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Articles by Urs Meier
Das Gesamtwerk von Arata Isozaki
New Tokyo City Hall Competition, Perspective View of Festival Plaza, 1985–1986 © Estate of Arata Isozaki Die im Zweiten Weltkrieg zerstörten japanischen Städte waren seine Herausforderung: Ruinenlandschaften machte er zu Orten der Zukunft. Der 2022 mit 91 Jahren verstorbene Pritzker-Preisträger Arata Isozaki zählt zu den Erneuerern der Architektur. Der 2022 mit 91 Jahren verstorbene Arata Isozaki lässt sich kaum schlüssig in die architektonischen Strömungen des 20. und beginnenden 21.
Ist die UNO an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert?
Der Zweite Weltkrieg hatte Millionen von Toten und Versehrten gefordert, hatte Städte und Verkehrswege zerstört. Es gab einen allgemeinen Konsens, dass so etwas nie mehr geschehen durfte. Deshalb schrieben die Vertreter der Uno-Gründungsnationen ein Verbot von Gewaltanwendung zwischen Staaten in die Uno-Charta. Parallel dazu begannen in Nürnberg die Prozesse gegen die Naziverbrecher. Es ging um Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Genozid. Auch so etwas durfte nie wieder geschehen.
Abhängig vom Dollar
Bisher galt: Gerät das Finanzsystem ins Wanken, stellen die USA Liquidität bereit, und das Geld fliesst zurück in den Dollar. Ob das noch gilt und was eine Finanzkrise für den Euro bedeutet, diskutiert Tim Guldimann in der neuen Folge von Debatte zu Dritt mit der Wirtschaftswissenschaftlerin Laura von Daniels von der Stiftung für Wissenschaft und Politik und mit Harald Bänsch, Leiter Treasury der N26-Bank.
Tief religiös und tief musikalisch
Ein letztes Mal hat die Musikkritikerin Julia Spinola ihn 2025 in Leipzig getroffen, mit ihm für eine erweiterte Neuauflage ihres Buchs «Herbert Blomstedt – Mission Musik» über Beethoven, Bach und Bruckner gesprochen. Und übers Altwerden. Der 98-jährige Dirigent sagte da: «Ich fühle mich sehr gut – fast so, als würde ich mit den Jahren jünger statt älter.
«Postliberal» – oder einfach nur reaktionär?
Das Auftreten der MAGA-Leute auf internationalem Parkett – und vor allem gegenüber Europa – lässt keinen Zweifel: Sie verstehen sich als Avantgarde eines neuen Zeitalters und blicken mitleidig auf jene, die noch immer die Fahne der Aufklärung hochhalten und sich der liberalen Demokratie verschreiben. Ur-Szene dieser Konfrontation war der Auftritt von J. D. Vance am 14. Februar 2025 auf der 61. Münchner Sicherheitskonferenz.
Einfach die richtigen Wörter in der richtigen Reihenfolge anordnen
Die Frage führt zu den Anfängen der Kybernetik und der Informatik, zu einem einfach klingenden Problem: Wie kann ein Akteur in einer Welt voller Lärm und Chaos eine Nachricht möglichst effizient an einen anderen übermitteln? Die Geschichte der Kybernetik und Informatik nahm von dieser Anfangsfrage an einen verschlungenen Weg. Hier seien nur zwei Pioniere genannt. Norbert Wiener studierte Steuerungssysteme, die ein automatisches Verhalten ermöglichen – sowohl bei Organismen wie bei Mechanismen.
Blick in die Stromzukunft der Schweiz
Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft: ein eisiger Januarmorgen im Schweizer Mittelland. Dunkelheit, dichter Nebel und Schnee auf den Dächern. Millionen Lichter gehen an, Kaffeemaschinen brühen, Wärmepumpen schnurren, Fabriken laufen an. Das Stromnetz knirscht – aber es hält! Bereits wurden einige der alten AKWs abgeschaltet und die Photovoltaik wurde zusammen mit der Wasserkraft zur tragenden Säule der Schweizer Stromproduktion.
