Volker Weidermann
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@DIEZEIT Feuilleton Lichtjahre. Ostende. Träumer. Das Duell.
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Articles by Volker Weidermann
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Frankfurter Buchmesse : Ein bisschen mehr Action, bitte
Sonne über Frankfurt. Pünktlich früh um neun öffneten sich am Mittwoch die Tore für die lehrreichste, klügste, sonderbarste, altmodischste Messe der Welt – die Frankfurter Buchmesse. Von Andrang zu sprechen, wäre leicht übertrieben, die ersten Gäste verteilen sich sehr locker auf dem weiten Gelände. Aber an den ersten Tagen ist die Messe ja immer nur für das sogenannte Fachpublikum geöffnet. Und dieses läuft in den ersten Stunden etwas orientierungslos umher.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Matt Haig : Wie sich das Glück festhalten lässt
Matt Haig trägt eine verbeulte grüne Jeansjacke, hat große Augen, eine Glatze, eine weiche Freundlichkeit in sich, und er erzählt schon nach wenigen Minuten von seinem Suizidversuch vor vielen Jahren auf Ibiza. Es ist sonderbar, mit einem Menschen, dem man nie zuvor persönlich begegnet ist, nach kürzester Zeit über tiefe persönliche Krisen zu sprechen. Aber für den Schriftsteller Matt Haig gehört diese Offenheit zu seinem Leben, seit er mit dem Roman Die Mitternachtsbibliothek (dt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Arendal« : Träum weiter
Wir sind in Arendal, einer norwegischen Stadt am Meer, es ist Nacht und tiefer Winter, Schnee und Eis auf den Straßen, keine Menschen, eine dunkelweiße Welt. Syvert Løyning, 36 Jahre alt, Ingenieur, verheiratet, zwei Kinder, ist von einer Geschäftsreise auf dem Weg nach Hause, als sein Auto hier in diesem kalten Nichts streikt. Ein Ingenieur allein im Schnee. Er wird hier, in dieser Nacht, all seine Gewissheiten einbüßen. Den festen Grund, auf dem er bislang stand.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Schwarze Samstage« : Wer da nicht weiterliest, ist tot
Es war an einem schönen Sommerabend in einer Bar in der Torstraße in Berlin-Mitte. Maxim Biller hatte im großen offenen Straßenfenster gesessen, neben ihm die Schriftstellerin Anna Prizkau mit langem, rotlockigem Haar und die Verlegerin Lina Muzur. Es kamen immer mehr Gäste, Biller hatte glänzende Laune und Geburtstag, und gleich sollte sein neuer Roman Schwarze Samstage vorgestellt werden. Es gab Wasser und Zitronenbier in blauen Flaschen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Han Kang : Immer nach Hause
Wie wird das sein, am Ende des Lebens, wenn alle Geschichten geschrieben, alle Fehler gemacht, alle Gedanken gedacht worden sind?
Was sollen wir lesen? : »Und wenn es plötzlich aus ist, werde ich sagen: Danke. War schön.«
Diese fünf Bücher sollte gerade niemand verpassen. ZEIT-Literaturkritiker Volker Weidermann empfiehlt Romane, die unbedingt lesenswert sind. Mit dabei ist diesmal die Schriftstellerin und Journalistin Elke Heidenreich. In ihrem neuesten Buch Ach, eine Fanfare! blickt sie zurück auf ihr Leben als Leserin und feiert die Autorinnen und Autoren, die sie geprägt haben. Sie spricht über ihren eigenen Weg zur Literatur und über die Lyrik von Gottfried Benn, ohne die ihr Leben sicher anders verlaufen wäre.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Schwarze Samstage« von Maxim Biller : Er spürt das alles sehr genau
Manchmal, wenn Ari aus Prag schlafen geht, sagt er zu seiner Frau Nika, wie um sich seiner selbst und seiner Feinde zu versichern, das Wort »Barbaren«. Nika sagt dann »Ja«, sie würde jetzt auch ganz gerne schlafen. Ari möchte aber deutlicher werden: »Wir müssen jetzt auch Barbaren werden.
