Jochen Bittner
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Articles by Jochen Bittner
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Barack Obama : Präsident der falschen Hoffnung
Was erwartet jemand, der zwischen siebzig und vierhundert Pfund bezahlt, um Barack Obama in der größten Konzerthalle Großbritanniens reden zu hören? Natürlich die Politur seiner Ikone. »Manchmal weiß man ja nicht, was man hatte, bis es weg ist«, sagt eine Besucherin in der Co-op-Live-Arena in Manchester, eine ehemalige Taxifahrerin, die eigens anderthalb Stunden angereist ist. Außerdem liebe sie seine Stimme so.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Internationale Schuldenkrise : Schon wieder Krise?
Der Himmel über Bangkok ist am Dienstagmorgen strahlend blau, man sollte ihm bloß nicht trauen. Vor ein paar Wochen standen hier ganze Straßenzüge unter Wasser, und die Regenzeit ist nicht vorbei. Für die Jahrestagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) kündigte der Wetterdienst neue Wolkenbrüche an. Ähnlich widersprüchlich ist der Wetterbericht, den sie hier für die Weltwirtschaft vorstellen. Da ist einerseits der Sonnenschein.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Grüne in Großbritannien : Ein beinah karikaturhafter Schaukasten
Es wäre etwas einfach, die britischen Grünen nur als das abzutun, was sie ohne Zweifel auch sind: eine intersektional verstörte Partei. Alle Formen vermeintlich »progressiver« Verirrung laufen in ihr zusammen. Ihr Parteitag an diesem Wochenende in einem brutalistischen Betonbau am Strand von Brighton ist insoweit ein beinah karikaturhafter Schaukasten.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Labour-Party-Parteitag : Vorübergehend sonnig
Sogar die Sonne scheine dieses Jahr in Liverpool, begeistert sich der Labour-Abgeordnete Chris Evans, während er in den blauen Himmel blinzelt. So viel Hoffnung, so viel Optimismus habe er in der Partei seit zwanzig Jahren nicht erlebt. Andy Burnham, der neue Premierminister, sei wie ein »Atemzug frischer Luft«. Evans ist eines von vielen Labour-Mitgliedern, die beim diesjährigen Parteitag von Labour am Ufer des Mersey-Flusses einen Vibe-Shift, einen Stimmungswandel, feiern.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Terroranschlag : So erinnert sich die Welt an 9/11
Welche Erinnerungen haben Menschen in China oder Chile, in Saudi-Arabien, Niger oder Israel an den 11. September? Und wie hat sich der Tag auf ihr Leben ausgewirkt? Hier berichten sieben Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern über ihre Beziehung zu den Anschlägen. »Nie werde ich diesen Tag vergessen. Ich lebte damals in den USA und war gerade von einer langen Nachtschicht zurück in meine Wohnung in Charlotte, North Carolina, gekommen. Als ich Frühstück machte, rief ein Kollege an.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Parteitag von Reform UK : Aufrührer im Abwind?