Vogelbeobachter in Aufregung
Wüstensteinschmätzer (Foto: Fabrizio Brentini) Gleich zwei extreme Seltenheiten innerhalb von nur zwei Wochen lockten zahlreiche Ornithologen und Ornithologinnen aus ihren warmen Stuben. Zunächst zeigte sich ein Wüstensteinschmätzer in Möhlin, wenig später ein Nonnensteinschmätzer bei Savagnier. Beim Wüstensteinschmätzer, der am 18. Oktober auf einem Acker östlich von Möhlin entdeckt wurde und sich dort prächtig präsentierte, handelt es sich um den vierten Nachweis dieser Art in der Schweiz.
Die Schweiz und der Völkerbund
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Völkerrecht im zivilen Bereich stark ausgebaut. Das war notwendig, weil neue Errungenschaften wie der grenzüberschreitende Telegrafenverkehr, das internationale Eisenbahnwesen oder das internationale Postwesen zwischenstaatlicher Regelungen bedurften. Auch das Kriegsvölkerrecht wurde weiterentwickelt, denn es gab eine wachsende Besorgnis darüber, dass im modernen Krieg die Zahl der Todesopfer stark anstieg.
Capri, Skagen und der Monte Verità
Carl Locher: Der Skagener Südstrand, Oktober nach Sonnenuntergang, 1909, Skagens Museum Die Insel Capri bei Neapel, der Sandstrand von Skagen an der Nordspitze der dänischen Halbinsel Jütland und dazwischen der Monte Verità bei Ascona: Diesen drei Sehnsuchtsorten mancher Künstler widmet das Kunstmuseum Bern eine Ausstellung. Man begegnet Werken teils hoher Qualität, doch das Konzept erfüllt die Erwartungen, die der Titel weckt, nur teilweise.
Geiz und Paranoia
Was die Menschen in der Schweiz umtreibt, ist gut dokumentiert. Im aktuellen UBS-Sorgenbarometer liegen die explodierenden Krankenkassenprämien mit 45 Prozent klar an der Spitze. Dahinter folgen Klimaschutz, AHV und, mit 24 Prozent, die steigenden Mieten. Die Landesverteidigung schafft es nicht einmal unter die zwanzig wichtigsten Sorgen. Die Menschen sorgen sich nicht um fehlende Kampfjets. Sie sorgen sich, ob am Ende des Monats noch Geld übrig ist.
Ein seltsamer Krieg
Ob aus dem labilen Zustand erneut ein grosser Krieg wird, hängt weniger von der Rhetorik in Washington und Teheran ab als von drei Faktoren: vom Stand der Verhandlungen, von den militärischen Vorbereitungen und von der Frage, ob eine Seite durch Abwarten mehr zu verlieren glaubt als durch einen Angriff. Alle drei deuten derzeit auf Eskalation. Verhandlungen und Zeitkalküle Teheran zieht die Gespräche bewusst in die Länge, um Trump vor den Zwischenwahlen vom 3. November keinen Erfolg zu gönnen.
Parlamentarier bolzen gegen Parlamentarierinnen
Als Totengräberin der Schweizer Demokratie hat Nationalrat Andreas Glarner die Aargauer Mitte-Ständerätin Marianne Binder mittels eines KI-generierten Bildes dargestellt. Der Grund: Sie hat dafür gestimmt, dass, wie das die Bundesverfassung vorschreibt, in der Abstimmung über die Bilateralen III das Volksmehr gilt und nicht zusätzlich auch das Ständemehr, auf das namentlich die SVP pocht.
