Otto Friedrich
Austria
As seen in:
TIME,
Esquire,
Der Standard,
London Review of Books,
Falter,
Lapham's Quarterly,
Main-Post,
Die Furche
Is this you? As a journalist, you can create a free Muck Rack account to customize your profile, list your contact preferences, and upload a portfolio of your best work.
Claim your profile
Articles by Otto Friedrich
„Whalefall“: Das Vater-Sohn-Ding
Es ist beileibe nicht das erste Mal, dass – wie in Brian Duffields Film „Whalefall“ – ein Einzelkämpfer im Wüten des Meeres gezwungen wird, sich ums Überleben zu kümmern. In Ang Lees „Life of Pi“ (2012) muss ein Jüngling mit einem Tiger auf einer Schaluppe den Ozean bezwingen. Oder in J. C. Chandors „All Is Lost“ von 2013, in dem ein alter Mann (der 77-jährige Robert Redford) ohne Nahrung und Wasser in einem lecken Schiffscontainer auf hoher See ausharrt.
„Hope“: Aliens in Korea, Musik aus Wien
Er ist der teuerste koreanische Film aller Zeiten. Und eine Wucht, die man nicht missen sollte: Was die dystopische Sci-Fi-Satire „Hope“ an Stückeln spielt, macht ihr keiner nach. Und selten lebte ein Film so von Musik und Rhythmus, komponiert von Michael Abels – die vom 70-köpfigen Orchester der Vienna Synchron Stage eingespielt wurde. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator. Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart.
Hans Peter Doskozil: Reminiszenz
Gelernte Burgenländer erinnern sich an einen Altvorderen, Theodor Kery, der 1966 Landeshauptmann des jüngsten Bundeslandes wurde. Der Politiker festigte die Herrschaft seiner Partei im damaligen Armenhaus Österreichs, welche die SPÖ erst kurz zuvor errungen hatte.
20 Jahre „Österreich“: Der Boulevard des Wolfgang Fellner
Vergangenen Freitag flog uns, ungebeten wie immer, ein 80-seitiges Jubelkonvolut ins Postfach: OE24, Österreichs unnachahmlichstes Medium, feierte damit sich und seine 20 Jahre, mit dem es das Land beglückte – mit einer Art von Journalismus, der Medienkritiker immer wieder die Haare zu Berge stehen ließ. Dabei ist es schwierig, dieses Medium einfach zu fassen.
„Digger“: Wenn der Weltuntergang real, aber doch eine Farce ist
„Die ganze Welt ist Bühne und alle Frau’n und Männer bloße Spieler“, legte einst William Shakespeare seinem Jacques in „Wie es euch gefällt“ in den Mund. Das in diesen Spruch gefasste Changieren zwischen Wirklichkeit und Metawirklichkeit prägt auch Alejandro González Iñárritus Meisterwerk „Digger“.
„Ein Brief für die Welt“ an die Enkelin - von Hubert Gaisbauer
„Liebe Caro, erinnerst du dich, wie du mich gefragt hast, warum der Papst eigentlich keinen Brief an die Kinder schreibt?“ Mit diesem Satz beginnt Hubert Gaisbauer, Großvater, seinen ersten Brief an Caro, Enkelin. 22 weitere Briefe des Altvorderen an die Nachkommin folgen, und all das hat Hubert Gaisbauer zu dem wirklich lesbaren Kinderbuch „Ein Brief für die Welt“, das auch die Großen getrost zur Hand nehmen können, zusammengestellt.
„Primetime“ und „Predators“: Der geile Voyeurismus von Medien
„Über Online-Plattformen oder soziale Medien werden vermeintliche Pädophile ausfindig gemacht, zu Treffen gelockt und dort von mehreren Tätern attackiert, gedemütigt und verhört. Die Gewalt wird gefilmt und anschließend mit Gleichgesinnten online geteilt. [...] Die Täter verstehen sich dabei als Rächer. Sie erklären ihre Opfer zu moralischen Verbrechern und sich selbst zu jenen, die angeblich tun, was der Staat nicht leisten könne oder wolle.