»Was sollen wir lesen?« : Das sind die wichtigsten Bücher im August
Mit dabei ist diesmal der norwegische Bestsellerautor Karl Ove Knausgård, der in diesen Tagen den fünften Band seiner Morgenstern-Reihe vorlegt. Außerdem ist die ukrainische Schriftstellerin Katja Petrowskaja zu Gast. Sie stellt ein schmales Theaterstück vor. Der Schauplatz: ein Keller in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Die Flucht der Bärin« von Joanna Bator : Dieses Fell riecht nach Freiheit
Joanna Bators Erzählband „Die Flucht der Bärin“ ist ein literarischer Mindfuck über Menschen, die aus ihren Leben kippen. Ausgehend von einer Kreta-Episode um einen verschwundenen Ehemann entfaltet der Band sechzehn lose vernetzte Stories, in denen Figuren wieder auftauchen, Perspektiven shiften und Motive wie Flucht, Suizid, Erinnerung, Tiernähe und das unheimliche Eigenleben von Dingen einen düsteren Soundteppich bilden.
»Was sollen wir lesen?« : Das sind die fünf besten Bücher des Monats
Zum Inhalt springen ZEIT-Literaturkritiker Volker Weidermann empfiehlt jeden Monat die besten Bücher. Und trifft diesmal: Matthias Brandt. Sie können sich Artikel der ZEIT in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Der Ozean so wild und weit« von Malachy Tallack : Ab aufs Meer
Von seinen Eltern ist Jack vor allem ihr Boot geblieben, mit dem sie damals aufs Meer hinausgefahren waren, einfach so, um zu zweit allein zu sein. »Auf dem Wasser zu sein, fühlte sich immer wie eine Heimkehr an«, hatte Jacks Vater Sonny gedacht. Und dann war da dieser Schatten im Meer unter ihnen aufgetaucht, der größer und immer größer wurde und sie schließlich mitsamt ihrem Boot emporhob. Viel zu weit, um den darauffolgenden Sturz zurück ins Meer überleben zu können.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Unter Tieren« von Elfriede Jelinek : »Ich liebe dieses Cover!«
Elfriede Jelinek kritisiert in ihrem neuen Buch "Unter Tieren" die Geldgier und den Kapitalismus, indem sie die Welt auf den Kopf stellt und die Selbstabschaffung der Menschheit thematisiert. Trotz der Verwendung eines KI-generierten Covers verteidigt sie die Oberflächlichkeit als Ausstellung des Gemachten und betont die Möglichkeit, eine andere Wirklichkeit zu schaffen.
»Was sollen wir lesen?« : Die fünf besten Bücher des Monats
Zum Inhalt springen ZEIT-Literaturkritiker Volker Weidermann empfiehlt von nun an jeden Monat die besten Bücher. Und trifft diesmal: Joachim Meyerhoff. Sie können sich Artikel der ZEIT in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Ingeborg Bachmann : »Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar«
Wo ist all die Gewalt geblieben, nach der totalen Niederlage, der Befreiung, dem Jahr 1945? Wo ist das hin, diese Lust der Menschen, zu foltern, zu töten, zu vergasen? Die Lust, Menschen auszusondern, die anders sind, anders sein sollen, sie in Viehwaggons einzupferchen und in den Tod zu schicken? Diese Frage hat Ingeborg Bachmann ein Leben lang angetrieben. Und die Furcht vor der Antwort darauf. Denn sie wusste es ja, dass diese Mordlust der Menschen nicht einfach verschwunden ist.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Jemand, der einmal ich war« : »Was sie sagt, ist messerscharf«
DIE ZEIT: Regina Schilling, Sandra Hüller, Sie haben gemeinsam den Dokumentarfilm über Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war gemacht. Wie ist die Autorin in Ihr Leben gekommen? Regina Schilling: Ich habe schon als Kind manisch gelesen, ab 13 nur noch Erwachsenenliteratur, den ganzen männlichen Kanon rauf und runter. Und als ich 17 oder 18 war, ist mir Bachmanns Roman Malina in die Finger geraten. Den habe ich zwar überhaupt nicht verstanden, er hat mich aber total fasziniert.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Christoph Kramer : »Optimisten leben länger. Und schöner«