Konvergenz der Wut
Am Abend des 17. Oktober stürzte in Limoges der Glockenturm des Rathauses ein. Das Gebäude aus dem Jahr 1883, seit 1975 als historisches Denkmal geschützt, war am Ende einer Demonstration gegen die hohen Lebenshaltungskosten gezielt in Brand gesetzt worden; sein historischer Teil gilt als nahezu vollständig zerstört. Sechs Wochen zuvor hatte alles mit einem jungen Mann vor einer Handykamera begonnen. «Dankt mir nicht, ich gebe euch nur das Datum», sagte er auf TikTok.
Ella Maillarts Fotogeschichten
Die Journalistin, Fotografin und Reiseschriftstellerin erkundete zwischen 1930 und 1939 Zentral- und Ostasien. Sie reiste durch die UdSSR, China, Afghanistan und den Iran. Von Genf nach Kabul war sie 1939 mit der Schriftstellerin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach unterwegs. Ihre Reisen dokumentierte sie mit Schriften und tausenden von Fotos, die sie nach ihrer Rückkehr mit grosser Sorgfalt in fast fünfzig Archivschachteln, ihren «boites», archivierte und kommentierte.
Nichts ist so alt wie die Zeitung von heute
Medienverlage wollen uns nicht nur weismachen, dass der Stellenabbau in den Redaktionen nicht an der Qualität ihrer Produkte rüttelt. Sie behaupten sogar, die personelle Ausdünnung stelle die Qualität sicher oder verbessere sie sogar. Tamedia, Herausgeberin zahlreicher Zeitungen in der Deutschschweiz und der Romandie, tut sich in dieser Hinsicht besonders hervor.
Nachrichtendienst warnt – ohne Folgen
«Für die Schweiz steht die Bedrohung durch Russland im Vordergrund. (…) Seine hybride Konfliktführung gegenüber Europa wird aggressiver, und die Schweiz ist davon direkt betroffen», schreibt Serge Bavaud, Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Desinformation und Propaganda mittels des deutschsprachigen Portals des staatlichen Senders «Russia today» sind gegen die Schweiz gerichtet. So wurden im Jahr 2025 ein Viertel mehr Meldungen über die Schweiz verbreitet als im Jahr zuvor.
Die autoritäre Versuchung
In den Hallen der Frankfurter Buchmesse ist auch Justus Bender anzutreffen gewesen. Der Journalist der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) und hervorragende Kenner der rechtsextremen Alternative für Deutschland (AfD) hat sich in «Deutschland 2033. Ein Szenario» (Verlag C. H.
Navi Pillay, konsequente Anwältin des Rechts
Das norwegische Nobelpreiskomitee, eine Instanz des nationalen Parlaments Norwegens, zeichnete die südafrikanische Juristin Navi Pillay mit dem Friedensnobelpreis für 2026 aus – für ihren Einsatz «zur Förderung von Frieden und Völkerrecht». Pillay habe massgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden, sagte der Vorsitzende des Komitees, Jörgen Watne Frydnes, in Oslo.
Das Leben ist schön, trotz Alzheimer
Birgitta Martensson sitzt in ihrer schönen Wohnung und blättert in Fotoalben. «Da ist meine ältere Schwester, da die jüngere. Und das sind meine Eltern.» Sie schaut auf den Läufer vor sich auf dem Tisch, und erklärt, die Mutter habe, als sie Alzheimer hatte, stundenlang hingebungsvoll daran gearbeitet.
Langsame Argumente und schnelle Emotionen
Wahrheit kommt in zwei Formen daher: mündlich und schriftlich. Welche überzeugt mehr? Die Frage führt direkt in das Athen Platons. In der ersten bekannten Demokratie der westlichen Welt musste man, um etwas durchzusetzen, andere davon überzeugen, dass ein bestimmtes Vorgehen das Beste für die Gemeinschaft war. Die Redekunst stand in hohem Ansehen. Aber sie offenbarte schon damals ihre Kehrseite, die manipulative Potenz – vor allem in Krisenzeiten.