40 Jahre Gemeinde St. Ruprecht: Die jüngste Gemeinde in der ältesten Kirche
Der Sommer 1986 markierte für Österreichs katholische Kirche eine Zäsur. Mit der Ernennung von Hans Herman Groër zum Wiener Erzbischof begann der Versuch Roms, durch Bischofsernennungen die österreichische Kirche wieder auf den konservativen Weg zu bringen. Für Konzilsbewegte begannen schwierige Zeiten.
Ein Jahrhundertleben: Zum Tod von Hellmut Butterweck
Wer in den späten 1990er Jahren als Redakteur zur FURCHE kam, wurde einer Feuertaufe in der ersten Blattkritik unterworfen, in der Hellmut Butterweck einen Artikel des Neuen in Grund und Boden stampfte. Der Altvordere, damals Leiter des Buchressorts, hatte Friedrich Funder (1872–1959), den Gründer dieser Zeitung, noch leibhaftig erlebt.
Ein Jahrhundertleben: Zum Tod von Hellmut Butterweck
Wer in den späten 1990er Jahren als Redakteur zur FURCHE kam, wurde einer Feuertaufe in der ersten Blattkritik unterworfen, in der Hellmut Butterweck einen Artikel des Neuen in Grund und Boden stampfte. Der Altvordere, damals Leiter des Buchressorts, hatte Friedrich Funder (1872–1959), den Gründer dieser Zeitung noch leibhaftig erlebt.
"The Road to Guantánamo" und "Flug 93": Das Kino entdeckt 9/11 und die Folgen
Die Ereignisse von 9/11 und die Folgen haben natürlich auch die künstlerische Auseinandersetzung provoziert. Interessanterweise hinkte - im Vergleich zu Literatur oder auch bildender Kunst - der Film, besser gesagt: das Mainstream-Kino hinterher. Erst fast fünf Jahre nach den Anschlägen von New York und Washington nimmt sich auch Hollywood - spät aber doch - der filmischen Aufarbeitung des Traumas an, das die USA so schwer wie nichts seit dem Überfall auf Pearl Harbor 1943 erschüttert hat.
„Wax and Gold“: Letzter Kaiser Afrikas
Wenn man – wie Ruth Beckermann – eine Dokumentarfilmerin von Rang ist, die gewiss das Attribut „Doyenne“ des Genres verdient hat, dann kann man sich auch an einen Film wie „Wax & Gold“ wagen. Nach der genauen Milieustudie einer Schulklasse im Süden Wiens („Favoriten“, 2024), für die Beckermann zu Recht hochgelobt wurde, begibt sie sich in ihrem neuen Dokumentarfilm ins Hilton Hotel der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Nach 9/11: (Un-)Schöne neue Religionswelt
1949 Maßnahmen und Vorgehen gewisser Staaten, wie Spanien, Peru, Brasilien, gegen protestantische Sekten und Minderheiten haben in der katholischen Welt in den letzten Jahren eine lebhafte Auseinandersetzung ausgelöst. Wichtig als Zeitdokumente sind in diesem Zusammenhang die Ausführungen P. Cavallis S. J. in der „Civilti Cattolica“ (April 1948), I. Congars O. P.. in „La Revue Nouvelle" (Mai 1948), M. Pribillas S. J.
Faschismus auch hierzulande benennen
Vor Kurzem berichtete mir ein Freund, er ist Professor an einer Universität in Westfalen, von einem Besuch in der Ostseemetropole Rostock. Als er seiner dortigen Zimmerwirtin, so der Freund, erzählte, er würde die Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis der Stadt besuchen, meinte diese, er solle das nicht tun, denn was in diesem Museum gezeigt werde, sei alles nicht wahr.