DIE ZEIT: Sie wissen, wie’s geht, deshalb gleich die wichtigste Frage: Wie werden wir Weltmeister? Christoph Kramer: Boah, das fängt ja gut an ... Vor allen Dingen braucht man viel Glück. Bei Weltmeisterschaften gilt: Wenn du dasselbe Turnier zehnmal spielen würdest, gäbe es sieben oder acht verschiedene Sieger. Das ist halt leider so. In einem Fall wäre es auch Deutschland. Ich hoffe, dass es diesmal so sein wird. Aber da brauchen wir den Eins-zu-zehn-Sommer, wie jede andere Nation auch.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Lilli Tolkien : So düster kann die Freiheit sein
Das herrliche freie Leben in Kreuzberg in den Achtzigerjahren. Freie Liebe, freie Drogen auf diesem ummauerten Planeten des zwanglosen Lebens. Die Zeit scheint stillzustehen, wer jetzt jung ist, wird es immer bleiben. Rücksicht nehmen? Nur auf sich selbst! Wer trotzdem heult, ist dumm oder verrückt oder hängen geblieben auf irgendeinem Trip. Am Beginn dieses Jahrzehnts des rasenden Stillstands in West-Berlin kommt ein kleines Mädchen auf die Welt, viel zu früh, Lale.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); George Sand : Eine Frau namens George
George Sand war eine revolutionäre Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, die mit ihrem unkonventionellen Leben und Werk die Literatur prägte. Geboren als Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil, wuchs sie in einem unkonventionellen Umfeld auf und erlangte früh Bildung und innere Freiheit. Nach einer unglücklichen Ehe fand sie in Paris ihre wahre Berufung als Schriftstellerin und emanzipierte Frau.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); DHL : Diesen Buchstaben wohnt ein Zauber inne
In der Reihe »Die Pflichtverteidigung« ergreifen wir das Wort für Personen, Tiere, Dinge oder Gewohnheiten, die von vielen kritisiert und abgelehnt werden. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 21/2026. Zu viel Geld und zu viel Zeit führt gerne mal zu zu guten Ideen. Die Post heißt ab September nicht mehr Post, sondern DHL. Ist das nicht toll?
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Lesung mit Angela Merkel : Ihre neue Rolle, ihre neue Macht
Das war ein ganz erstaunlicher Abend, am Mittwoch im restlos ausverkauften Berliner Ensemble. Denn während die Gerüchte immer lauter wurden, dass die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel sich auf eine mögliche Vermittlerrolle im Ukraine-Krieg vorbereite – im Publikum wurde das vor Beginn der Veranstaltung schon wie eine sichere Tatsache besprochen – richtete diese auf der Bühne ihren Blick und den des Publikums in eine ganz andere Richtung.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Vincent Kompany : Ein Geschenk, dieser Typ
Vincent Kompany vergisst die Meisterschale zuhause, doch rettet die Situation mit Charme und Humor. Als Trainer von Bayern München überzeugt er nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit seiner klaren, empathischen Art des Sprechens. Seine Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu erklären, beeindruckt. Kompany setzt sich für Gerechtigkeit ein, ohne in Selbstgerechtigkeit zu verfallen, und zeigt Respekt auch gegenüber Gegnern.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Ruth Berlau: Alles für einen« : Der toxische schwarze Magnet
Das war ja keine irgendwie romantische Idee, als sie gemeinsam zu schreiben begannen, so haben es die beiden immer wieder betont. Robert Habeck, der später Vizekanzler und Wirtschaftsminister wurde, und Andrea Paluch, die Schriftstellerin und Übersetzerin war und ist.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Robert Seethaler : »Zartes ist imstande, Liebe zu erwecken«