In der Parteitagshalle in Birmingham ist Nigel Farages Welt an diesem Wochenende noch in Ordnung. »Die ersten 100 Tage«, so lautet der Programmsatz der Versammlung. Gemeint sind damit die ersten hundert Tage im britischen Regierungssitz an der Downing Street. Dass er Premierminister wird, bezweifelt der Anführer der neurechten Reform UK nicht.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); USA und Kanada : Trotzig gegen Trump
Der Handelskrieg zwischen Kanada und den USA ist binnen weniger Tage vom zähen Verhandlungsmodus in den offenen Polit-Showdown gekippt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Ben Shapiro : »Viele hassen unsere Zivilisation«
Ben Shapiro inszeniert sich im ZEIT-Interview als konservativer Star-Podcaster mit eingebautem Faktencheck gegen die eigene Bubble. Zunächst erklärt er seine Trump-Loyalität demonstrativ nur mit einer Fünf von zehn, verkauft Politik als Handwerkerjob und rahmt sein Buch über „Löwen“ und „Aasfresser“ als moralpsychologisches Deutungsmodell, mit dem er radikalen Islam, Putin, China und die marxistische Linke unter ein großes, ziemlich apokalyptisches Narrativ zieht.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Regierungswechsel in London : Der Neue in 10 Downing Street will die Kontrolle zurück
Andy Burnham startet als neuer britischer Premier mit maximalem Sendungsbewusstsein. Beim Einzug in Downing Street versprach der frühere Manchester-Bürgermeister sinkende Lebenshaltungskosten, 340 Millionen Pfund gegen Obdachlosigkeit und nichts Geringeres als das Rollback von vier Jahrzehnten Thatcher-Erbe – ein politischer Reboot, der den Briten erst einmal »Luft zum Atmen« liefern soll.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Andy Burnham : Der König des Nordens
Der mögliche neue britische Premier Andy Burnham sorgt für Aufsehen, nicht zuletzt durch seine symbolträchtige Jacke aus Manchester. Seine Ambitionen, Labour zu führen, könnten eine Wende in der britischen Politik bedeuten. Burnham setzt sich für eine tiefgreifende Staatsreform ein, die sich am deutschen Föderalismus orientiert. Doch während er langfristige Visionen präsentiert, kämpft das Land mit akuten Problemen wie Wohnungsnot und fehlender Verteidigungsbudgetierung.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Nigel Farage : Nigel Farage tritt zurück – und gleich wieder an
Jetzt bleibt ihm nur noch die Flucht in den Kaninchenbau. Tiefer, immer tiefer schraubte sich Nigel Farage am frühen Dienstagnachmittag in einer zornigen Rede in seine Anklage. Das Establishment, behauptete er, mache mit unlauteren Mitteln Jagd auf ihn. Dann erklärte der Anführer der neurechten Partei Reform UK seinen Rücktritt als Unterhaus-Abgeordneter – und gleichzeitig seine Kandidatur. Bei der Nachwahl, die sein Rücktritt auslösen wird, will er gleich wieder antreten.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Alliance for Responsible Citizenship : Sie wollen die Zivilisation retten – mit Döpfner, Farage und Gott
Die APO des 21. Jahrhunderts hält modische Standards hoch, trotz Hitze in London. Die ARC-Konferenz will einen Mentalitätswechsel anstoßen, um kulturelle Fundamente zu festigen. Mathias Döpfner verteidigt die Essentials von Axel Springer und kauft den Daily Telegraph. ARC will das Zeitalter der Rekonstruktion einläuten, um die Erosion westlicher Werte zu stoppen. Nigel Farage betont die Bedeutung der judäo-christlichen Kultur und warnt vor ideeller Leere in der westlichen Gesellschaft.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Rücktritt von Keir Starmer : Und jetzt der Siebte
Der demnächst siebte Premierminister innerhalb von zehn Jahren, eine Hitze, angesichts derer der Wetterdienst vor Strom- und Handynetzausfällen warnt – und eine Fußballmannschaft, die die Weltmeisterschaft gewinnen könnte. Ist Großbritannien jetzt das neue Italien? Nicht einmal zwei Jahre hat Keir Starmer als Premierminister durchgehalten, nachdem seine Labour-Partei im Juli 2024 mit einer starken absoluten Mehrheit ins Westminster-Parlament eingezogen war.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Brexit : Eine Revolution, die in drei neuen Wählerblöcken enden könnte
Zehn Jahre wirtschaftliche Selbstverstümmelung. Eine politische Klasse, die sich bis auf die Knochen zerfleischt hat. Der demnächst siebte britische Premierminister innerhalb einer Dekade. Gespaltete Familien, zerstörte Freundschaften. Alles herbeigeführt von Populisten wie Nigel Farage, die den Inselbewohnern die Lüge verkauft haben, sie seien besser, freier, souveräner dran außerhalb der EU. So kann man den Brexit betrachten, und so wird er es bis heute oft.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Rücktritt von Keir Starmer : Starmer geht, Labours Probleme bleiben
Es sei der »stolzeste Tag« seines Lebens gewesen, sagte Keir Starmer, als er vor knapp zwei Jahren diese Straße hinaufgelaufen sei, um die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Nun, so gestand der scheidende britische Premierminister am Montagvormittag vor der schwarzen Tür von Number 10 Downing Street, habe seine Labour-Partei entschieden, dass er nicht der Richtige sei, um Labour in die nächste Parlamentswahl zu führen. Er trete deswegen als Parteichef zurück. Das war es also.