„Das Ende der Sterne“: Bedrohliche Zukunft
Wenn die Altmeister Hollywoods ihrem Publikum mit herrlichem Oldstyle-Kino die Aufwartung machen, dann beweisen sie, dass sie es auch ohne spektakuläre Spezialeffekte und KI-generierten Schnickschnack können. Steven Spielberg, demnächst 80, brachte vor dem Sommer in „Disclosure Day“ solch ein Kleinod an Film ins Kino. Nun tut es ihm Ridley Scott, demnächst unglaubliche 89, gleich und beglückt mit „Das Ende der Sterne“ (auch wenn sich ob der Handlung solch Zuschreibung eigentlich verbieten würde).
Katholizismus und Demokratie: Vom Westen bleibt die Freiheit
Der „Westen“ als Idee hat schon bessere Zeiten erlebt. Jedenfalls kann zurzeit keine Rede davon sein, dass das Lebens- und Gesellschaftsmodell noch große Strahlkraft hat. Das mag von den Fakten nicht gedeckt sein, aber das Lebensgefühl im „Westen“ ist ins Wanken geraten.
„Teenage Sex and Death at Camp Miasma“: Blutige Kulturkritik
Slasher-Filme, ein Subgenre des Horrorfilms, bei dem ein Killer eine Gruppe von Personen bedroht (und meist pittoresk blutrünstig massakriert), sind längst der Schmuddelecke des Kinos entwachsen. Nachdem Altvordere wie „Halloween“ oder „Freitag der 13.“ an der Schwelle der 1970/80er Jahre so erfolgreich gewesen waren, dass eine Reihe von Fortsetzungen und danach Epigonen sonder Zahl folgten, sind Slasher-Filme im cineastischen Repertoire etabliert.
„Sunny Dancer“: Liebe nach der Chemo
Coming-of-Age und Krebs sind im Kino respektive TV nichts Neues. Man erinnert sich an die Krankenhausserie „Der Club der roten Bänder“, die von 2015 bis 2017 beim deutschen Sender VOX lief, in der die Nöte des Erwachsenwerdens unter Spitalsbedingungen abgehandelt wurden. Insofern betritt Georges Jaques in seinem Spielfilm „Sunny Dancer“ nicht wirklich Neuland. Das ist aber mitnichten eine Aussage über dessen Qualität.
René Girard: "Essen ist voller Gewalt"
DIE FURCHE: Ist Essen etwas Heiliges? René Girard: Ja. Was wir essen, wie wir essen, wie wir nicht essen: All das hängt mit Religion zusammen. Denn alles, was wir tun, unsere ganze Kultur, unser Lebensstil und unsere Nahrung wurzeln in der Religion. Unsere Kultur hängt stark mit den Konflikten unter den Menschen zusammen: Menschen kämpfen um beinahe alles, nicht zuletzt um die Nahrung. DIE FURCHE:Müssen Menschen töten, um zu Nahrung zu gelangen? Girard: Ja, denn Menschen essen Fleisch.
Der Antichrist und Benedikt XVI.: Peter Thiels neue Eskapaden
Peter Thiel hat es geschafft, nicht nur als globaler Superreicher wirtschaftlich und politisch Einfluss zu nehmen, sondern dies auch auf philosophisch-theologischer Ebene zu tun – selbst wenn sich schnell herausstellt, wie abstrus seine Gedankenwelt ist. Aber in Zeiten, in denen recht(spopulistisch)e Weltbilder fröhliche Urständ feiern, bekommt auch derartige Weltanschauung ungebührliche Beachtung.
„Guru“: Sektenführer der Selbstoptimierung
Er gibt den Charismatiker pur: Wenn Matthieu Vasseur alias Matt (Pierre Niney) auf der Bühne einer vollbesetzten Halle steht, ist er in seinem Element. Der Lifecoach hämmert seinem Publikum da einen Spruch nach dem anderen ein: Glaub an dich, übernimm Verantwortung – vor allem für dich selbst, mach was aus deinem Leben, lass deine triste Vergangenheit hinter dir usw. „Die Welt ist eure Welt“: So klingt das im O-Ton.