Hundert Jahre Nadja
Es gibt private Daten, die ihre Spur auch in der Literaturgeschichte hinterlassen. Dublin hat den sogenannten «Bloomsday» — der 16. Juni 1904, an dem sich die Handlung des «Ulysses» abspielt, entspricht auch dem Tag, an dem es zwischen James Joyce und Nora Barnacle zum ersten «erotischen» Kontakt kam. Die französische Literatur kennt eine ähnliche Sternstunde. Am 4.
Politik im Dauerpatt
349 Sitze zählt der Riksdag, das schwedische Parlament. Das bedeutet, dass die magische Zahl für eine absolute Mehrheit bei 174 Mandaten liegt. Bei den letzten drei Parlamentswahlen (2026, 2022 und 2018) standen sich nach der Auszählung jeweils ein rot-grüner und ein bürgerlich-konservativer Block gegenüber, die beide auf über 170 Mandate kamen. Äusserst enge Ergebnisse also. 2018 dauerte es nach der Wahl 129 Tage, bis eine Regierung zustande gekommen war.
An der Grenze
Das ehemalige Zisterzienserkloster St. Urban (Bild: Wikimedia) Mein Grossvater überschritt Konfessionsgrenzen nicht gerne. Als ich kürzlich im ehemaligen Zisterzienserkloster St. Urban stand, musste ich an ihn denken. Denn auch hier verläuft eine Grenze – und sie erzählt eine erstaunliche Geschichte. Grenzen haben mich immer beschäftigt. Vielleicht, weil sie zugleich trennen und locken. Sie markieren das Ende des Vertrauten – und den Beginn des Anderen.
Die Figur und ihr Raum
Gabi Fuhrimann: Ohne Titel, undatiert, Öl auf Holz Gabi Fuhrimann, die 2021 im Alter von 63 Jahren starb, hinterliess ein konzentriertes malerisches Werk von durchgehend grosser Eindringlichkeit. Nun widmet ihr das Aargauer Kunsthaus Aarau eine Ausstellung in der Reihe «Sammlung im Fokus». Die Ausstellung ist nicht sehr umfangreich.
«Israel hat einen Genozid verhindert»
Als Benjamin Netanjanu vor einem Jahr vor der Uno sprach, verliessen mehr als hundert Delegierte aus über fünfzig Staaten aus Protest den Plenarsaal in New York. Die Szene wiederholte sich vergangene Woche beim jüngsten Auftritt des israelischen Premiers vor den Vereinten Nationen. «Falls es noch mehr moralische Feiglinge gibt, die den Saal nicht verlassen haben, bitte tut das jetzt», sagte Netanjahu.
Bauen im Gebauten
Wer ist der 1945 geborene englische Architekt Tony Fretton, dem nun die Ehre zufiel, in Basel eine Übersicht über sein Schaffen einzurichten? Die deutsche Wikipedia-Seite weist keinen Eintrag auf, und den dürftigen Zeilen auf der englischen Wikipedia-Seite kann man kaum nützliche Informationen entnehmen.
Absturz von Führerfiguren
Eilt die Schweiz einmal mehr voraus, wenn Volkstribunen und Diktatoren stürzen? Blocher, international oft als Vorläufer einer nationalkonservativen Grundwelle gesehen, hat mit der Ablehnung der Neutralitätsinitiative spektakulären Schiffbruch erlitten. Donald Trump, nationalkonservativer Gigant auf der Weltbühne, könnte bei den US-Zwischenwahlen radikal zurückgebunden werden. Läuft die Zeit auch ab für die beiden nationalistischen Diktatoren in Russland und China?
Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet
Gertrud Dübi-Müller in ihrem Auto der Marke Pic-Pic, um 1911; Gertrud-Dübi-Müller-Archiv / Fotostiftung Schweiz, Winterthur Sie war als bedeutende Schweizer Kunstsammlerin mit wichtigen Malern verbunden, sie fotografierte, bestieg das Matterhorn und raste mit ihrem Cabriolet durchs Land: Gertrud Dübi-Müller (1888–1980). Das Kunstmuseum Basel erweist ihr die Ehre. Bis zu ihrer Heirat im Alter von 33 Jahren ist sie «Fräulein Müller», eine von Haus aus reiche, unabhängige junge Frau.