Nachwahl in Großbritannien : Ein Herausforderer für Keir Starmer
Ein Triumph für Labour – und gleichzeitig ein schwerer Schlag für den Labour-Premier Keir Starmer. So lässt sich das Ergebnis bei der Nachwahl zum Parlament gestern im nordenglischen Makerfield zusammenfassen. Ein Triumph ist es, weil der Labour-Kandidat Andy Burnham entgegen den meisten Umfragen mit 55 Prozent der Stimmen eine klare absolute Mehrheit einfahren konnte.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Wahlkampf in Großbritannien : Labour wählen? »Jetzt nicht mehr! Nie wieder!«
»Könnte sein!«, antwortet Terry, ein Rentner mit kurzen weißen Haaren und einem etwas ausgewaschenen Kapuzenpulli, auf die Frage, ob er und die anderen Wahlkämpfer hier Geschichte schreiben. »Wir könnten schließlich den nächsten Premierminister ins Amt bringen.« Könnte aber auch sein, dass die regierende britische Labour-Partei hier im nordenglischen Makerfield gerade ihre letzte Karte spielt, oder? »Das ist das Ding«, nickt Terry, ein lebenslanges Parteimitglied.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); John Healey : Welfare or Warfare?
Es ist ein weiterer Tiefschlag für den britischen Premierminister, der ohnehin schon politisch schwer verwundet ist. Am Donnerstagmittag trat überraschend Keir Starmers Verteidigungsminister John Healey zurück. Mit ihm verliert er mitten im offenen Führungsstreit in der Labour-Partei nicht nur ein Kabinettsmitglied, das als besonders loyal galt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Ausschreitungen in Belfast : Alte Muster, neue Feinde
Belfast brennt erneut: Randalierende junge Männer setzen Gebäude in Flammen, attackieren Zuwanderer und sorgen für Chaos. Ein brutaler Messerangriff löst die Gewaltspirale aus, die bereits vor einem Jahr eskalierte. Die Hintergründe sind vielschichtig: Identitätskonflikte, Onlinepropaganda und politische Unehrlichkeit tragen zur Eskalation bei. Die offene Grenze zur Republik Irland ermöglicht eine unkontrollierte Einreise von Asylbewerbern, was die Spannungen in Belfast weiter anheizt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Mord an Henry Nowak : Gesetz und Agenda
Der Fall Henry Nowak erschüttert Großbritannien: Ein 18-jähriger Student wurde nach Messerstichen von der Polizei fälschlicherweise in Handschellen gelegt. Der Täter, ein 23-jähriger Sikh, wurde schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Kritiker sehen in dem Urteil und dem Verhalten der Polizei ein Zeichen für eine Voreingenommenheit gegenüber Weißen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Labour-Partei in Großbritannien : Schmerz auf Dauer?
