon distanziert hat. Er hat das während seiner Wahl verschwiegen, herausgekommen ist es durch Proteste von der Basis und unabhängige Recherchen von Journalisten.
Wie die SPD dafür sorgte, dass die Information über Abtreibungen endgültig illegal wurde
Also. Der §219a wird, wenn die jetzigen Pläne durchkommen, schlimmer als vorher, denn Informationen über die Art und Weise eines Abbruchs sind dann offiziell illegal. Vorher waren sie das nur aufgrund richterlicher Rechtsprechung gewesen, während der Gesetzestext selbst uneindeutig war. Aber laut diesem „Kompromiss“ dürfen Ärztinnen nun ausdrücklich nur über die Tatsache informieren, dass sie Abtreibungen vornehmen, aber sie dürfen keine weiteren Informationen darüber geben.
Die Debatte über Paragraf 219a darf nicht verebben
Interessant fand ich dabei vor allem, wie geschickt die Argumentationen versuchen, freiheitliche Debatten und Aspekte aufzunehmen und in ihrem Sinn zu drehen: Kritik an behindertenfeindlichen "Optimierungsversuchen" in der modernen Reproduktionsmedizin und Ansätze zur Betonung der Selbstbestimmung von Frauen.
Erfolgreiche Revolutionen sind selten
Die Französische Revolution ist an der Größe dieser Aufgabe gescheitert, aber die Idee war in der Welt. Deshalb, schreibt Arendt, wurde die Französische Revolution trotz ihres Scheiterns zur Blaupause für weitere Revolutionen. Die Amerikanische Revolution hingegen blieb eine lokale Angelegenheit, obwohl sie erfolgreich war und in einer stabilen Demokratie mündete. Aber sie stellte die soziale Frage nicht. Warum nicht?
Frausein ist nicht binär
In letzter Zeit lese oder höre ich öfter, dass Personen sich bezüglich ihrer Geschlechtsidentität als "jenseits der binären Geschlechterordnung", also als "nonbinär" bezeichnen. Das ist natürlich eine prima Sache, der ich applaudiere. Aber was ich nicht akzeptiere, ist, wenn der Eindruck erweckt wird, dass sie deshalb keine Frauen mehr wären.
Geschlechtergerechte Sprache: Es geht nicht um das "Mitgemeintsein" von Frauen
Ich versuche schon seit einiger Zeit zu verstehen, wieso unsere Kultur sich so vehement gegen eine Veränderung von Sprache, die Frauen sichtbar macht, wehrt. Wieso das Thema so wichtig ist, dass eine Sparkasse lieber einen kleinkarierten Rechtsstreit führt, als einfach ein paar Formulare zu verändern. Warum so vielen Leuten so viel daran liegt, auch amtlich gerichtlich bestätigt zu haben, dass niemand sie zwingen kann, weibliche Formen zu verwenden.
Sprache: Es geht nicht um das „Mitgemeintsein“ von Frauen
Ich versuche schon seit einiger Zeit, zu verstehen, wieso diese Kultur sich so vehement gegen eine Veränderung von Sprache, die Frauen sichtbar macht, wehrt. Wieso dieses Thema ihnen so wichtig ist, dass eine Sparkasse lieber einen kleinkarierten Rechtsstreit führt, als einfach ein paar Formulare zu verändern. Warum so vielen Leuten so viel daran liegt, auch amtlich gerichtlich bestätigt zu haben, dass NIEMAND SIE ZWINGEN KANN, WEIBLICHE FORMEN ZU VERWENDEN.
Kulturkampf - Achse des Hasses
Und das Phänomen ist nicht auf die westliche Welt beschränkt. Der Kampf gegen frauenpolitische Errungenschaften zeichnet Machthaber wie den russischen Präsidenten Wladimir Putin oder den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan genauso aus wie patriarchale Männerbewegungen in allen Erdteilen, seien sie nun islamistisch, christlich-fundamentalistisch oder säkular-nationalistisch.
100 Jahre Frauenwahlrecht: Zehn Thesen zum Diskutieren
1. Die Frage ist nicht so sehr, was das Frauenwahlrecht für die Frauen bedeutet, sondern was das Frauenwahlrecht für die Demokratie bedeutet. Wieso hatte "die Demokratie" eigentlich so lange gar kein Problem damit, die Hälfte der Bevölkerung vom Wahlrecht auszuschließen? 3. Zahlreiche Feministinnen sahen die Forderung nach einem Frauenwahlrecht skeptisch.
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