DIE ZEIT: Herr Seethaler, Ihr neuer Roman erzählt die Geschichte von Bewohnern einer Straße, die ihre Wohnungen verlassen müssen, weil ein Immobilienmakler sie aufgekauft hat. Warum haben Sie eine Straße als Ort Ihres Romans gewählt? Robert Seethaler: Ich war schon als Kind immer gern auf der Straße, trotz meiner Sehbehinderung. Und die Straße ist ja auch heute noch ein Ort der Begegnung, wo alles möglich ist. Begegnung ist Kontakt, und Kontakt ist Berührung. Egal ob in der Liebe oder im Streit.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); »Schwebende Lasten« von Annett Gröschner : 56 Jahre Sehnsucht
Das ist die Geschichte einer Liebe, die sich 56 Jahre lang anbahnt, und als sie sich dann endlich erfüllt, bleibt nur eine Leere zurück. Aber die 56 Jahre der Hoffnung und des Hinlebens auf die Erfüllung haben einem Menschen Kraft gegeben und ein lohnenswertes, lebenswertes Ziel. Es ist die Geschichte von Hanna Krause aus Magdeburg, erst Blumenhändlerin, später Kranfahrerin, der 1938 in ihrem Blumenladen eine minutenkurze Liebe widerfährt.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Péter Nádas : »Magyar hat viel von Orbán gelernt«
Wie konnte das Unvorstellbare geschehen? Wie konnte Péter Magyar gegen die Interessen der Supermächte USA und Russland über Viktor Orbán triumphieren? Der große europäische Erzähler Péter Nádas, der seit vielen Jahren als einer der Favoriten für den Literaturnobelpreis gilt, hat darauf eine Antwort. Am Telefon lüftet der 83-jährige Ungar in einem formvollendeten, leicht ungarisch gefärbten Deutsch das Erfolgsgeheimnis von Péter Magyar. Eines davon: seine Schönheit.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); "Heimsuchung" : Jenny Erpenbeck verrät, was Abiturienten über ihr Buch wissen müssen
Die Abiturprüfungen stehen bevor, und in dem gemeinsamen Aufgabenpool der Bundesländer (PDF) ist der im Jahr 2007 erschienene Roman "Heimsuchung" der Berliner Autorin Jenny Erpenbeck, 59, Pflichtlektüre für die Deutschklausur. Er erzählt die Geschichte eines Grundstücks und eines Hauses an einem märkischen See und seiner Bewohner, die über ein ganzes Jahrhundert dort einziehen und es wieder verlassen müssen. Natürlich weiß die Autorin selbst auch nicht die letzte Wahrheit über ihr Buch.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Monika Maron : Kneipen, die Exil heißen
Monika Maron, eine kontroverse Schriftstellerin, reflektiert in ihren Tagebüchern über ihr bewegtes Leben in der DDR und im Westen. Trotz Widerständen und Zensur schrieb sie literarische Meisterwerke, die bis heute relevant sind. Ihr Wechsel zum Verlag Hoffmann und Campe markiert einen Bruch mit S. Fischer und der westdeutschen Mehrheitsmeinung. Maron bleibt auch im Alter kritisch und unbeugsam, sowohl gegenüber politischen Systemen als auch Verlagen.
Z+ (abopflichtiger Inhalt); Siri Hustvedt : "Er möchte als Geist zurückkehren"
Was für ein leuchtend heller, blauer Tag in Brooklyn. Die Luft ist schneidend kalt, die weiße Sonne wärmt fast nicht. Der 1838 gegründete Green-Wood-Friedhof liegt unter einer dicken Schneedecke begraben. Ein prachtvolles, verschnörkeltes, rotes Sandsteintor, daneben ein silbernes Securityhäuschen, der Sicherheitsmann darin hat einen herrlichen Blick auf Manhattan. "Ja. Es kommen ziemlich viele zu Paul Austers Grab", sagt er. Und entfaltet einen großen Plan, Stadtplan der Erinnerungen.
Lukas Beckmann : "Grün ist als gesellschaftliche Grundströmung in der Mitte angekommen"
Lukas Beckmann kennt die Grünen wie wenige. Der Soziologe, 75 Jahre alt, hat die Partei mitgegründet, war unter anderem einer ihrer Chefs und ist immer noch als Berater von Grünen-Spitzenpolitikern angesehen und einflussreich. Er und Cem Özdemir haben einst in Bonn zusammen in einer WG gewohnt. Am Sonntag fuhr er nach Stuttgart, um aus nächster Nähe zu beobachten, wie die Baden-Württemberg-Wahl ausgeht. DIE ZEIT: Lukas Beckmann, Sie haben etliche Wahlabende erlebt.