Rejoin! - Ein neues Wort in der Labour-Partei Großbritanniens, das den Wunsch nach einem EU-Comeback nach dem Brexit-Votum verkörpert. Labour kämpft um Wähler, die sich von der Partei abgewandt haben, und muss sich selbst neu erfinden. Die Sozialdemokraten stehen vor existenziellen Herausforderungen, die Mut und klare Positionen erfordern. Die vernachlässigten Themen der Globalisierung, Einwanderung und Energiewende stellen die Sozialdemokratie vor große Probleme.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Proteste in London : Im Vakuum gedeiht das Gift
Massenprotest in London: Tommy Robinson mobilisiert Zehntausende gegen die Regierung. Robinson, umstrittene Figur, spaltet die Gemüter als Held oder Rechtsextremist. Britische Bevölkerung fühlt sich von Regierung verachtet und unverstanden. Politisches Vakuum wird von Frustverstärkern besetzt, während traditionelle Parteien die Mitte verlieren. Gegenseitige Entfremdungsspirale droht, wenn Politiker nicht auf die Sorgen der Bevölkerung eingehen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Keir Starmer : Ein riskanter Machtkampf für Großbritannien
Jetzt hat er offiziell begonnen, der Kampf um das Amt des britischen Premierministers. Am Himmelfahrtsmittag verkündete Wes Streeting, der Gesundheitsminister, seinen Rückzug aus dem Kabinett. Er tritt ab, um anzutreten: Streeting, so die Erwartung in der Partei, will Starmer als Parteichef ablösen und selbst in der Downing Street einziehen. Ein neuer Regierungschef – das soll also nun der Ausweg sein aus dem Dilemma, in dem die Labourpartei steckt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Keir Starmer : Schachmatt an der Macht
Kann eine Regierungspartei schachmatt sein? Angesichts der Lage von Labour in Großbritannien drängt sich dieser Eindruck mittlerweile auf. Eine Grundsatzrede, die als Befreiungsschlag nach den desaströsen Kommunal- und Regionalwahlen gedacht war, geriet Premierminister Keir Starmer am Montagvormittag eher zu einem unfreiwilligen Abgesang auf sich selbst. Immer mehr seiner eigenen Parlamentarier fordern seit dem Auftritt, der Premier solle sein Amt bis zum September niederlegen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Wahlen in Großbritannien : Eine Revolution per Wahlzettel
Gewaltige Zuwächse für die frühere Brexit-Partei Reform UK bei den britischen Regional- und Kommunalwahlen, während die Labour-Party in einigen Regionen Englands komplett leer ausging: Nach diesem Debakel für die Partei von Premierminister Keir Starmer bricht nun intern der Streit darüber aus, ob und wie lange Starmer noch die Regierung führen kann. Es ist ein vorhersehbarer und zugleich vollkommen sinnloser Sturm im Westminsterversum.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Hass im Netz : »Ja, mein Tweet war ekelhaft, und ich bin nicht stolz darauf. Aber es war ein emotionaler Ausbruch. Ich stand damals neben mir, ich habe drei Tage geweint«
Eine ruhige, etwas in die Jahre gekommene Wohnsiedlung mit zweistöckigen Einfamilienhäusern am Rande der englischen Industriestadt Northampton. Lucy Connolly öffnet die Eingangstür und bittet hinein in ihr frisch renoviertes Zuhause. Oh ja, sagt die 43-jährige Mutter, sie sei froh, wieder daheim zu sein. Im August 2025 wurde Connolly aus dem Gefängnis entlassen. Sie saß ein Jahr lang in Haft, als Strafe für einen hasserfüllten Post auf dem sozialen Netzwerk X.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Regionalwahlen in Großbritannien : Herzkammer-Infarkt
Die britische Labour-Partei und ihr Premierminister Keir Starmer stecken in einer tiefen Krise, die sich bei den anstehenden Wahlen am 7. Mai in Großbritannien zeigen wird. Umfragen prophezeien katastrophale Verluste. Die Partei Reform UK des ehemaligen Brexit-Anführers Nigel Farage könnte als Gewinner hervorgehen. Auch in Wales, der Herzkammer von Labour, droht ein dramatischer Machtverlust.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Deutsche Gasförderung : Frack, baby, frack!