Die Frau gegen Blau sieht rot
Mit seinen sogenannten Rügen-Landschaften verzeichnete Caspar David Friedrich frühen Ruhm als Maler. Der 1774 im pommerschen Greifswald geborene bedeutende Künstler der Romantik erlangte eine hohe Meisterschaft beispielsweise mit seinem «Blick auf Arkona». Seit dem frühen 19.
Mit Friedrich Merz taumelt die CDU in Richtung Bedeutungslosigkeit
Die CDU muss einen Super-Gau verkraften: In Mecklenburg-Vorpommern ist sie zum ersten Mal aus einem Landesparlament geflogen. 4,9 Prozent – das ist das schlechteste Ergebnis der Christdemokraten in der 80-jährigen Geschichte der Bundes-, Europa- und Landtagswahlen, wie die Deutsche Presse-Agentur vorrechnete.
Da hat es jeder Rassismus schwer
Johannes Krause hat massgeblich an der Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms mitgearbeitet, und sich in den letzten Jahren viele Gedanken auch über die Natur des Menschen gemacht. In St. Gallen hat der aus Leipzig mit dem Zug angereiste Archäogenetiker im Begleitprogramm einer Neandertaler-Ausstellung auch ein überraschendes Bild der vor 35 Jahren aufgefundenen, vor über 5300 Jahren verstorbenen Gletschermumie Ötzi gezeigt.
Ein Baukünstler im Südtirol
Passmuseum von Werner Tscholl an der Strasse über das Trimmelsjoch Man trifft in Südtirol immer wieder auf moderne Gebäude, die aus der Masse des Gebauten herausragen. Einer der interessantesten dortigen Architekten ist Werner Tscholl, aus dessen Werkliste im Folgenden einige Realisationen vorgestellt werden sollen.
Fischbrötchen und Wal-Krampf
Unsere Mediengesellschaft heischt nach Bildern, sie fordert beständig Geschichten, will eine neue Erzählung, warum es lohnt, die Hoffnung nicht schwinden zu lassen. Regelmässig vor Wahlen gehen Journalisten und Politiker das Zweckbündnis ein, Fotos und Videos von mutig anpackenden, tatkräftig mithelfenden oder herzhaft zubeissenden Kandidatinnen und Kandidaten im Fernsehen, in der Zeitung und den nunmehr unverzichtbaren Digitalkanälen zu transportieren.
Kanada bald näher an der EU als die Schweiz?
Die Europäische Union (EU) und Kanada wollen noch näher aneinander heranrücken. Das ist die Quintessenz zweier Reden, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der kanadische Premierminister Mark Carney vor dem Europäischen Parlament hielten. Am Mittwoch, 16. September 2026, sagte von der Leyen in ihrer alljährlichen State-of-the-Union-Rede: «Wir werden von Ceta (dem Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada) zu einer Allianz für die Zukunft übergehen.
Friedensordnung oder «Recht des Stärkeren»?
Als Russland 2014 in einem völkerrechtswidrigen Akt die Krim annektierte, fiel die Reaktion der Schweiz sehr zurückhaltend aus. Das hing einerseits damit zusammen, dass sich die schweizerische Aussenpolitik traditionell vom Gedanken der immerwährenden Neutralität leiten liess und andererseits auch damit, dass die Schweiz damals den Vorsitz in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) innehatte und sich für eine Vermittlung bereithalten wollte. Anders die Uno.
Neutralität in der Verfassung festschreiben?