„Was diese Natur dir sagt“: Showdown zwischen Dichter und Schwiegervater
Wenn jemand hinter einem unspektakulären, um nicht zu sagen banalen Setting gleichzeitig Poesie wie Hinterfotzigkeit hervorschimmern lässt, dann geht man nicht fehl, einen Film von Hong Sang-soo zu vermuten. Einmal ist es mehr das Poetische, das der südkoreanische Meister auf die Leinwand bannt, ein andermal der Schalk im Nacken, den man bei Hong nicht auf den ersten Blick vermutet.
In der Sackgasse der Ökumene
Es war am 25. Juni eine dürre Kathpress-Meldung: „Europas evangelische Kirchen und Vatikan setzen Dialog aus.“ Für einen ökumeneüberzeugten Katholiken ist diese Botschaft, die auch in Deutschlands katholischen Medien gleichlautend verbreitet wurde, alarmierend. Sonderbar, dass in der Folge kaum weitere Meldungen und Kommentare folgten. Das – vorläufige? – Dialogende betrifft die Lehrgespräche der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE) und des Vatikans, die erst 2018 begonnen hatten.
„H wie Habicht“: Ein Greifvogel rettet ein Menschenleben
Es ist ein Spielfilm, eine Literaturadaption, ein Biopic sowie eine außergewöhnliche Naturdokumentation in einem, was Regisseurin Philippa Lowthorpe in „H wie Habicht“ auf die Leinwand zaubert. Und zuvorderst ein stiller Film, der den Weg aus der Trauer seiner Protagonistin zurück ins Leben mit Hilfe eines Greifvogels beschreibt.
Mitten in der Midlife-Crisis: „Mein Leben, mein Ding“
Es war der letzte Film der französischen Regisseurin Sophie Fillières. Sie konnte die Dreharbeiten für „Mein Leben, mein Ding“ 2023 noch beenden. Die Postproduktion lag dann aber schon in den Händen ihrer Kinder Adam und Agathe Bonnitzer. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator. Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart. Zu jedem Artikel finden Sie weitere Beiträge, die den Blickwinkel inhaltlich erweitern und historisch vertiefen.
„Good Boy“: Die Ambivalenz des Guten und des Bösen
Underdogs, das zeigte sich schon in „Corpus Christi“, seinem Erfolgsfilm aus dem Jahr 2019, sind Jan Komasas Sache. Während er damals einen jungen Ex-Sträfling in eine Köpenickiade als vermeintlicher Priester fallen lässt, wendet er sich in „Good Boy – Wir wollen nur dein Bestes“ einem Mix aus Psychothriller und Horror zu, in den der nunmehrige Underdog Tommy gerät.
Groër und DIE FURCHE: Vom medialen „Opfer“ zum Täter
Die Ernennung Hans Hermann Groërs zum Wiener Erzbischof am 15. Juli 1986 war auch für die FURCHE-Redaktion eine– böse? – Überraschung. Der Maria Roggendorfer Wallfahrtsdirektor und geistliche Leiter der Legion Mariens Österreich war ganz anders als der populäre Kardinal Franz König, der auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil eine wichtige Rolle gespielt hatte, als Intellektueller weit über die Kirche hinaus geachtet war und Österreichs Katholiken durch die Nachkonzilszeit geführt hatte.
Radu Judes „Dracula“: Wozu diese Opulenz?
Radu Judes Viennale-Beitrag „Kontinental 25“ kam Ende Oktober unmittelbar nach dem Festival ins Kino. Der andere Viennale-Film des rumänischen Berlinale-Gewinners findet hingegen erst jetzt den Weg in die Lichtspieltheater. Und „Dracula“, so der Titel des abgefahrenen Opus, braucht vor allem eines: Sitzfleisch.