Die britische Labour-Partei ist der deutschen Sozialdemokratie vielleicht nicht in den Umfragen voraus. Aber dafür in der Selbsthinterfragung. Für die Regierung in London erscheint zumindest gerade das Ende eines Dogmas in der Energiepolitik erreicht. Bisher hatte sie die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder in der Nordsee kategorisch ausgeschlossen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Ben Judah : »Die Höflinge haben nicht die Macht, nein zu sagen«
Ben Judah, 38, war von Februar 2024 bis Anfang 2026 Chefberater des britischen Außenministers David Lammy. Zuvor arbeitete er als Journalist und Buchautor. Von 2020 bis 2024 war er Senior Fellow am Thinktank Atlantic Council in Washington, D. C. DIE ZEIT: Herr Judah, Sie waren bis zum vergangenen Jahr der Chefberater des britischen Außenministers David Lammy. Jetzt können Sie wieder frei sprechen, über das, was Sie erlebt haben – vor allem über den Umgang mit der Trump-Regierung.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Liddle«-Pub : Womit keiner rechnet
In der Erzählung Durst beschreibt der große irische Schriftsteller Flann O’Brien, wie ein empathischer Appell an dringende menschliche Bedürfnisse die Staatsmacht dahinschmelzen lassen kann. Zwei Pub-Besucher werden weit nach der Sperrstunde von einem Polizisten an der Bar erwischt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Einreiseverbot für Kanye West : Ein guter Anfang
Er habe seinen Auftritt in London unter anderem nutzen wollen, um zu zeigen, dass er sich verändert habe, hatte Kanye West noch beteuert. "Einigkeit, Frieden und Liebe durch Musik" wolle er bringen, bekannte der US-amerikanische Rapper. Daraus wird nun nichts. Die britische Regierung hat am Dienstagnachmittag entschieden, dass West unerwünscht ist im Vereinigten Königreich und ihm die geplante Einreise verweigert. Ein Festival, bei dem West im Juli hätte auftreten sollen, wurde daraufhin abgesagt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Islamisches Gebet auf dem Trafalgar Square : Hitzig und verspätet
War es einfach nur ein öffentliches Gebet oder ein Akt der Dominanz, wie es Kritiker sagen? Mitte März versammelten sich auf dem Trafalgar Square in London mehrere Tausend Muslime, um das Fastenbrechen während des Ramadan zu feiern. Mehrere Hundert von ihnen vollzogen dabei auch ein rituelles Gebet. Seitdem tobt in Großbritannien eine immer breitere und schärfere Debatte um die Grenzen der Toleranz. Im Kern geht es darum, ob der Islam behandelt werden sollte wie jede andere Religion auch.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Wallace & Gromit : Wo Liebe reinströmt, strömt sie auch raus
Realitätsflucht ist Menschenrecht – und Kinderpflicht. Deshalb haben Sie, geneigte und gebeutelte Leserinnen und Leser, angesichts von Krieg im Osten, Krieg im Süden und Depression daheim, eigentlich nur einen Ausweg: den nördlichen Ausgang der U-Bahn-Station Bethnal Green in London. Er führt direkt zum Young Victoria and Albert Museum, auch bekannt als Museum der Kindheit. In ihm lässt sich gerade der Glauben an die Menschheit wiederfinden.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Aston in Birmingham : Mitten in Birmingham
In Birmingham-Aston sorgt ein Fußballspiel für Aufsehen: Maccabi Tel Aviv-Fans wurden aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen, was zu Kontroversen führte. Die Polizei begründete dies mit potenziellen Gewaltausbrüchen. Eine Untersuchung enthüllte jedoch falsche Informationen und Versäumnisse seitens der Behörden. Die Debatte wirft die Frage auf, ob der Staat vor Minderheiten einknickt, was bereits bei anderen Vorfällen diskutiert wurde.