Diese Debatte ist anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung aufgenommen worden. Die Veranstaltung ist von der sozialliberalen Reformplattform der SP-Schweiz gemeinsam mit dem Verein Pro Schweiz organisiert worden. Die Verfassungsinitiative wird von Pro Schweiz und der rechtsbürgerlichen SVP getragen. Die Moderation der Debatte übernimmt Esther Girsberger, die frühere Chefredaktorin des Tagesanzeigers.
Die USA rüsten Israel mit schweren Waffen auf
Als das Gebäude in Gaza City in der Nacht auf Mittwoch in sich zusammenfiel, beherbergte es rund 100 vertriebene Palästinenserinnen und Palästinenser, die vom Vorfall im Schlag überrascht wurden. Der Kollaps tötete mindestens 21 Menschen, unter ihnen elf Kinder, und verletzte zahlreiche Personen (www.journal21.ch/bild-des-tages/menschen-unter-truemmern). Rettungskräfte vermuteten, dass sich noch Dutzende Menschen unter den Trümmern befanden. Und noch waren Stimmen Verschütteter zu hören.
«Charm» in der Villa Flora
Jutta Koether: Pink Ladies, 2026, Öl auf Leinwand; Courtesy Galerie Buchholz Jutta Koether (*1958) stellt in der Postimpressionisten-Sammlung der Villa Flora in Winterthur eigene Arbeiten aus. Die beiden ästhetischen Welten sind durch ein Jahrhundert getrennt – und durch Einbettung in den abendländischen Kunstkanon verbunden. Seit einiger Zeit laden Museen öfter mal zu «Interventionen» ein.
Neutralität gehört keiner Partei
Fast alle wollen eine neutrale Schweiz. Trotzdem wird die Initiative wie ein Stellvertreterkrieg geführt. Parteien verteidigen ihre Marken, statt die Sache weiterzuentwickeln. Es geht um Bedeutung, Ausführung und Deutungshoheit. Eine Verfassung handelt nicht selbst. Auch nach einer Annahme müssten Bundesrat und Behörden die Begriffe «militärische Zusammenarbeit» und «vorbereiteten Angriff» auslegen. Die Initiative beendet den Streit um die Deutungshoheit nicht. Welche Rolle soll die Schweiz spielen?
Was die Wahldaten sagen
Auszählen der Stimmzettel bei Eidgenössischen Wahlen (Bild vom 23. Oktober 2011 im Zürcher Schulhaus Ämtler (Keystone, Walter Bieri) Bei den Nationalratswahlen 2023 schafften einige Kandidierende dank Stimmen von anderen Parteien den Sprung ins Parlament und verdrängten dabei Mitkandidierende, die parteiintern mehr Stimmen erhalten hatten. Solche Feststellungen sind mit einem nur oberflächlichen Blick auf die Wahlergebnisse nicht möglich.
«Neue Einfachheit» aus den 80er-Jahren
Foto: Daisuke Hirabayashi Das Museum Bellpark in Kriens dokumentiert mit einer kleinen Ausstellung Bau und Veränderungen des ehemaligen Fotostudios Frei in Weil am Rhein. Das Gebäude ist eine der ersten Realisationen des damals noch jungen Teams Herzog & de Meuron. Die Frage, was aus dem Frühwerk von Herzog & de Meuron geworden ist, erinnert an die Recherchen nach dem Lebensweg ehemaliger Berühmtheiten, die in Vergessenheit geraten sind.
Eine junge Stimme für Alte Musik
Julian Schmidlin, Countertenor aus Basel (Foto © Boris Haberthür) Der junge Schweizer Countertenor Julian Schmidlin hat es ins hochkarätige Salzburger «Young Singers Project» geschafft. Dies und zusätzlich die Rolle in einer der Festivalproduktionen hat ihm für seine Karriere entscheidende Impulse gegeben. Der Blick über Salzburg ist wunderschön von hier oben: Aug in Aug mit den Kirchtürmen des Domquartiers, darüber die stolze Festung Hohensalzburg, grüne Hügel ringsum.