„Ingeborg Bachmann: Jemand, der einmal ich war“: Sandra Hüller grandios in Bachmanns Gewand
Ingeborg Bachmann ist seit Langem auch via Film präsent. Zuletzt widmete Margarethe von Trotta ihr Alterswerk der Kärntner Dichterin: In „Ingeborg Bachmann – Reise in die Wüste“ (2023) nähert sich die 81-jährige Autorenfilmerin der toxischen Beziehung zwischen Bachmann und Max Frisch sowie deren nachfolgender Reise mit dem Schriftsteller Adolf Opel nach Ägypten.
„Diamanti“: Gewandete Schönheiten
Seit seiner Erfolgskomödie „Hamam – Das türkische Bad“ vor 30 Jahren ist Ferzan Özpetek nicht mehr aus dem italienischen Kino wegzudenken – und zwar nicht nur, aber auch, was die schiere Anzahl der Werke des türkischstämmigen Filmemachers betrifft. Nun kommt mit „Diamanti“ spät, aber doch das jüngste Meisterwerk Özpeteks in die heimischen Lichtspieltheater: ein Film, der eine Hommage an die weibliche Schönheit und deren Opulenz sowie ans Schauspiel und ans Kino darstellt.
„Schönberg pfeifen“: Die Zwölftonmeister an der Basis
Anlässlich des 150. Geburtstags von Arnold Schönberg im Vorjahr luden der in Wien lebende Pianist und Performancekünstler Mario Formenti und Dokumentarfilmer Thomas Marschall im Rahmen des Festivals „Wien modern“ auf verschiedene Plätze der Stadt ein.
„Disclosure Day“: Erlösung muss sein
Verschwörungserzählungen gehören ins Kino. Während diese Form der Verfälschung von Wirklichkeit in der Gesellschaft den Zusammenhalt, ja sogar die Demokratie schädigt, verhandelt sie auf der Leinwand existenzielle Fragen in kurzweiligem Gewand. Nun beglückt Hollywoods Altmeister Steven Spielberg sein Publikum in „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ mit der neuesten Version davon. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Warum Walter Rosenkranz nicht (mehr) tragbar ist
Walter Rosenkranz ist als Erster Präsident des Nationalrates nicht tragbar. Er war es von Anbeginn an nicht. Dennoch wurde er 2024 von 100 Abgeordneten in dieses Amt gewählt – es hatten somit mindestens 43 Nicht-FPÖler für ihn gestimmt. Schon damals gab es Befürchtungen, die neue Nummer Zwei im Staat könnte sich als Einfallstor für rechtsextremes Gedankengut erweisen. Aber da waren die „Usancen“...
Mein geliebter Staubsauger: „A Useful Ghost“
Schon mehr als 15 Jahre sind vergangen, seit der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul mit seinem Film „Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives“ die Filmfestspiele in Cannes aufmischte. „A Useful Ghost“, das Spielfilmdebüt seines Landsmanns Ratchapoom Boonbunchachoke wirkt auf den ersten Blick wie ein Weiterschreiben jener in der Zwischenwelt zwischen Leben und Tod samt ihren Geistern angesiedelten Parabel.
René Girard: Gezähmte Leidenschaften?
Die Leidenschaft trieb sie nach Innsbruck: 200 international renommierte Wissenschafter aus Ökonomie, Politikwissenschaft, Philosophie und Theologie diskutierten die Rolle von Passionen in Politik, Wirtschaft und Medien. Gastgeberin war die Katholisch-theologische Fakultät der Universität Innsbruck, die das diesjährige "Colloqium on Violence & Religion" ausrichtete.
Thiel, Hogan, Girard ...