US-Außenpolitik: Donald Trump führt zwei Kriege in einem
Die Meldung ploppte vergangene Woche kurz auf, dann wurde sie von der Nachrichtenwoge weggespült, die die Bombardierung von Regimezielen im Iran durch die USA und Israel auslöste. "Iran nähert sich Deal mit China über Überschall-Anti-Schiffs-Raketen", lautete die Überschrift eines Reuters-Berichts vom 26. Februar. Er handelt von einem scheinbar nebensächlichen Rüstungsgeschäft. Genauer betrachtet, macht er aber das breitere geopolitische Lagebild sichtbar, in das der Krieg im Iran eingebettet ist.
Nachwahl bei Manchester: Das ist nicht irgendeine Regierungsschlappe
Die regierende britische Labour-Partei hat gestern krachend einen Wahlkreis verloren, der fast hundert Jahre lang fest in ihrer Hand lag. In Gorton and Denton, einem Arbeiter- und Einwandererbezirk im Süden Manchesters, der als einer der sichersten Wahlkreise Labours überhaupt galt, ist die Partei des Premierministers Keir Starmer auf 25 Prozent abgerutscht. Der Kandidat von Reform UK kam auf 29 Prozent und die Gewinnerin, die Kandidatin der Grünen, auf 41 Prozent.
Maurice Glasman: "Talk to workers!"
A conversation with political theorist Maurice Glasman Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/e07f8c8a-73a6-40bf-a136-4568da2a08b6/full_4f55ad6c762aeef02d224c74810ecbe8226e99e557d14cc4f284b1c2af48b2f9acb73ddd892a3343587ac77c5c524bc7.mp3 Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt.
Nigel Biggar: "The equation ‚Empire = evil‘ is not tenable"
A conversation with Ethics professor Nigel Biggar Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/344abd95-f812-4e36-808d-371f1c157bb4/full_ac7f146592c7ec50a187c70edba6b591b49012cba9a6f3b382b1d6855c69e7cd2c9e57814329d03a03a401cfd39137ec.mp3 Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt. Die Audioversion dieses Artikels wurde künstlich erzeugt.
Katharine Birbalsingh: "Strict means love"
In this episode of Tell Me More, the head of London’s Michaela Community School shares why discipline is an act of love, how structure empowers disadvantaged kids, and what it really takes to break the cycle of low expectations. The Michaela School is located in one of London’s poorest neighborhoods—yet it is among the best schools in the United Kingdom.
James Orr: "We shouldn't be separating power from the people"
Britain‘s "Vance Whisperer", James Orr, talks about Restorative Conservatism and Hillbillyism. Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zon-speechbert-production.s3.eu-central-1.amazonaws.com/articles/e13747ae-a6b5-40e8-94f8-dffe1b2ee7bd/full_4337b5fc73f7466f00661a897cd2f27b34e86ec0d80033cb0b76c1dcf7150f61ea074f305842b76c8d6d33d690031706.mp3 Diese Audioversion wurde künstlich erzeugt.
Tony Blair: "You're either a disrupter - or you're disrupted"
In this episode of "Tell Me More" Jochen Bittner and Heinrich Wefing talk to the former British Prime Minister Tony Blair. Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht.
Winston Churchill: Er sprach aus, was niemand gerne hörte
1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. Er hätte, nachdem alles vorbei war, einfach den Ruhm und die Anerkennung genießen können dafür, das Überleben Europas gesichert zu haben. Immerhin war es der anfänglich einsame militärische Widerstand Britanniens gegen Hitler gewesen, der am Ende die Befreiung des ganzen Kontinents vom Nazi-Imperialismus möglich machen sollte.
Ex-Prinz Andrew: Seine Festnahme setzt den König unter Druck
Sie habe heute "einen Mann aus Norfolk in seinen Sechzigern" festgenommen, meldete die britische Polizei am Vormittag. Bei dem Mann, wohnhaft auf dem Anwesen Sandringham, handelt es sich um den Bürger Andrew Mountbatten-Windsor, vormals bekannt als Prinz Andrew. Und um auch die "Sechziger" zu präzisieren: An diesem Donnerstag ist der 66. Geburtstag des Bruders des Königs. Er habe mit der "tiefsten Sorge" die Nachricht über die Beschuldigungen gegen Andrew zur Kenntnis genommen, ließ Charles III.