António Lobo Antunes: Mit Wolkenstückchen im Haar
Ja, danke, das wisse er selbst, und er höre das übrigens öfter, dass er "schwer zu lesen sei", ja, ja, hat António Lobo Antunes Journalisten geantwortet, die ihn besuchten und sich sanft beklagten, dass ihnen die Vorbereitung auf das Gespräch etwas schwergefallen sei. Warum mache er so wenig Punkte? Bewusstseinsstrom schön und gut – aber wo ist das Ufer? Die Sprache fließt dahin, immer wieder Einschübe, Gedanken, Ideen. Wer spricht? Wohin trägt uns dieser Fluss der Sprache?
Max Frisch: Vom Standpunkt des Glücks beurteilt ist die Technik abzulehnen
Das ist ein ziemlich verrückter, ein kindischer, größenwahnsinniger und visionärer Text, den Max Frisch da 1930 in seiner Deutsch-Abiturprüfung geschrieben hat und der jetzt, fast hundert Jahre danach, erstmals veröffentlicht wird. Es ist der früheste Text des Schweizer Schriftstellers Max Frisch, den wir kennen. Das Thema klingt heutig: "Licht- und Schattenseiten der modernen Technik". Der Text wurde dem Max-Frisch-Archiv in Zürich vor zwei Jahren einfach so per Post zugeschickt.
Winter: Wohin mit all der schlechten Laune?
In der Reihe "Die Pflichtverteidigung" ergreifen wir das Wort für Personen, Tiere, Dinge oder Gewohnheiten, die mehrheitlich kritisiert und abgelehnt werden. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 09/26. Ungefähr seit Donnerstag ist es wieder da. Dieses Lächeln auf allen Gesichtern. Vogelgelärm schon am frühen Morgen, gut gelaunt krähen die Amseln ihre altbekannten Neuigkeiten von Baum zu Baum während wir schlafen wollen. Erste kurze Hosen laufen rum. Sogar Sandalen trauen sich raus.
Sofja Tolstaja: Sofja Tolstaja schrieb zurück
Doch, doch. Er fand das sehr hübsch, was sie da geschrieben hatte, die kleine Erzählung, die sie ihm, dem schon berühmten vierunddreißigjährigen Autor, der sie heiraten wollte, zum Lesen gegeben hatte. Da war sie achtzehn Jahre alt. Aber jetzt, nach der Heirat, war es auch mal gut mit ihrer Schreiberei. Jetzt gab es Wichtigeres: seine Schreiberei. Sein Werk.
Lutz Helmig: Im Wunderland
Lutz Helmig, einstiger Arzt und nun Milliardär, erzählt von seinem bewegten Leben, das von einem schweren Unfall bis hin zu seinem erfolgreichen Unternehmertum reicht. Vom Aufstieg in der Medizin bis zum Verkauf seiner Klinik-Gesellschaft für 1,5 Milliarden Euro, Helmig zeigt sich als Mann der Tat. Trotz seines Reichtums bleibt er bodenständig und engagiert sich für soziale Projekte.
Elfriede Jelinek: "Lesen ist das schicke Kleid des Lebens für mich"
1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. Was für eine irre Rakete wurde da am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag in der Steiermark gezündet. Ihr Treibstoff scheint ewig zu reichen. Jedenfalls fliegt sie immer noch auf den Theaterbühnen herum und leuchtet und erleuchtet die Zuschauer und die Welt. "Wut ist mein Raketenantrieb", hat Elfriede Jelinek einmal geschrieben. Wütend kam sie auf die Welt.
Hermann Hesse: Das Friedensjahr des Hermann Hesse
1946 erschien die erste Ausgabe DIE ZEIT. Wir feiern mit Menschen, Dingen und Ideen, die genauso alt sind wie wir – und die Welt bis heute bewegen. Es ist Mitternacht. Ein neues Jahr beginnt. Das erste Friedensjahr nach so vielen Jahren Krieg. Ein neues Jahr nach der Zerstörung der Welt. Da meldet sich diese Stimme aus dem Süden, aus dem verschonten Land, aus der Schweiz, mit einer Radioansprache: "Liebe Freunde!", so fängt die Rede an. Was ist das für ein Gruß? Woher kommt der? Wer spricht?