Was haben Internet-Milliardär Peter Thiel, Gründer der Bezahl-Plattform PayPal, Wrestling-und B-Movie-Star Hulk Hogan sowie der frankoamerikanische Kulturtheoretiker René Girard gemein? Nicht viel, sollte man meinen. Rund ums Online-Schmuddel-Medium Gawker stellt sich das anders dar. Gawker outete anno 2007 die sexuelle Orientierung Thiels, was diesen auf Rache sinnen ließ. Die gelang nun, da Hulk Hogan mit Thiels Hilfe gegen das Klatsch-Portal gerichtlich zu Felde zog.
Unausrottbarer Antijudaismus
Leo XIV. tut es. Milo Rau dagegen macht es nicht. Wie der Papst in seiner ersten Enzyklika Magnifica humanitas den Technikpropheten aus dem Silicon Valley die Leviten liest und einen wie Peter Thiel und seine Ideologie in die Schranken weist, ist beeindruckend. Dass Rau just ebendiesen Thiel zu den Wiener Festwochen einlädt, verstört viele, die von den superreichen Tech-Bros nicht vereinnahmt werden wollen.
„Ticket ins Leben“: Durchkreuzte Pläne
Der deutsche Titel von Jean-Pierre Améris’ neuem Film, „Ticket ins Leben“, ist eigentlich ein Spoiler. Wie so oft passt das französische Original, „Aimons-nous vivants“ – wörtlich: „Lasst uns einander lieben, solange wir leben“ –, viel besser zur Boulevardkomödie um einen lebensmüden Sänger, der auf der Reise in den Tod einer aufdringlichen Bewunderin begegnet und von ihr gleich auch in deren unhaltbare Familienverhältnisse hineingezogen wird.
„Vivaldi und ich“: Mit Musik überleben
Binnen weniger Wochen kommt nun mit „Vivaldi und ich“ zum zweiten Mal eine historische Ermächtigungsgeschichte von Frauen ins Kino. Während es in Markus Schleinzers Berlinale-Erfolg „Rose“ um fiktive Frauengestalten aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ging, wo die Titelheldin als Mann verkleidet zu reüssieren versucht, hält sich Damiano Michielettos Opus an ein Kolorit mit historischen Protagonisten. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator.
Hoffnung im Zeitalter des Doomscrollings
Man könnte, gut katholisch, auf dem Weg zwischen Ostern und Pfingsten einmal innehalten und überprüfen, wie denn die Botschaft der Hoffnung, die das Osterfest jedenfalls für die Christenheit bereithält, zurzeit trägt. Denn es gehört gewiss zum Kerngeschäft von Religion, den Menschen existenzielle Perspektiven, also Hoffnung, anzubieten.
„Glennkill: Ein Schafskrimi“: Die Stunde der Schafe
Allzu oft kommt es nicht vor, dass eine deutschsprachige Vorlage zuerst im angelsächsischen Raum verfilmt wird. Doch Leonie Swanns Erfolgsroman „Glennkill: Ein Schafskrimi“ wurde genau das zuteil. Mit Hugh Jackman und Emma Thompson sind bei den menschlichen Darstellern sogar große Kaliber auf der Besetzungsliste, auch wenn die eigentlichen Protagonisten des Films Schafe sind. Und die kommunizieren in der Realverfilmung per menschlicher Sprache.
Boykotte, Demos und Ausschlüsse in der Geschichte des Song Contests
„Der Song Contest als Phänomen ist […] schon interessant. Und in den vergangenen Jahren hat sich dort einiges an gesellschaftlichen Entwicklungen manifestiert.“ Es klingt fast euphemistisch, wie sich Martin Blumenau im FURCHE-Interview 2019 über die politische Relevanz des weltgrößten Musikwettbewerbs äußerte.
„Die reichste Frau der Welt“: Madame und ihr Fotograf
Blättert man die Filmgeschichte 20 Jahre zurück, kommt Isabelle Hupperts Darstellung der Madame Charmant-Killman (Nomen est omen!) in Claude Chabrols bitterböser Satire „Geheime Staatsaffären“ (2006) in den Blick.