Reform UK: Sie wollen die Restauration
Das edle Londoner Townhouse, in dem sich an diesem Abend so viele politische Emotionen entladen werden, liegt passenderweise in der Charles Street. Charles I., das war der einzige König, den sich die Engländer jemals zu köpfen gezwungen sahen. Der Monarch hatte, kurz gesagt, einfach zu sehr den Kontakt zum Volk verloren.
Keir Starmer: Er hat größere Probleme als Epstein
Haben Enthüllungen aus den Epstein-Akten das Zeug, den britischen Premierminister Keir Starmer zu Fall zu bringen? Glaubt man einigen von Starmers eigenen Labour-Parlamentariern, die sich – ohne Namensnennung – übers Wochenende von britischen Medien zitieren ließen, dann sind die Tage des Regierungschefs gezählt. Die Frage sei nicht mehr ob, sondern wann er gehen müsse, heißt es. "Es ist vorbei.
Neue Chinesische Botschaft in London: Botschaft oder Folterkeller?
Als Wilhelm der Eroberer vor tausend Jahren den Tower of London baute, wollte er nicht nur eine Festung für seine Truppen schaffen. Das mächtige Gebäude an der Themse, wie es damals kein zweites gab in England, sollte den Inselbewohnern auch vor Augen halten, wer ab jetzt das Sagen über sie haben würde: nicht mehr die angelsächsischen Könige, sondern neue Herrscher, die siegreichen normannischen Invasoren.
Keir Starmer: Trumps "dummer" Freund
Aus so vielem, was Großbritanniens Premier Keir Starmer seit einem Jahr dem US-Präsidenten angedeihen ließ, sprach die Hoffnung, dass Staaten vielleicht keine Freunde haben, aber doch wenigstens Freundschaften. Und sah es nicht ganz so aus, als würde Donald Trump ihn erwidern, den Londoner Wunsch nach dem Überleben der special relationship zwischen Großbritannien und den USA?
Sozialdemokratie: Was macht die SPD falsch?
DIE ZEIT: Lord Glasman, Sie sind der Gründer von Blue Labour, einer einflussreichen traditionalistischen Gruppierung innerhalb der britischen Labour-Partei. Vor Kurzem sagten Sie, wenn Sie sich die deutsche SPD anschauten, hätten Sie den Eindruck, Ihre Schwesterpartei begehe "Selbstmord". Wie kommen Sie zu diesem fürsorglichen Urteil? Maurice Glasman: Das Grundproblem, das ich sehe, ist folgendes: Die SPD hat sich seit Gerhard Schröder der Globalisierung verschrieben. Das war ein Wendepunkt.
Völkerrecht: Wir brauchen eine Liga der Demokratien
Im britischen Unterhaus gab es diese Woche einen denkwürdigen Moment, der nicht nur einen einzelnen Abgeordneten ins Grübeln stürzen sollte. Richard Burgon, ein Vertreter des linken Lagers der Labour-Partei, griff seine Regierung scharf dafür an, dass sie die Entführung von Nicolás Maduro aus Venezuela nicht klar verurteilte. "Wenn es Putin wäre, der so etwas täte, dann würde der Premierminister nicht sagen: Nun ja, die Russen müssen entscheiden, ob das legal ist.
Seltene Erden: Die Erz-Gegner
Ganz sicher mangelte es nicht an warnenden Beispielen. Die Ölkrise der 1970er etwa, als infolge eines Angriffs arabischer Staaten auf Israel hier in Europa der Sprit knapp wurde. Oder die Gaskrise ab 2022, als für einige Wochen nicht klar war, ob Europäer im Winter in kalten Wohnungen sitzen würden. Jetzt erlebt Europa erneut, wie gefährlich es ist, sich bei der Versorgung mit kritischen Rohstoffen auf Potentaten in fernen Ländern zu verlassen.
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