"Das Museum der Unschuld" auf Netflix: Weiß hier noch jeder, was Glück ist?
Wie kann man das Glück eines Moments, das absolute Glück, das nur wenige Sekunden währte, ein ganzes Leben lang ausdehnen? Wie kann man es wieder und wieder in sich zurückrufen, es neu erleben? Sind vielleicht die Menschen, die einmal den perfekten Moment erfahren haben, die wahrhaft Unglücklichen unter uns? Weil sie ihr ganzes weiteres Leben lang in der Vergangenheit leben. Die Gegenwart, die Zukunft sind nur noch Gespenster eines Ideals, das für immer entschwunden ist.
Liz Moore: Wenn das Herz vergeblich klopft
Wie klein kann man leben. Wie allein. Nie zuvor war es so leicht, sich von der ganzen Welt zurückzuziehen, keinen Menschen zu sehen, keinen Menschen zu sprechen, nicht gesehen zu werden, von niemandem auf der Welt. Es gibt so viele Jobs, die man anonym von zu Hause aus erledigen kann. Und der Lieferservice bringt dir, was du zum Leben brauchst. Stellt es vor deine Tür, verschwindet. Du holst es in einem unbeobachteten Moment ins Haus, in die Wohnung. Wo auch immer du bist und niemand dich kennt.
Leïla Slimani: Die letzte Generation
Was für ein schönes, großes, reiches Buch: Leïla Slimani, 1981 im marokkanischen Rabat geboren und mit 18 Jahren nach Paris gezogen, hat ihre marokkanische Trilogie abgeschlossen. Drei Generationen Hoffnungen, Lügen, Lebenslügen, Träume, Utopien, Lieben und Scheitern und Weiterleben sind an ein Ende gekommen. Trag das Feuer weiter heißt der letzte Band, der jetzt auf Deutsch erscheint.
Franz Hessel: Ins Offene, ein Leben lang
Geliebt haben ihn alle, wirklich alle. Und eine seiner Lieben ist später weltberühmt geworden, aber da war er schon lange tot. Franz Hessel, oder auch "der heilige Franz", wie viele seiner Freunde und Geliebten ihn nannten. Seinen ersten Ruhm hatte er sich als Spaziergänger erworben, genauer gesagt – denn er liebte Paris, Frankreich und die französische Sprache – als Flaneur. Hessel, 1880 als Sohn wohlhabender Eltern in Stettin geboren, hat das Flanieren zur großen Kunst erhoben.
Venezuela: "Das ganze Land ist in Angst"
Karina Sainz Borgo wurde 1982 in Caracas geboren, die Schriftstellerin und Journalistin lebt aber seit 2006 in Spanien. Ihre Romane spielen in einem Land ohne Recht und Gesetz, einem Land, das reich sein könnte, aber in dem die Menschen bitterarm sind, in dem Kidnapping zum Alltag gehört – ein Land wie Venezuela. In ihrem zuletzt auf Deutsch erschienenen fulminanten Roman "Das dritte Land" (S. Fischer, 2023) ist der titelgebende utopische Ort ein Friedhof, jenseits der Grenze.
Skispringen: Wie wir lernen, durch 2026 zu fliegen
In der Reihe "Die Pflichtverteidigung" ergreifen wir das Wort für Personen, Tiere, Dinge oder Gewohnheiten, die mehrheitlich kritisiert und abgelehnt werden. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 01/2026. Selten zuvor war eine Geburt von so vielen Segenssprüchen, Beschwörungen, Hoffnungen begleitet, von so starken Heizstrahlern der Zuversicht umstellt gewesen wie diese.
Glückssuche: Wie finde ich das Glück?
Es ist auf den ersten Blick oft sehr klein, dieses Glück. Seine Wirkung aber kann mächtig sein. Das kleine Glück, von dem wir hier zuerst erzählen wollen, hat lange Ohren und ein weiches Fell. Es ist ein Feldhase, er war sehr klein und lag schutzlos auf einem Weg herum, als die britische Politikberaterin Chloe Dalton ihm irgendwo im Norden Englands zum ersten Mal begegnete. Das hat ihr Leben verändert, zum Allerbesten.