Boykotte, Demos und Ausschlüsse in der Geschichte des Song Contests
„Der Song Contest als Phänomen ist […] schon interessant. Und in den vergangenen Jahren hat sich dort einiges an gesellschaftlichen Entwicklungen manifestiert.“ Es klingt fast euphemistisch, wie sich Martin Blumenau im FURCHEInterview 2019 über die politische Relevanz des weltgrößten Musikwettbewerbs äußerte.
Der „gerechte Krieg“ ist aus der Zeit gefallen
Er kann – und will es nicht lassen. Kaum war Leos XIV. „Streit“ mit Donald Trump aus den Schlagzeilen verschwunden, legte sich der Landsmann auf dem Stuhl Petri wieder mit dem Weißen Haus an: Denn Trump lässt die Todesstrafe auf US-Bundesebene wieder aufleben und holt die Exekution durch Erschießungskommandos aus der Mottenkiste der Zivilisation hervor.
„Der Teufel trägt Prada 2“ ist ein bitterböses Comeback
Es gibt nur eine große Frage, die zum Sequel des Kultfilms von 2006, „Der Teufel trägt Prada“, zu stellen war: Kann ein derartiges Unterfangen zwanzig Jahre später gelingen? Die Antwort: Ja, es kann. Jedenfalls darf sich die Fangemeinde auf ein Wiedersehen mit den Altvorderen freuen. In Kürze startet hier der FURCHE-Navigator. Steigen Sie ein in die Diskurse der Vergangenheit und entdecken Sie das Wesentliche für die Gegenwart.
Für eine ORF-Reform ist es fünf nach zwölf
Hat es einen Sinn, überfällige Reformen einzumahnen, wenn es schon fünf nach zwölf ist? Zurzeit sind Land und mediale Konkurrenz des ORF mit Dickpics und anderen Unappetitlichkeiten an der ORF-Spitze beschäftigt. Eine Hetz halt. Und was eine Hetz ist, ist hierzulande immer noch interessanter als ernsthafte Diskussion.
„Paris Murder Mystery“: Jodie Foster auf Französisch
Man musste sich die Augen reiben, als Jodie Foster im Interview mit dem Standard zu ihrem Film „Paris Murder Mystery“ behauptete, sich nicht politisch zu engagieren. Dabei hatte sich die Hollywood-Ikone wiederholt sehr kritisch zu Trump & Co geäußert. Eine ihrer letzten großen Rollen, die einer Menschenrechtsanwältin in „Der Mauretanier“ (2021) über einen unschuldig einsitzenden Guantanamo-Häftling, war gleichfalls eminent politisch – und wurde sogar mit dem Golden Globe prämiert.
Sandra Hüller als „Rose“: Die Überwindung der Hosenrolle
Bei der letzten Berlinale zeigte Österreichs Film einmal mehr auf – auch mit einem Gast aus Deutschland und einem Szenario, das ebenfalls auf dem Kolorit des nördlichen Nachbarn fußt: Sandra Hüller wurde für ihre Darstellung der Protagonistin in „Rose“ mit dem Silbernen Bären geehrt. Kurz vor Ostern war „Rose“ dann auch der Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale in Graz. Für Regisseur Markus Schleinzer ist „Rose“ erst der dritte Spielfilm.
Amerikas Bischöfe positionieren sich gegen Trump
Dass Papst Leo XIV. sich unmissverständlich als Kritiker von US-Präsident Donald Trump betätigen würde, überraschte zunächst. Aber das Oberhaupt der katholischen Kirche weiß sich in der Tradition seiner Vorgänger – nicht nur von Papst Franziskus. Auch Johannes Paul II. hatte 2003 immer wieder seine Opposition zum Irakkrieg geäußert.
Show More
loading
Actions
Is this you?
As a journalist, you can create a free Muck Rack account to customize your profile, list your contact preferences, and upload a portfolio of your best work.Get in touch with Otto
Contact Otto, search articles and posts on X, monitor coverage, and track replies from one place.
Learn more about Muck Rack