Töff mit Rückwärtsgang
Wer das neue Deutschland im Osten aktuell auf ein Symbol reduzieren möchte, wird beim Simson Model Schwalbe fündig; einem Töff, der zwischen 1980 und 1990 in der DDR vom volkseigenen Betrieb Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk «Ernst Thälmann» in Thüringen hergestellt wurde und inzwischen zum schlechten Geruch der grassierenden Ostalgie geworden ist.
Salvation – Variationen auf Kain und Abel
Der neuste Film von Emin Alper erzählt von einer blutigen Clanfehde in den Bergen Anatoliens. Dabei gewähren sowohl die Archaik der Umgebung wie auch biblische Metaphern stets den Durchblick auf Prozesse, die ganz real das Leben in unserer Gegenwart vergiften. Schon die Lage der beiden Dörfer in der bergigen Gegend mutet biblisch an. Das eine liegt auf einer kargen Hügelkuppe, das andere unten im Flachen.
Die Liebe fällt, wohin sie will
Beatrice van de Graaf geht vor ihrer Anhörung bei der Gerichtskommission des Parlaments am 26. August 2026 zum Kommissionszimmer 286 im Bundeshaus. Die Bundesrichter Yves Donzallaz (parteilos, Ex-SVP) und Beatrice van de Graaf (SVP) müssen sich vor der Kommission erklären. Diese entscheidet, ob sie die beiden für die Amtsperiode 2027–2032 zur Wiederwahl empfiehlt.
Die Schweiz auf der Erfolgsspur
Bundespräsident und Wirtschaftsminister Guy Parmelin und der chinesische Handelsminister Wang Wentao haben am vergangenen 20. August anlässlich eines Treffens in Bern den Abschluss der Verhandlungen über die Optimierung des Freihandelsabkommens zwischen der Schweiz und der Volksrepublik China aus dem Jahr 2014 bekanntgegeben. Nun folgen rechtliche Bereinigungen des verbesserten Abkommens; unterzeichnet werden soll es noch im laufenden Jahr 2026.
Was hat Musik im Fernsehen verloren?
Für die Wiedergabe klassischer Musik im Fernsehen gibt es einen Standard: Dirigent, Musikerinnen und Musiker, zudem manchmal auch Zuhörende, werden im Konzert abgefilmt. Dabei werden die technischen Umstände der Produktion – Mikrofone, Scheinwerfer, Kameras – konsequent unsichtbar gehalten. Das Produkt erlaubt den Fernsehzuschauern die Illusion, aus wechselnden privilegierten Beobachtungspositionen alles und jedes mitzubekommen, ohne die Weihestunde zu stören.
Faktor 22'707 – eine ästhetische Erfahrung
Foto: Die Schweizerische Post AG Wie andere Künstler vor ihm hat Andriu Deplazes eine Schweizer Briefmarke gestaltet. Das Besondere: Sie ist ausgerechnet von einem Monumentalgemälde abgeleitet. Die Gegenüberstellung beider Arbeiten gibt Aufschlüsse über künstlerische Grundhaltungen. Die Post legt bei ihren Briefmarken seit jeher Wert auf gute Grafik. Seit über hundert Jahren pflegt sie ausserdem die Tradition, Sonderserien durch Schweizer Künstlerinnen und Künstler gestalten zu lassen. Ab dem 3.
«Jede Nacht gezielt 30 bis 40 Menschen töten»
Gesprächspartner Itamar Ben-Gvirs war Podcaster Rom Braslavski, ein Israeli, den die Hamas beim Massaker am 7. Oktober 2023 als Geisel genommen und nach Gaza verschleppt hatte. Die Äusserungen, die jüngsten in einer langen Reihe provokativer Aussagen des Ministers, fielen in einem Podcast, in dessen Verlauf Ben-Gvir auch den Entscheid von Premier Benjamin Netanjahu kritisierte, angesichts eines amerikanischen Friedensplans die Wucht der Attacken auf Gaza zu reduzieren.
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