Helga Schubert: Die große Lebensliebe
Das ist die Geschichte einer Liebe, die für immer ist. Fast sechzig Jahre waren sie ein Paar, Helga Schubert und Johannes Helm, sie Schriftstellerin, er Maler, beide waren auch Psychologen. "Zwei alte Liebesleute" hat Helga Schubert sie beide in ihrem vorletzten Buch Der heutige Tag genannt. Es ist eine unglaublich schöne, zarte Liebeserklärung. Er hat es nicht gelesen, er litt lange schon unter Demenz. Sein Geist hatte sich verwandelt oder verflüchtigt, er war jahrelang schwer pflegebedürftig.
Weihnachtsgedicht: Lernen Sie ein Weihnachtsgedicht mit uns - Teil 3
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 50/2025. Da sind wir wieder. Schön, dass Sie noch dabei sind! Waren die ersten vier Strophen leicht? Wenn Sie noch mit ein paar Zeilen kämpfen: Es gibt da einen Trick, wie man ein Gedicht ganz leicht auswendig lernt.
Jane Austen: Sie brach das Weltgesetz – und es war sehr schön
Jane Austen, die weltberühmte englische Schriftstellerin, schuf an einem kleinen Tisch in Chawton ihre zeitlosen Romane, die bis heute Millionen begeistern. Ihr Werk, geprägt von Liebe, Gesellschaftskritik und Humor, hat Generationen von Lesern inspiriert und beeinflusst. Trotz des Erfolgs blieb Austen zeitlebens von persönlichem Liebeskummer gezeichnet, der sich in ihren Werken widerspiegelt.
Großmäuligkeit: Bitte niemals ändern
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 49/2025. Die traurigsten Momente im Leben jener Männer, die man Großmaul nennt, sind ja immer die, in denen sie zum Kleinmaul schrumpfen. Die Klügsten unter ihnen wissen selbst schon früh, wenn es abwärts geht, und umso schneller schreitet dann der Prozess ihrer Schrumpfung voran. Beim Fußballtrainer Sandro Wagner war es an seinem 38. Geburtstag, als sein damals noch aktuelles Team, der FC Augsburg, bei der TSG Hoffenheim mit 0:3 verlor.
Weihnachtsgedicht: Lernen Sie ein Weihnachtsgedicht mit uns - Teil 2
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 49/2025. Wissen Sie noch? Wir lernen ein Gedicht. Heute sind die Strophen drei bis vier von So um Dezember dran. Keine Sorge: Wir hören die ersten beiden noch nicht ab. Erst nach der letzten Folge sollten Sie alle kennen. Und dann erst bitten wir Sie, uns ein Video von sich zu schicken, wie Sie es aufsagen. Wir sind ehrlich gesagt sehr glücklich darüber, wie viele von Ihnen sich über das Gedicht gefreut haben und mitmachen wollen.
Arundhati Roy: Eine Schubumkehr ins Helle
Dieses Buch ist ein Sturm aus Leidenschaft und Liebe und Hass und Glück und Furcht. Die weltberühmte, indische Schriftstellerin Arundhati Roy hat das Leben ihrer Mutter aufgeschrieben und ihr eigenes Leben gleich mit. Ein Leben, das aus der Dunkelheit geboren wurde. Die Mutter, geschieden, alleinerziehend, überfordert mit ihren zwei Kindern, selbst noch traumatisiert von der Gewalt, die sie von ihrem Vater erfuhr, lässt ihren Sohn und ihre Tochter wissen, dass sie die Kinder nie gewollt hatte.
Barbara Kingsolver: "Das war meine Befreiung!"
"Literatur", sagt die Schriftstellerin Barbara Kingsolver, 70, irgendwann in diesem Gespräch, "ist eine Zusammenarbeit zwischen Autor und Leser." Sie sei wie ein gemeinsamer Spaziergang durch die neuen Orte, die man als Schriftstellerin erfunden habe. Für eine Weile könne man dieser oder jener Charakter sein. Für eine Weile die Fröhlichkeit, die Traurigkeit, die Scham, den Schrecken und die Trauer der Figuren fühlen. Und dann könne man in die Welt zurückkehren.
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